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Wahrsager haben ein grundlegendes Problem: Liegen sie mit ihren Prognosen falsch, hört ihnen bald niemand mehr zu. Gegen diesen Missstand gibt es zwei mögliche Mittel: Entweder macht man Aussagen, die so allgemein sind, dass sie alles bedeuten können oder man hört sich an, was andere sagen und bastelt sich dann daraus wiederum eine eigene Prognose.
In der Marketing-Kolumne der aktuellen Ausgabe von brand eins (5.07) wird auf dieses Problem im Bereich Trendforschung hingewiesen. Der Autor Ralf Grauel führt in seinem Text, «Das Trend-Kartell», Statements verschiedener Institute an. Laut GDI (Gottlieb Duttweiler Institut) verliert die Zukunft an Kontur und die Prognosefähigkeit nimmt ab. Als Konsequenz schwindet der Mut zur Prognose.
Das Angebot an Produkten und Dienstleistungen in diesem Bereich ist in den letzten Jahrzehnten zu einem unübersehbaren Markt geworden. Jeder versucht, seine Voraussagen an den Mann zu bringen. Die Breite des Angebots macht es für den Nutzer umso schwieriger, das geeingete Produkt zu wählen.
Ein weiteres Problem ist die Benennung neuer Strömungen. Wohlklingende Begriffe werden von den Trendbüros rasch voneinander kopiert. Dabei sind es diese Wortkreationen, die Aufmerksamkeit und damit mehr Rednerhonorar garantieren.
Aus dem Internet kommt neue Konkurrenz. trendwatching.com bietet Reports sogar umsonst. Zur zahlungspflichtigen, knapp 400 Euro teuren, Powerpoint-Präsentation dieses Anbieters schreibt der Autor: «Wem es nicht um Prognosen geht, sondern um unterhaltsamen Zeitgeist, und wer dabei in der Lage ist, die eingekauften Microtrends minimal zu interpretieren, der ist mit der Konfektionsware bestens bedient.»
Die Gegenwart scheint gerade noch fassbar zu sein - die Zukunft in weite Ferne gerückt. Den Unternehmer führt das vielleicht wieder zu mehr Eigeninitiative und Innovation. Selbst Trends zu setzten ist und bleibt Wunsch und Ziel im heutigen Marktgeschehen.
Ach ja; natürlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit für Wahrsager: Einfach die Wahrheit über die Zukunft voraussagen.
Links: brand eins
Gottlieb Duttweiler Institut
trendwatching.com
Trendbüro
Zukunftsinstitut
The Millenium Project
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