Frauen im Bundesrat; ganz nebenbei

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Noch bei der Wahl von Elisabeth Kopp in den Bundesrat war es Hauptthema der Wahl; soll eine Frau in die Regierung gewählt werden? Und nun, rund 25 Jahre später, ist diese Frage zwar immer noch nicht ganz aus den Köpfen der Parlamentarierinnen und Parlamentarier verschwunden. Sie ist aber weit weniger wichtig.

Klar ist, dass in dieser Runde der Bundesratswahl ungewöhnliche Vorzeichen geherrscht haben. Bei der Bestätigung Christoph Blochers war man sich uneins. Die der restlichen sechs Landesvertreter war dagegen fast reine Formsache. Auch wenn die Vertreter der SP die zu erwartenden Abschreiber durch die SVP hinnehmen mussten.

Was ist aber geschehen, dass heute drei Frauen im Bundesrat vertreten sind? Nach Elisabeth Kopp und Ruth Dreifuss, die beide zwar nicht abgewählt aber dennoch nicht ohne kleinere und grösser Nebengeräusche selber zurückgetreten waren, musste Ruth Metzler-Arnold einen unfreiwilligen Abgang hinnehmen. Dass ausgerechnet Christoph Blocher das gleiche Schicksal erleiden würde, wie die Bundesrätin, die er durch seine Wahl seinerzeit aus der Regierung gedrängt hatte, ist nicht ohne Ironie.

Dass die Gleichstellung von Frau und Mann bei der Wahl in den Bundesrat mit der aktuellen Wahl vollzogen ist, wäre wohl übertrieben. Aber dieses Süpplein wird glücklicherweise längst nicht mehr so heiss gekocht. Mit Christoph Blocher hat es ganz den Anschein gemacht, als ob nicht die Arbeit sondern das Auftreten in der Öffentlichkeit Qualitätsmerkmal für die Beurteilung eines Bundesrates wäre. Eine bedrohliche Entwicklung, die mit seiner Abwahl vielleicht gebremst worden ist. Mit dem Trend zu mehr Show und Populismus müssen wir aber wohl oder übel leben.
Die Beurteilung der vollbrachten Leistungen der Bundesräte ist für den gemeinen Bürger kaum möglich. Eine Tatsache, die Frauen entgegenwirkt. Eine erfrischende Ausnahme ist Micheline Calmy-Rey, die es sich nicht nehmen lässt, ihre Meinung kundzutun. Sie macht dies nicht in einer Art und Weise, die das Frausein in den Vordergrund stellt. Ein Vorgehen, das man bei Ruth Dreifuss noch vermisst hat. Das erstaunt, denn beide Frauen gehören der SP an. Bei Frau Calmy-Rey hat man keine Feministin vor Augen sondern eine Bundesrätin, die ihre Arbeit macht.

Die Frage bleibt offen, ob Frau Widmer-Schlumpf mit anderen Vorzeichen gewählt worden wäre. Vielleicht sind die Parlamentarierinnen und Parlamentarier ja auch schon reifer, als man meinen könnte. Zumindest diejenigen, die mit der Wahl von Frau Widmer-Schlumpf kein Problem haben.

Liste der Mitglieder des Schweizerischen Bundesrates

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