Archive für Juni, 2007



Strom ohne Kabel

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Welch eine Vorstellung: Elektronische Geräte, deren Batterien sich selber aufladen, ohne direkt mit dem Netz verbunden zu sein. Das Handy, der iPod oder das eigene Laptop würden nicht mehr Gefahr laufen, ihren Dienst zu verweigern, weil man vergessen hat, deren Batterien aufzuladen. Das haben die Geräte bereteits selbständig erledigt.

Dieser Vision ist ein Team des MIT ein Stück näher gekommen. Die Mitglieder der verschiedenen Forschungseinheiten (Department of Physics, Department of Electrical Engineering and Computer Science und Institute for Soldier Nanotechnologies - ISN) Andre Kurs, Aristeidis Karalis, Robert Moffatt, Prof. Peter Fisher und Prof. John Joannopoulos (Francis Wright Davis Chair and director of ISN), angeführt von Prof. Marin Soljacic, haben es geschafft, eine 60-Wattbirne über eine Distanz von mehr als 2 Meter zum Leuchten zu bringen. Und das ohne, dass die Birne via Kabel mit der stromerzeugenden Quelle verbunden ist. > weiterlesen ‘Strom ohne Kabel’

Atom- statt Fliegenpilze

Diese Kunst ist ein Knaller. Die tschechische Künstlergruppe Ztohoven (deutsch etwa «Rausvonhier») hat eine fingierte Atombombe gezündet. Mit ihrer Hack-Einspielung in die sonst wohl eher langweilige Sendung «Panorama» haben sie anstelle der sonst zu sehenden Bilder vom Riesengebirge einen Pilz steigen lassen.

Der Sender der Webcams CT erwägt eine Klage gegen die Urheber der Einspeisung. Nicht das erste Mal machen die Künstler auf sich aufmerksam: Kürzlich haben sie etwa 50 Fussgängerampeln in Prag modifiziert (s. Film unten). Die grünen und roten Männchen wurden gegen solche in ganz anderen Posen eingetauscht.

Die Aktionen sollen auf den steigenden Einfluss der Medien auf die Gesellschaft aufmerksam machen.

Links: Ztohoven bei MySpace

Legales Diebesgut

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Früher war es noch einfacher, ein gestohlenes Bild zuhause an die Wand zu schlagen. Heute ist das kaum mehr denkbar. Eigentlich bleibt dem Dieb fast nur noch die Lagerung im hauseigenen Tresor. Welch ein Frust.

Ganz anders verhält es sich mit den Preziosen von mike and maaike. Bei der Kollektion «stolen jewels» handelt es sich um auf Leder bedruckte Umsetzungen tatsächlich gestohlener Juwelen. Die Künstler haben einfach Bilder aus dem Web geladen, verpixelt und auf Leder übertragen.

Diese Juwelen kann man getrost tragen, obwohl es sich um «Diebesgut» handelt.

Links: mike and maaike
(via: c-22)

Stille Wasser gründen tief

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Was geschieht in der Zeit, die man vor dem Fernseher sitzend verbringt? Für einen selber nicht viel - und doch. Auf jeden Fall vergeht die Zeit, man wird älter, und die Dinge draussen vor der Türe gehen ihren Lauf. Das eigene Leben jedoch nimmt eine Art Auszeit. Die Erlebnisse der Protagonisten, die auf der Mattscheibe um ihr Leben kämpfen, sich verlieben, sterben oder die Welt retten haben keinen direkten Bezug zu einem selbst. Die unmittelbare Umgebung wird ausgeblendet, die eigene Körperhaftigkeit abgeschüttelt und die Grenzen des eigenen Denkens überschritten. Was jetzt noch aktiv ist, ist das Gehirn, die Aufmerksamkeit, die sich von einem selbst, hin zu den Geschehnissen im Film wegtransportiert. So verlebt man zwar das eigene Leben, erlebt dabei aber nicht wirklich etwas - was nicht heisst, dass das Ganze ohne Wirkung bleibt.

