Internetzensur nimmt zu

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Internetzensur nimmt laut einer letzten Freitag, 18. Mai 07 veröffentlichten Studie weiter zu. Die OpenNet Initative hat einen Bericht verfasst, an dem die vier Universitäten von Toronto, Harvard, Oxford und Cambridge beteiligt sind. Neben dem Blockieren einzelner Seiten werden ganze Anwendungen wie YouTube, Skype oder Google Maps unterbunden. In Zeiten heikler Wahlphasen werden zudem Seiten politisch-oppositioneller Gruppierungen blockiert. Bei 25 der 41 untersuchten Ländern wurden bedeutsame Anzeichen von Blockierungen festgestellt. Die Studie stützt sich auf 200000 zensierte Beispiele.

Länder wie China, Iran, Syrien, Tunesien, Vietnam, Usbekistan, Oman und Pakistan unterbinden den Zugang zu einer breiten Masse von Seiten. Tunesien hat es besonders auf die Menschenrechte, die politische Opposition der Regierung, Pornografie und Seiten, die Werkzeuge zur Anonymisierung, das heisst zum Umgehen von Kontrollmechanismen im Internet bereitstellen, abgesehen. Vietnam und Usbekistan beschränken sich hauptsächlich auf lokale Inhalte und lassen internationale Seiten beiseite. Demgegenüber tragen Länder des Mittleren Ostens internationalen Seiten mehr Rechnung. Saudi-Arabien zensiert Seiten mit sozialen Inhalten (Pornografie und Spiele) sowie solche, die sich über die Saudische Monarchie kritisch äussern.

Südkorea filtert solche Seiten aus dem nördlichen Nachbarstaat, die übrigens vielfach aus Japan kommen. Jordanien, Marokko und Singapur blockieren nur eine kleine Menge von Seiten. Wenig blockiert wird in Russland, Venezuela, Ägypten, Hong Kong, Israel und Irak, wo man solche Netzwerke, die von den US-Militärs unterhalten werden, nicht untersucht hat. Kürzlich hatte ja das US-Militär die Blockierung von verschiedenen Anwendungsseiten, darunter YouTube, bekanntgegeben (s. dazu Bericht bei taxipluto).

Links: OpenNet Initative
The Citizen Lab at the Munk Centre for International Studies - University of Toronto
Berkman Center for Internet & Society - Harvard Law School
The Advanced Network Research Group at the Cambridge Security Programme - University of Cambridge
Oxford Internet Institute - Oxford University

5 Antworten to “Internetzensur nimmt zu”


  1. 1 rafael

    Das ist eine Schande, mit diesem Zensurieren. Ich selber war vor einem Monat in Usbekistan und hab das live miterleben könen, wie das mit der Zensur funktioniert. Sogar die Seite der Deutschen Welle war da blockierrt. Ansinsten so ziemlich alles was aus dem russischen Raum kommt. Auch die Mails werden gelesen.

  2. 2 TaxiOne

    Hallo Rafael, Du hast mit der Zensur selber Erfahrungen gemacht. Würde mich interessieren, wie sich das konkret äussert. Gibt es - von der einfachen Blockierung von Seiten mal abgesehen - noch anderes, das man zu spüren bekommt? Und merkt man selber, dass E-Mails gelesen werden?

  3. 3 rafael

    Ja, wie schon erwähnt habe ich geblockte Seiten von relativ harmlosen Medienunternehmen aus z,B Deutschland gesehen. Nein, ich vermute, dass man es selber nicht merken würde, wenn Mails gelesen würden. Wo klar schnell geht, ist, wenn Jemand Jornalist oder so, sich sehr kritsich der Regierung gegenüber äussert. Kurz bevor ich da war wurde eine Deutscher schnurstraks ausgeflogen, weil er sich nicht an dieses Credo halten wollte. Und der wird nicht so schnell wieder einreisen können. Schlimmer ist die Zensur in der Realität, beispielsweise ein Mädchen von 16, welches in den USA einen Sprachaufenthalt machte und zurückkehrte musste mehrmals zu einem “Interview”, nach der Schule. Dort wurde sie über ihre Gastfamilie bis zu “wichtigen” Informationen befragt.

  4. 4 TaxiOne

    Als ob das alles nicht schon genug wäre. Kürzlich hat der türkische Präsident ein Gesetz unterzeichnet, das Internet-Zensur ermöglicht. Dabei geht es in erster Linie um Beleidigungen Atatürks, des Begründers der Türkei. Das Vorgehen sieht vor, dass entsprechende Seiten zunächst gesperrt und erst nach richterlicher Begutachtung wieder freigeschaltet werden können.
    Bereits im März wurde durch ein Istanbuler Gericht die Blockierung des Videoportals YoutTube angeordnet, da dort Atatürk beleidigende Filme ausgestrahlt würden. Nach Entfernung des entsprechenden Materials wurde die Seite wieder freigeschaltet. (Quelle: ZDNet.de)

  1. 1 Chinas Druck auf Blog-Szene at taxipluto

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