Schrecken lehrt uns effizient

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In gewissen Fällen ist es unangenehm, wenn uns die Vergangenheit einholt. Läuft es ganz schief, landen wir sogar im Kittchen. Dass es aber auch von Vorteil sein kann, wenn uns die Stimme aus der Vergangenheit entgegenbrüllt, zeigen Forschungen zum menschlichen Lernverhalten.

Andy Wills von der University of Exeter hat untersucht, unter welchen Voraussetzungen der Mensch lernt. Besonders effizient ist das der Fall, wenn er Fehler begehen. Werden wir in der Gegenwart wieder mit einer ähnlichen Situation konfrontiert, in der wir uns zu einem früheren Zeitpunkt falsch verhalten haben, brüllt zwar keine innere Stimme «Aufgepasst!» - dennoch signalisiert uns unser Gehirn, dass wir Gefahr laufen, wieder denselben Fehler zu begehen.

Dass innerhalb nur einer Zehtelsekunde unser Gehirn auf die gegenwärtige Situation reagiert - und das auf eine zunächst nicht bewusste Weise - hängt damit zusammen, dass mit der ersten Bewusstwerdung eines Fehlers ein Gefühl der Überraschung einhergeht. Im Gegensatz dazu wird unser normaler Lernprozess nicht von starken Gefühlen begleitet. Oder hatten Sie schon mal einen Schrecken beim Lernen von Französischvokabeln? Frustration vielleicht schon, aber das soll hier nicht interessieren.

Die Versuchsreihe wurde mit Probanden durchgeführt, die am Computer eine Aufgabe zu lösen hatten. Dabei wurden die elektrischen Signale ihrer Gehirne mit Elektroden aufgezeichnet. Aufgrund gezeigter Bilder sollten die Teilnehmer Vorhersagen über kommende Ereignisse machen. Danach gab man ihnen neue Informationen, die zeigten, dass die ursprünglichen Annahmen zur Vorhersage falsch sein mussten. Wenn nun ein Bild erschien, das bei einem früheren Durchgang auf einen Fehler hindeutete, tauchte im Gehirn blitzschnell ein Warnsignal auf (im unteren Temporallappen) - noch bevor sie bewusst sagen konnten: «Aha, das kommt mir bekannt vor. Diesen Fehler habe ich bereits schon einmal begangen. Den will ich nun verhindern.»

Diese Funktionsweise ist in einer Vielzahl von Situationen hilfreich. Haben wir beispielsweise einmal in Japan vor dem Betreten eines Zimmers, das mit Tatamis (Reisstrohmatten) ausgelegt ist, vergessen, unsere Schuhe auszuziehen, werden wir beim nächsten Mal sicher daran denken. Besonders dann, wenn man uns mit grimmigem Blick und gezücktem Schwert auf den Fehler aufmerksam gemacht hat.

Link: University of Exeter
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