Universelle Babysprache

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Absichten zu kommunizieren ist eine der Hauptfunktionen menschlicher Sprache. Neben der Wortwahl werden diese auch über den Tonhöhenverlauf oder die Lautstärke vermittelt. Besonders stark zum Tragen kommt diese Eigenschaft, wenn Eltern mit ihren Kindern kommunizieren. Diese Babysprache (engl. infant-directed speech) ist gekennzeichnet durch überzeichnete Artikulation oder überzogene Tonhöhen im Tonhöhenverlauf.

Die Forscher Greg Bryant und Clark Barrett, der University of California, Los Angeles, nehmen an, dass es eine universell gültige Verbindung zwischen dem Klang und der damit transportierten Absicht gibt, und damit von jedem verstanden werden sollte, unabhängig der Sprache, die gesprochen wird. Um diese These zu überprüfen, liessen die Forscher von englischsprachigen Eltern Texte aufnehmen. Einmal mussten sie so sprechen, wie wenn sie zu ihren eigenen Kindern sprechen würden, einmal so, wie wenn sie zu Erwachsenen sprechen würden. Diese Aufnahmen umfassten vier Kategorien: verbietend, zustimmend, behaglich und aufmerksam machend.

Anschliessend wurden die Aufnahmen Bewohnern eines Dorfes in Ecuador abgespielt um zu untersuchen, ob diese zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können und ob sie die unterschiedlichen Kategorien (verbietend, etc.) innerhalb der beiden Richtungen ausmachen können.

Die Auswertung (erscheint in der August-Ausgabe von «Psychological Science») zeigt, dass die Bewohner in 73% der Fälle zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Ausserdem können sie die Kategorien zuordnen (verbietend, etc.), und zwar umso besser, wenn sie die Aufnahmen von Kinder-gerichteter Aussprache hören.

Somit ist offensichtlich, dass Zuhörer einheimischer, nichtindustrialisierter und wenig gebildeter Kulturen zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Das lässt den Schluss zu, dass es Kulturen überschreitende Gemeinsamkeiten im Ausdruck der Sprache gibt.

(Bericht bei Science Blog)

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