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Zusammenarbeiten sind dann sinnvoll, wenn sie einen gewissen Nutzen, sprich Ertrag, für die beteiligten Parteien bringen. Der Ertrag kann sich in barer Münze einstellen oder auch in ganz anderer Form – in neuen Soldaten beispielsweise. Dieses und andere Ziele spielen für das Pentagon eine nicht unwesentliche Rolle, wenn es um eine Zusammenarbeit mit Hollywood geht. Arte hat die Thematik in einer Animation «Arte Operation Hollywood» interaktiv aufbereitet.
Beginn einer engen Zusammenarbeit
Schon bei frühen Filmproduktionen wurde die Hilfe der Militärs dankend angenommen. Der Stummfilm «Geburt einer Nation» (Birth of a Nation) von 1915 oder «Flügel» (Wings) von 1927 sind nur zwei Beispiele der Anfangszeit. In den Filmen zwischen den zwei Weltkriegen ging es vor allem darum, die Öffentlichkeit auf einen neuen Krieg einzustimmen.
Von den 40er Jahren an bis in die späten 60er-Jahre hinein intensivierte sich die Zusammenarbeit und spiegelte sich in der Einrichtung eines Verbindungsbüros des Kriegsministeriums in Hollywood wider. «Psychologische Mobilmachung» war der Anstoss zu einer Reihe Filme, in denen Regisseure, wie John Ford oder Frank Capra, der allgemeinen Bürgerpflicht in Kriegszeiten nachkommen sollten. «Der Längste Tag» (The Longest Day) entstand in enger Zusammenarbeit mit der Armee. Darin werden der Krieg und seine Soldaten idealisiert.
Sendepause wegen Vietnam
Mit dem Vietnamkrieg kam die Wende. In der Bevölkerung wuchs der Unmut über den Einsatz der eigene Söhne auf fremden Feldern, die Kritik wurde schärfer. Hollywood war immer weniger bereit, neue Kriegsfilme zu drehen. «Patton – Rebell in Uniform» (Patton) von Franklin J. Schaffner und «MASH» von Robert Altman waren 1970 die letzten Filme dieser Art. Natürlich gab es auch kritische Stimmen, die andere Aspekte von Krieg und den damit zusammenhängenden Grausamkeiten aufzeigen wollten. Francis Ford Coppola wurde dann auch beim Dreh seines Films «Apocalypse Now» vom Pentagon nicht unterstützt.
Renaissance dank Regan
Erst Mitte der 80er Jahre kam die Wende zur erneuten Zusammenarbeit. «Rambo 2» und «Top Gun» entstanden. Der damalige Präsident Ronald Regan und die konservative Grundstimmung im Land begünstigten das erneute Aufkommen patriotischer Schlachtfilme, das bis heute anhält. «Windtalkers», «Pearl Harbour», «Der Soldat James Ryan» (Saving Private Ryan) sind nur einige Beispiele einer Reihe von Filmen, die die gute Zusammenarbeit aufzeigen. In der Zwischenzeit haben sich freilich die Feindbilder gewandelt: An Stelle des bösen Roten sind Terroristen und Drogenbarone getreten.
Zu diesem Thema hat Arte ein äusserst informatives Dossier zusammengestellt. Darin ist auch ein Link zur interaktiven Animation «Arte Operation Hollywood» enthalten. Diese Preisgekrönte Animation (Gold in der Kategorie «Webdesign des Jahres» der Lead Awards 2006) bietet einen interessanten Überblick über Filme, Persönlichkeiten, Autoren, Protagonisten und andere Aspekte der Zusammenarbeit zwischen Hollywood und dem Pentagon. Besonders spannend ist das «Kleine Handbuch für Kriegsfilmproduzenten in spe». Wer die Regeln kennt, hat grössere Chancen auf einem Flugzeugträger die Kameras zu dirigieren als einer, der sich den Wünschen der Militärs widersetzt.
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