Wenn Logik nicht hilft

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Nehmen wir an, Sie wollen sich vor einem Fehltritt absichern, indem Sie sich vorab über mögliche Ursachen für ein Vergehen informieren. Nehmen wir weiter an, dass Sie nicht über diese Ursachen informiert werden dürfen, weil sie geheim sind. Hier liegt ein Dilemma vor, das nicht zu lösen ist. Dass Sie tatsächlich einen Fehler begangen haben, merken Sie erst, wenn es schon zu spät ist.

Von einem solchen Fall weiss Keith McCammon zu berichten. In der US-Stadt Arlington hat er das falsche Gebäude fotografiert - eines der Regierung. Dass das ein Fehler war, hat er freilich erst im Nachhinein erfahren müssen. Er konnte es auch nicht wissen, weil nirgends ein Schild hängt, auf dem steht: «Achtung, dieses Gebäude nicht fotografieren.» Auf jeden Fall musste er einem aufmerksamen Polizisten seine Personalien abgeben; die Alternative wäre ein Untersuchungsgefängnis gewesen. Ersteres war ihm da schon lieber.

Was folgte war ein Briefwechsel mit der Polizei, den McCammon mit aller Geduld und in anständigem Ton geführt hat. Dabei musste er erfahren, dass die Sicherheit jeglicher Art von Regierungsgebäuden wichtig sei und dass die Gesetzeshüter dazu angehalten würden, verdächtigen Aktivitäten nachzugehen. Daher seien seine Personalien aufgenommen worden. Die gute Nachricht ist, dass die Polizei von Arlington keinen Polizeireport von McCammon aufgenommen hat. Die schlechte, dass sie seine Angaben an die Agentur für Innere Sicherheit weitergegeben haben. Anstatt ein einfacher Verbrecher ist er nun sogar ein potenzieller Terrorist …

OK, dachte sich McCammon, wenn das so ist, will ich sicher gehen, damit mir das nicht noch einmal passiert. Also fragte er nach einer Liste von Gebäuden, die man nicht fotografieren darf. Darauf war die Antwort von offizieller Seite, dass eine solche Liste natürlich nicht existiere.

Was soll man daraus schliessen? Ab sofort keine Gebäude mehr zu fotografieren oder vor dem Knipsen einen Polizisten zu suchen, den man fragen kann: « Wenn ich dieses Gebäude fotografieren würde, müsste ich dann mit Problemen rechnen?» Absurd, oder?

Links: Bericht von Keith McCammon
Berichterstattung über McCammons Fall
(via: Raw Fisher)

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