Archive für Juni, 2007



Grimme kürt Web 2.0

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Nach den Webby Awards (s. Bericht bei taxipluto) nun das deutsche Pendant für Web 2.0-Angebote im Netz, der Grimme Online Award 2007.

Aus gesamthaft 23 Nominierungen hat die Jury sechs Preisträger-Websites in drei Kategorien (Information, Kultur und Unterhaltung, Wissen und Bildung) erkoren. Zudem wurde vom Publikum ein eigener Preisträger ermittelt. Hier die Ausgezeichneten:

Kategorie Information:
Fudder – Neuigkeiten aus Freiburg
Stefan-Niggemeier-Blog
Tagesschau-Blog

Kategorie Kultur und Unterhaltung:
Nach 100 Jahren
Polylog.tv

Preisträger Wissen und Bildung:
Elektrischer Reporter

Preisträger Publikumspreis:
Hausgemacht.tv

Links: Grimme Online Award 2007
(via: neues von 3sat)

Senf künftig ohne Würze?

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Ja, ich geb’s gerne zu: Auch ich war bisher ein freudiger Konsument von Ehrensenf – auch wenn gerade die letzten Sendungen aus Kanada nicht das Gelbe vom Ei waren. Was in Zukunft werden wird, wird sich zeigen, denn heute hat Katrin ihr Abschiedsvideo präsentiert.

Die Sendung, die mal gut, mal weniger gut durch die Skurrilitäten im Netz führt, verliert ihr Aushängeschild. Über die Zukunft der Moderatorin schweigen sich bisher alle aus. Es wird wohl ein Engagement bei einem Fernsehsender sein. In der Zwischenzeit ist sie schon mal als Gastmoderatorin beim rbb für die Sendung Stilbruch aufgetaucht. Ob sie da hängen bleibt?

Bleibt zu hoffen, dass es den Machern von Ehrensenf gelingt, eine passende Nachfolgerin zu finden (bloss keinen Nachfolger …?). Dass die Sendung ein Sprungbrett für eine Kariere (beim TV?) sein kann, hat sich ja gezeigt – Ansporn genug, sich als Moderatorin zu melden.

Links: Ehrensenf
Abschiedsvideo

Mit besserem Gewissen kühlen

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Kann man sich mit gutem Gewissen eine Klimaanlage ins Büro stellen? Die eigene Arbeitseffizienz steigt mit gleichzeitiger Zunahme der Stromrechnung. Damit die Zunahme der beiden Grössen nicht parallel nach oben verläuft, sollte man sich bei topten vor dem Kauf der Klimaanlage schlau machen.

Die Toptest GmbH ist ein Joint Venture der Saldo/Consuprint AG, der Oerlikon Journalisten AG und von S.A.F.E., der Schweizerische Agentur für Energieeffizienz. Zu den Partnern gehören Umweltverbände wie der WWF Schweiz, EnergieSchweiz (BA für Energie), verschiedene Elektrizitätswerke, Ämter und Energiefachstellen sowie Stiftungen, wie beispielsweise die Stiftung für Konsumentenschutz. Diese und noch weitere Partner verfolgen ein Ziel: Dem Konsumenten ein Hilfsmittel an die Hand geben, damit er rasch das beste Produkt finden kann.

Dabei sind verschiedene Kriterien wichtig, die den Kaufentscheid beeinflussen sollen: Energieverbrauch, Umweltbelastung, Qualität oder Kosten-Nutzen-Verhältnis – um nur einige zu nennen. Es werden Daten über Elektrogeräte zu allen wichtigen Bereichen angeboten; für Zuhause, die Arbeit oder den Weg dorthin. So ist es leicht, den besten Farblaserdrucker, den effizientesten Boiler oder den sparsamsten Kleinwagen ausfindig zu machen. Zumindest was die Zahlen angeht. Ob einem dann ein Toyota Yaris oder doch eher ein Fiat Punto besser gefällt, muss man dann immer noch selber entscheiden.

Link: topten

Strom ohne Kabel

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Welch eine Vorstellung: Elektronische Geräte, deren Batterien sich selber aufladen, ohne direkt mit dem Netz verbunden zu sein. Das Handy, der iPod oder das eigene Laptop würden nicht mehr Gefahr laufen, ihren Dienst zu verweigern, weil man vergessen hat, deren Batterien aufzuladen. Das haben die Geräte bereteits selbständig erledigt.

