«Hey, hey, Wickie! Hey, Wickie, hey!» hallt es im Kopf, wenn man im Internet wieder mal auf ein «Wiki» trifft. Dabei geht es nicht um die lustigen Geschichten aus der Zeichentrickserie «Wickie und die starken Männer».
Wiki, der von «wikiwiki», dem hawaiischen Wort für «schnell» entlehnten Bezeichnung, werden fast magische Fähigkeiten zugesprochen. Wikis sind Seitensammlungen über ein oder mehrere Wissensgebiete, die von Benutzern online verändert werden können. Das überwiegende Mehr der Angebote an Wikis stellt heute ein wertvolles Hilfsmittel zur Recherche und zur Erweiterung des persönlichen Wissens dar. Allgemeine Wikis wie Wikipedia, die Mutter aller Wikis, dienen oft als Sprungbrett zu weiteren Sammlungen oder zu weiterführenden Websites. Eine besondere Stärke liegt in der Fülle von Sammlungen über Spezialgebiete. Das Spektrum reicht von Informationen über Kaffee über Hilfeseiten für Eltern von Kindern mit Herzfehlern, Wikis für Trekies, solche über «Better Writing» bis hin zu Informationsseiten über einzelne Städte wie zum Beispiel Paris.
Die Stärke der Wikis – die Möglichkeit neue Berichte zu verfassen und bestehende abzuändern – ist gleichzeitig auch deren grösstes Problem. Besonders bei Themen, wo es verschiedene Anschauungsmodelle gibt, die von unterschiedlichen Interessengruppen vertreten werden, kann die Objektivität zuweilen Leiden. Natürlich gilt auch hier, was generell für den Konsum von Informationen aus den Medien gilt: Inhalte kritisch hinterfragen und Quellen verifizieren. Ein weiteres Problem, das in der Natur offen zugänglicher Enzyklopädien liegt, ist der digitale Vandalismus, die mutwillige Löschung, Veränderung oder Störung digitaler Inhalte. Die Internetgemeinschaft (engl. Community) zeigt hier jedoch grosse Fähigkeiten, solche Vandalenakte rückgängig zu machen.
Ein Paradebeispiel für Konflikte, die sich aus unterschiedlichen Standpunkten ergeben, stellt die gegenwärtig heiss diskutierte Auseinandersetzung um die pseudowissenschaftliche Sichtweise des «Kreationismus» dar. Das Internet wimmelt nur so von Pro- und Kontraseiten zu «Intelligent Design» und bringt manchmal auch wahre Schätze hervor – zum Beispiel «The Church of the Flying Spaghetti Monster» (dt. Das Fliegende Spaghettimonster). Dabei handelt es sich um die Gottheit einer im Juni 2005 von dem Physiker Bobby Henderson gegründeten Spaßreligion, die eine Parodie auf den christlichen Fundamentalismus in den USA darstellt, der leider auch vor Schulen nicht Halt macht. Auf dessen gläubige – die Pastafaris – warten im Himmel angeblich unter anderem ein Bier-Vulkan und eine Stripper-Fabrik. Halleluja!
In Anbetracht der Fülle an Angeboten müssen sich besonders Verlage grosser Lexika überlegen, wie sie in Zukunft ihre Produkte überhaupt noch an den Mann und die Frau bringen können. Das Wissen aus dem Internet läuft den gedruckten Wälzern je länger je mehr den Rang ab.
Links: Wickie und die starken Männer Titelsong, Infos 1 2
Wikipedia
Wikipedia über Wikis
Deutschsprachiges Verzeichnis öffentlicher Wikis
Englischsprachiges Verzeichnis öffentlicher Wikis
KaffeeWiki
HerzKinderWiki
Star Trek Datenbank
«Better Writing»
ParisWiki
Wikipedia über Kreationismus
«The Church of the Flying Spaghetti Monster»
2 Antworten to “Wikiwiki, das schnelle Wissen”