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Animationsfilme haben es nicht immer ganz leicht. Den Weg in die grossen Kinosäle finden die teilweise recht kurzen Streifen leider nur selten. Manche schaffen es aber in die Museen. Darunter die des südafrikanischen Künstlers William Kentridge.
Seine Arbeitsweise ist unter Filmern dieser Gattung einzigartig: Alleine mit Kohle- und Pastellkreide malt er seine Szenen auf einen Bogen. Dabei wechselt er nicht etwa nach jeder Sequenz den Bogen; vielmehr radiert er die vorangegangene Einstellung auf demselben aus und zeichnet die neue versetzt darüber. Dieser Prozess wird Bild für Bild mit einer 35mm-Kamera aufgenommen und ergibt dann den eigentlichen Film. Natürlich hinterlässt diese Vorgehensweise auf dem Papier seine Spuren. Das stört aber nicht im geringsten - fördert es doch die Dynamik in den Bewegungen einzelner Objekte, wie zum Beispiel Zeitungspapier, das im Film «Felix in Exile» durch die Luft schwebt und flimmernde Flügelspuren hinterlässt (s. 1. Film unten)
Neben den rein gezeichneten Animationsfilmen hat er auch Filme aus einer Kombinationen von Animation und Schauspiel produziert, wie «The Journey to the Moon» (s. 2. Film unten).
Über Kentridge schreibt die 3Sat-Redaktion: «Sein Werk bildet einen ausdrucksstarken und sehr persönlichen Versuch, die Natur menschlicher Gefühle und Erinnerungen darzustellen. Gleichzeitig spiegeln seine Filme die Suche nach kultureller Identität und die Verwurzelung in der Geschichte und Politik Südafrikas. In den kurzen, melancholischen und oftmals bizarren Erzählungen tauchen die Verbrechen des Apartheid-Regimes immer wieder als Versatzstücke auf. Die Filme kreisen um das Thema der kollektiven Erinnerung und der persönlichen Verantwortung, verbunden mit den Spuren individueller Erfahrungen.»
Felix in Exile
The Journey to the Moon
Links: artnet
ArtFacts
In der ArtCyclopedia
3Sat Kinomagazin
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