Dieser Vision ist ein Team des MIT ein Stück näher gekommen. Die Mitglieder der verschiedenen Forschungseinheiten (Department of Physics, Department of Electrical Engineering and Computer Science und Institute for Soldier Nanotechnologies – ISN) Andre Kurs, Aristeidis Karalis, Robert Moffatt, Prof. Peter Fisher und Prof. John Joannopoulos (Francis Wright Davis Chair and director of ISN), angeführt von Prof. Marin Soljacic, haben es geschafft, eine 60-Wattbirne über eine Distanz von mehr als 2 Meter zum Leuchten zu bringen. Und das ohne, dass die Birne via Kabel mit der stromerzeugenden Quelle verbunden ist. > weiterlesen ‘Strom ohne Kabel’

Atom- statt Fliegenpilze

Diese Kunst ist ein Knaller. Die tschechische Künstlergruppe Ztohoven (deutsch etwa «Rausvonhier») hat eine fingierte Atombombe gezündet. Mit ihrer Hack-Einspielung in die sonst wohl eher langweilige Sendung «Panorama» haben sie anstelle der sonst zu sehenden Bilder vom Riesengebirge einen Pilz steigen lassen.

Der Sender der Webcams CT erwägt eine Klage gegen die Urheber der Einspeisung. Nicht das erste Mal machen die Künstler auf sich aufmerksam: Kürzlich haben sie etwa 50 Fussgängerampeln in Prag modifiziert (s. Film unten). Die grünen und roten Männchen wurden gegen solche in ganz anderen Posen eingetauscht.

Die Aktionen sollen auf den steigenden Einfluss der Medien auf die Gesellschaft aufmerksam machen.

Links: Ztohoven bei MySpace

Legales Diebesgut

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Früher war es noch einfacher, ein gestohlenes Bild zuhause an die Wand zu schlagen. Heute ist das kaum mehr denkbar. Eigentlich bleibt dem Dieb fast nur noch die Lagerung im hauseigenen Tresor. Welch ein Frust.

Ganz anders verhält es sich mit den Preziosen von mike and maaike. Bei der Kollektion «stolen jewels» handelt es sich um auf Leder bedruckte Umsetzungen tatsächlich gestohlener Juwelen. Die Künstler haben einfach Bilder aus dem Web geladen, verpixelt und auf Leder übertragen.

Diese Juwelen kann man getrost tragen, obwohl es sich um «Diebesgut» handelt.

Links: mike and maaike
(via: c-22)

Stille Wasser gründen tief

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Was geschieht in der Zeit, die man vor dem Fernseher sitzend verbringt? Für einen selber nicht viel – und doch. Auf jeden Fall vergeht die Zeit, man wird älter, und die Dinge draussen vor der Türe gehen ihren Lauf. Das eigene Leben jedoch nimmt eine Art Auszeit. Die Erlebnisse der Protagonisten, die auf der Mattscheibe um ihr Leben kämpfen, sich verlieben, sterben oder die Welt retten haben keinen direkten Bezug zu einem selbst. Die unmittelbare Umgebung wird ausgeblendet, die eigene Körperhaftigkeit abgeschüttelt und die Grenzen des eigenen Denkens überschritten. Was jetzt noch aktiv ist, ist das Gehirn, die Aufmerksamkeit, die sich von einem selbst, hin zu den Geschehnissen im Film wegtransportiert. So verlebt man zwar das eigene Leben, erlebt dabei aber nicht wirklich etwas – was nicht heisst, dass das Ganze ohne Wirkung bleibt.

Welche Spuren das Fernsehen in Gesichtern von Kindern hinterlässt, zeigen Fotografien von Wolfram Hahn. Er hat Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren aus der Sicht des Fernsehers aufgenommen. Am auffallendsten ist, dass die Abgelichteten unauffällig sind. Sie zeigen kaum Reaktionen, weder Freude noch Trauer. Der Körper wird quasi in der gegenwärtig eingenommenen Haltung konserviert. Im Inneren geht natürlich umso mehr ab. Welten entstehen, entwickeln sich und brechen wieder in sich zusammen, was Spuren im Geist der Betrachter hinterlässt. Das alles ist jedoch in den Bildern des Fotografen nicht zu erkennen. Entstanden sind verstörende Bilder; man wundert sich, dass die innere Anteilnahme der Kinder nicht deutlichere Zeichen in ihren Gesichtern hinterlässt.

Wer sich selber ein Bild der Fotografien machen möchte:
Entzaubert, Wolfram Hahn/Daniel Klemm
Galerie C/O Berlin
02.06. bis 29.07.07
Mittwoch bis Sonntag, 11.00-19.00 Uhr

Links: Wolfram Hahn
Bericht in der Süddeutschen Zeitung
(via: rebel:art, Bilder: Wolfram Hahn)