Welche Spuren das Fernsehen in Gesichtern von Kindern hinterlässt, zeigen Fotografien von Wolfram Hahn. Er hat Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren aus der Sicht des Fernsehers aufgenommen. Am auffallendsten ist, dass die Abgelichteten unauffällig sind. Sie zeigen kaum Reaktionen, weder Freude noch Trauer. Der Körper wird quasi in der gegenwärtig eingenommenen Haltung konserviert. Im Inneren geht natürlich umso mehr ab. Welten entstehen, entwickeln sich und brechen wieder in sich zusammen, was Spuren im Geist der Betrachter hinterlässt. Das alles ist jedoch in den Bildern des Fotografen nicht zu erkennen. Entstanden sind verstörende Bilder; man wundert sich, dass die innere Anteilnahme der Kinder nicht deutlichere Zeichen in ihren Gesichtern hinterlässt.

Wer sich selber ein Bild der Fotografien machen möchte:
Entzaubert, Wolfram Hahn/Daniel Klemm
Galerie C/O Berlin
02.06. bis 29.07.07
Mittwoch bis Sonntag, 11.00-19.00 Uhr

Links: Wolfram Hahn
Bericht in der Süddeutschen Zeitung
(via: rebel:art, Bilder: Wolfram Hahn)

One Laptop per Child

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Das von Design21 (s. Bericht von taxipluto) lancierte Laptop für Entwicklungsländer kommt seiner Einführung in grossen Schritten näher. Verschiedene Länder haben bereits ihre Teilnahme am Projekt bekanntgegeben oder sogar Bestellungen vorgenommen - darunter Nigeria, Brasilien, Argentinien, Thailand, Libyen, Uruguay, Ruanda und kürzlich auch Peru.

Im Rahmen der Messe Design Miami/Basel wird das Projekt vorgestellt. Yves Béhar, Designer des Laptops, präsentiert das Gerät, das einige Spezialitäten aufweist: Damit auch Kinder in abgelegenen Gebieten untereinander und mit dem Internet verbunden sein können, fungiert jedes einzelne Gerät als kabelloser Router. Der hochauflösende Bildschirm kann als Farb- oder als Schwarz-Weiss-Bildschirm betrieben werden und ist auch bei starker Sonneneinstrahlung noch lesbar. Der Energieverbrauch ist sehr niedrig - das Laptop verbraucht weniger als ein Zehntel an Energie herkömmlicher Geräte. > weiterlesen ‘One Laptop per Child’

Farbfragen lösen

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Farbpaletten-Tools sind gegenwärtig schwer angesagt. Nach der Seite ColourLovers, die hier kürzlich vorgestellt wurde (s. Bericht), gibt es noch eine Reihe weiterer Hilfsmittelchen im Netz:

ColorBlender ergänzt eine zuvor gewählte Farbe mit weiteren fünf Farbtönen. Dazu mit Angabe der entsprechenden HTML- resp. RGB-Werten. Am Ende können davon sogar noch Paletten für Photoshop oder Illustrator heruntergeladen werden.

Beim Color Palette Generator von DeGraeve.com kann man die URL eines Bildes angeben. Anschliessend werden die im Bild vorkommenden Farben in einer Palette aufgelistet.

In eine ähnliche Richtung wie der Color Palette Generator geht der color hunter. Bereits existierende Paletten können auch schon betrachtet werden. Eine Tagliste und die Möglichkeit Pastelltöne zu simulieren, ergänzen die Funktionen der Seite.

Ob all diese Paletten wirklich notwendig sind, muss jeder selber entscheiden. Auf jeden Fall sind sie ein Hilfsmittel, um rasch und unkompliziert eine Farbpalette zu erzeugen. Das Fine-tuning kann man dann immer noch von Hand vornehmen.

Links: ColourLovers
ColorBlender
Color Palette Generator
color hunter

Paranoia garantiert

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Nichts für schwache Nerven ist die Bachelor-Abschlussarbeit von Johannes Widmer. Er zeigt in seiner Multimedia-Arbeit, wie, wo und weshalb Daten von uns gesammelt und für verschiedene Zwecke verwendet werden. Dabei fördern wir durch unser manchmal sehr leichtsinniges Verhalten, dass unterschiedliche Interessengruppen für sie nützliche Daten über uns sammeln.

