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Was soll man tun, wenn eine Massnahme genau das heraufbeschwört, was man eigentlich verhindern möchte? Dann lässt man sie lieber bleiben; könnte man meinen.
Doch im Falle des Tragens von Fahrradhelmen ist die Antwort nicht ganz so einfach. Der Verkehrspsychologe Ian Walker von der britischen University of Bath hat in verschiedenen Tests das Verhalten von an Fahrradfahrern vorbei fahrenden Motorfahrzeugen überprüft. Seine Ergebnisse wurden in der Märzausgabe von Accident Analysis & Prevention veröffentlicht.
Er fuhr mit und ohne Helm ausgestattet durch Salisburys und Bristols Strassen und zeichnete dabei die Daten von 2500 Überholmanövern auf. Seine Ultraschallentfernungsmessungen ergaben interessante Resultate: Radfahrern mit Helm kommen Autos im Schnitt 8,5 Zentimeter näher als solchen ohne Kopfschutz. Näher kommen sie ihnen auch, je weiter vom Strassenrand entfernt sich die Fahrradfahrer befinden.
Weitere Erkenntnisse: Der Berufsverkehr überholt besonders nahe und der motorisierte Verkehr macht einen Unterschied unter den Geschlechtern. Mit einer Perücke ausgestattet, machte der Forscher die Entdeckung, dass ihm im Durchschnitt 14 Zentimeter mehr Platz eingeräumt wurde. Frau sein ist in diesem Fall von Vorteil. Zudem gibt es Unterschiede im Tagesverlauf. Generell überholen die Fahrzeuge am Morgen näher als gegen Abend.
Was ruft nun diese unterschiedlichen Verhaltensmuster hervor? Walker nimmt an, dass Helm tragende einen zuverlässigeren Eindruck hinterlassen und so die Fahrzeuglenker annehmen, dass weniger unkontrollierte Schlenker zu erwarten sind. Das gleiche könnte auf die Geschlechter zutreffen. Dass diese Annahmen der Automobilisten irrig sind, versteht sich von selbst. Mögliches Verhalten von Fahrzeugteilnehmern - egal welcher Art - ist nicht vorauszusehen und hängt sicher nicht von Geschlecht oder dem Tragen eines Helms ab.
Die Studienresultate könnten nun den Schluss zulassen, dass das Tragen eines Kopfschutzes gefährlich ist, da sich die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstosses damit erhöht. Eine solche generelle Aussage lässt sich jedoch nicht machen: Denn Helme bieten unter anderem bei Unfällen mit geringer Geschwindigkeit wirkungsvollen Schutz - besonders bei solchen von Kindern.
Links: Ian Walker
University of Bath
Accident Analysis & Prevention
(via: Scientific America)
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