Sprachen bewahren

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Innerhalb der nächsten hundert Jahre werden 50 bis 90 Prozent der Sprachen weltweit verschwinden, ohne, dass von ihnen bedeutsame Aufzeichnungen zurückbleiben werden. «The Rosetta Project» nimmt sich dieses Problems an: Die weltweite Zusammenarbeit von Sprachspezialisten und Muttersprachlern arbeitet am Aufbau einer öffentlich-zugänglichen digitalen Bibliothek der menschlichen Sprache. Bis anhin wurden rund 100000 Seiten zu 2500 Sprachen zusammengetragen - die grösste verfügbare Sammlung im Internet dieser Art.

Besonders die Sprachen kleiner, einzigartiger und lokal verankerter menschlicher Gruppierungen laufen Gefahr, zu verschwinden. Oft ist die Weitergabe von Traditionen eng mit Sprache verknüpft - verschwindet sie, geht im selben Atemzug meist auch das Wissen der sie beschreibenden Kulturen verloren.

Diesem Trend möchte «The Rosetta Project» entgegenwirken und sicherstellen, dass kulturelle und sprachliche Vielfalt erhalten bleiben. Getragen wird das Unterfangen von einer Stiftung mit Vertretern aus renommierten Studien- und Forschungsinstitutionen, wie der Stanford University oder der Université de la Sorbonne Nouvelle Paris III.

Erwähnenswert ist auch die «Rosetta Disk», das physische Gegenstück zum digitalen Spracharchiv. Es soll ein dauerhaftes Archiv der menschlichen Sprachen sein, das die grosse Vielfalt menschlicher Ausdrucksfähigkeit widerspiegelt. Für den Zugang zu diesem rein analogen Aufbewahrungsmedium braucht es keine digitale Hilfsmittel. Einzig eine 500-fache optische Vergrösserung ist zum Lesen nötig.

Link: «The Rosetta Project»

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