


Heute, am Blog Action Day, werfen wir einen näheren Blick auf die Biosphärenparks der UNESCO - kleine Oasen rund um den Globus. Exemplarisch dafür steht der Park im Grossen Walsertal in Österreicht, unweit der Schweizer Grenze.
Ist ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Natur möglich? Der Mensch hinterlässt unweigerlich Spuren in der Umwelt, sobald er diese betritt oder gar nutzt. Dass es Bestrebungen gibt, die Natur auf schonende Weise zu nutzen, zeigen die Biosphärenparks der UNESCO.
Biosphärenparks
Um auch künftigen Generationen noch berührende Erlebnisse in der Natur zu ermöglichen, hat die UNESCO in den 70er-Jahren das Programm Man and Biosphere ins Leben gerufen. In besonders schützenswerten Lebensräumen sollen Menschen und Natur in einer positiven, sich ergänzenden Beziehung miteinander existieren können. Dafür wurden weltweit etwa 500 Biosphärenparks in über 100 Ländern gegründet, die allesamt ein Ziel verfolgen: Die Natur nutzen ohne ihr zu schaden.

Grosses Walsertal
Anhand des Biosphärenparks Grosses Walsertal lässt sich der positive Einfluss des Projekts gut ablesen. Der Park kennt drei Zonen: eine Kern-, eine Pflege-, und eine Entwicklungszone. Die 17 Prozent ausmachende Kernzone besteht aus Ökosystemen, die sich möglichst ohne Eingriffe von Menschenseite entwickeln sollen. Zu dieser Zone gehören beispielsweise der Gebirgsfluss Lutz oder die Rote Wand, der höchste Berg des Tales (2705 m).
Zur 13 Prozent der Fläche umfassenden Entwicklungszone gehört der gesamte Dauersiedlungsraum des Grossen Walsertals. Hier lebt, arbeitet und erholt sich die Bevölkerung.
Schliesslich noch die Pflegezone, die den grössten Teil der Fläche (69 Prozent) einnimmt und den Platz zwischen den anderen beiden Zonen ausfüllt. Sie wird aus Kulturlandschaften gebildet und soll heute und morgen Lebensraum für Tiere und Pflanzen sein. Eine nachhaltige, naturnahe Landwirtschaft soll das ermöglichen.
Projekte
Im Zuge der Entwicklung des Biosphärenparks Grosses Walsertal ist eine Fülle verschiedener Projekte entstanden, die allesamt ein Zusammenwirken von Gesellschaft, Wirtschaft, Ökologie und Kultur widerspiegeln. Unter dem Namen «Walserstolz» wird hochwertiger Bergkäse gemeinsam von Milchbauern und Sennereien vermarktet. Kunsthandwerkliches wird als «Walser EigenArt» angeboten.
Exkursionen
Der Einsatz erneuerbarer Energien hat einen hohen Stellenwert; über 80 Prozent des Energiebedarfs wird aus Ökostrom gedeckt. An Energieexkursionen ist es möglich, verschiedene Anlagen zur Gewinnung von Energie zu besichtigen. Solar-, Wasser- und Biomassekraftwerke liefern den vom Tal benötigten Energiebedarf.
Besonders interessant ist der Besuch einer der zahlreichen Landwirtschaftlichen Exkursionsbetriebe. Sie zeigen auf, wie eine artenreiche Kulturlandschaft im Bisophärenpark im Alltag etabliert wird. Betriebsführungen, Besuche auf der Alpe bzw. Maisäss ergänzen Wiesenwanderungen; um nur einige zu nennen.

Es gäbe noch viel über die Aktivitäten im Biosphärenpark zu berichten. Zum Beispiel wären da noch die Erlebniswochen für Schülerinnen und Schüler, das Projekt «Bergholz», «Alchimilla», ein Kräuterprojekt oder das umfangreiche Veranstaltungsprogramm, das einen Urlaub im Grossen Walsertal hervorragend ergänzt. An einer Wanderung habe ich mich persönlich von der Schönheit der Gegend überzeugen können.
Das Wichtigste jedoch ist und bleibt das, was die Bevölkerung im Tal jeden Tag zu leben versucht: Ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Bedürfnissen zu finden, damit sich auch künftige Generationen noch am Leben im Tal erfreuen können.
Weiterführende Informationen zum Biosphärenpark sind erhältlich unter grosseswalsertal.at; solche über den Urlaubsaufenthalt unter walsertal.at.
Nachtrag Eine aktuelle Grafik zeigt es: Der Blog Action Day hat die Massen mobilisiert.

(Quelle: blogpulse)
… man lernt nie aus … Blog Action Day sei dank
Danke für die Informationen zum Thema Biosphärenpark!