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Wenn man als Jäger zum Gejagten wird, braucht es mitunter gute Nerven und eine dicke Haut. Besonders dann, wenn die Beute Scientology heisst.
BBC-Reporter John Sweeney ist seit einigen Wochen den Machenschaften der selbsternannten Kirche auf der Spur. Das passt den Scientologen nun gar nicht. Ihre Antwort: Lasst uns zurückschlagen! Das tun sie mit einer Mischung aus Stalking und Diskreditierung. Jeden Schritt, den Sweeney mit seinem Team unternimmt, verfolgen die Scientologen mit einem eigenen Kamerateam. Sie lassen ihm kaum Luft zum Atmen und torpedieren ihn überall, wo es nur geht. Auch die Flucht aufs Stille Örtchen hilft da nichts.
Selbst Mittel, die zunächst abgelehnt wurden, sind nun Recht. Lange Zeit sahen die Scientologen im Internet die Verkörperung des Bösen. Nun scheint sich das Blatt gewendet zu haben, denn kürzlich luden sie ein Video von Sweeney auf die Plattform YouTube. Darin sieht man einen wie von Sinnen schreienden Mann, der auszurasten scheint. Die aus dem Zusammenhang gerissene Szene wurde bewusst ausgewählt, um den Reporter mit der Macht der Bilder zu diskreditieren. Das hat nichts mit seriösem Journalismus zu tun. Es zeigt das manipulative Vorgehen der Scientologen auf und ist nichts mehr als ein Armutszeugnis.
Dass Sweeney ausgerastet ist, hat einen triftigen Grund: Während einer Scientology-Schau zum Thema Psycho-Therapie wurden Freuds Enkel mit den Nazis auf eine Ebene gesetzt. Das war für den Reporter zu viel. Und genau auf einen solchen Moment haben die Scientology-Filmer gewartet.
Mit dem Vorgehen, das Internet selber zu nutzen, zeichnet sich eine Trendwende ab. Bis anhin ging man mit hochbezahlten Juristen auf die Journalisten los oder versuchte sie mit gezielten PR-Aktionen in der Öffentlichkeit anzuschwärzen. Die Schlacht hat gerade erst begonnen.
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