Götter legen ihr Weiß ab

kriegskopf.jpgtorso.jpg

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg räumt mit dem allgemein verbreiteten Irrtum auf, dass die Kunst der Griechen eine farblose Angelegenheit war. Ganz im Gegenteil: Die gut 70 beeindruckenden Rekonstruktionen und Abgüsse antiker Skulpturen geben eine Vorstellung der Farbigkeit, mit der Tempel und Skulpturen ursprünglich verziert waren.

Dem Hamburger Architekten Gottfried Semper (1803-1879), der mit seinen Forschungen einen wesentlichen Beitrag zur antiken Farbigkeit lieferte, ist ein weiterer Bereich der Ausstellung gewidmet.

Noch Mitte 18. Jahrhundert wollte man nichts von bemalten Skulpturen wissen. Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), der Begründer der Klassischen Archäologie, pries weiße Farbe als «diejenige, welche die mehrsten Lichtstrahlen zurückschickt, folglich sich empfindlicher macht, so wird auch ein schöner Körper desto schöner sein, je weißer er ist, ja er wird nackend dadurch größer als er in der Tat ist …» Anfang des 19. Jahrhunderts brachten jedoch erste Ausgrabungen farbiger Skulpturen am Aphaia-Tempel auf Aigina dieses Bild zum Wanken. Weitere folgten und führten zum nun aktuellen Bild der Kunst des antiken Griechenlands.

Die Ausstellung dauert noch bis 1. Juli 2007.

Link: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

0 Antworten to “Götter legen ihr Weiß ab”


Antwort hinterlassen