Quotenträchtige Zusammenarbeit

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Der Vorgang ist klar: Die Medien berichten über ein Thema und fördern damit dessen Bekanntheit in der Bevölkerung. Damit definieren sich Medien und ihr Zweck in unserer Gesellschaft. Von diesem Mechanismus verstehen es einige Medienarten und Gruppierungen besser zu profitieren, als andere.

Was wären Filmstars aus Hollywood ohne die Boulevardmedien, die über die kleineren und grösseren Skandale der Stars berichten? Und umgekehrt, was wäre die bunte Presse ohne die Hiltons, Hasselhoffs und wie sie alle heissen? Beide Seiten profitieren unbestreitbar voneinander.

Dasselbe Phänomen wissen auch rechtsextreme Gruppen zu nutzen. Eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms «Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen» NFP 40+ zeigt entsprechende Verknüpfungen auf. Medien und Politik instrumentalisieren das Thema Rechtsextremismus zunehmend, womit ihm eine grössere Präsenz in der Öffentlichkeit garantiert ist. Dazu heisst es in der Studie: «Die Medien treten in 45% aller Fälle als Initiator einer Berichterstattungs(kette) auf; auch in denjenigen Fällen, in denen Kommunikationsereignisse von rechtsextremen oder anderen politischen Akteuren initiiert werden, wird die Dynamik wesentlich von den Medien bestimmt.» Da Boulevardmedien aber dazu neigen, den Stoff zu personalisieren und zu emotionalisieren, wird eine kritische und vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik erschwert oder gar verhindert.

Diese starke Präsenz in den Medien setzt die Politik unter Druck – Mittel gegen den Rechtsextremismus sind gefordert. Nicht selten ruft das einen hektischen Aktionismus der Exekutive und der Verwaltung hervor. Die nun folgende Berichterstattung nimmt aber stark ab; die Medien berichten lieber über öffentlichkeitswirksamere Themen. Damit unterbleibt die dringend notwendige Überprüfung der Wirksamkeit ergriffener Massnahmen. Bei der Bevölkerung weckt das den Eindruck, dass sich nichts zum Bessren gewendet hat, was wiederum das Ansehen der Politik untergräbt.

Den Medienschaffenden raten die Autoren, nicht auf die Selbstinszenierungen der Rechtsextremen einzusteigen. Vielmehr sollten sie das Thema kritisch begleiten und damit die Politikerinnen und Politiker darin unterstützen, eine echte Auseinandersetzung mit den Inhalten zu suchen.

Links: NFP 40+
Pressemitteilung des Schweizerischen Nationalfonds

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