In der sehr schön gestalteten Arbeit werden verschiedene Lebenssituationen betrachtet: Ob zuhause, auf dem Arbeitsweg, bei der Arbeit oder beim Einkaufen - überall hinterlassen wir unsere Spuren.

Auch interessant ist die Aussage über Bonussysteme von Supermärkten. So sollen Verkaufsstellen, die mit Rabattkarten Prämien anbieten, im Durchschnitt teurer sein als die, die ohne auskommen.

Empfehlenswert anzusehen - aber nicht während der Arbeitszeit. Der Chef könnte es mitbekommen …

Link: panopti.com
(via: tazblog)

Olympischer Katzenjammer

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Sport geht unter die Haut. Sportveranstaltungen erhitzen die Gemüter. Und Sportler sind die Helden unserer Zeit. Dass da der eine oder andere auch schon mal seinen Status verliert, weil er den falschen Hustensaft trinkt, liegt in der Natur der Sache.

Aber nicht nur Sportler müssen kämpfen. Gegenwärtig haben auch die Veranstalter der Olympischen Spiele 2012 in London ihre Probleme. Das Logo der Spiele gefällt leider nicht jedem. Die Petition «Change The London 2012 Logo» wollte sogar erwirken, dass das ursprünglich vorgesehene Logo zum Einsatz kommen soll. Und selbst Epileptiker schlagen Alarm, eine animierte Version des Logos könnte Epilepsie-Attacken auslösen.

Den Kreativen bleibt zum Trost immer noch die Gewissheit, dass über das Logo diskutiert wird. Das Ziel Tony Blairs scheint da etwas gar hoch gegriffen: «Unser Wusch ist es, den Betrachter des Logos zu einer positiven Veränderung in ihrem Leben zu inspirieren.»

Dass es auch anders gehen kann, zeigen Einsendungen von Alternativvorschlägen, die wohl nicht alle ernst gemeint sind. Ein ausführlicher Bericht ist zu lesen bei: Design Observer.

Links: Olympischen Spiele 2012
«Change The London 2012 Logo»
Epileptiker schlagen Alarm
Alternativvorschläge

Reingehört im Juni

Nach den Mai-Tipps, die eher ein Blick in die Vergangenheit waren, dieses Mal wieder drei aktuelle Neuerscheinungen. Wenn es schon mal aus Deutschland was zu vermelden gibt, soll es auch getan werden. Vorher aber ein Vorschlag für Experimentierfreudige.

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To My Boy - Model (Release: 18. Juni 07)
Die zweiköpfige Future-Pop-/ New Rave-Band aus Liverpool katapultiert uns in die Zukunft. Die Mischung aus Elektro und Indie hat bereits jetzt eine treue Anhängerschaft auf der Insel. Sam, einer der beiden Musiker, beschreibt deren Sound als «exzentrische elektronische Pop-Musik».

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Bobo in White Wooden Houses - Mental Radio
Die Björk Ostdeutschlands ist wieder zurück. Bobolina, kurz Bobo war bereits in den 90er Jahren schon einmal mit Lorbeeren überschüttet worden, als sie eine Nominierung beim MTV Euro-Video-Grand Prix 1995 einheimste. In der Zwischenzeit ist viel geschehen. Ihre neue Indie-Rock-Scheibe «Mental Radio» kommt noch diesen Monat heraus und verbindet ihre engelsgleiche Stimme mit gutem Gitarrensound.

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Wir sind Helden - Soundso
Die Ende letzten Monats herausgekommene CD Soundso hat auch den Baby-Zuwachs überstanden. Die Messlatte lag nach den ersten zwei Scheiben hoch. Ganz erreicht haben sie Judith und Co. nicht. Unter die etwas politischeren Stücke haben sich auch einige gemischt, die etwas gar unverbindlich daherkommen. Dennoch eine gelungene CD.

Links: To My Boy
To My Boy bei MySpace
(via: motor.de)
Bobo in White Wooden Houses
Bobo in White Wooden Houses bei MySpace
Wir sind Helden
Wir sind Helden bei MySpace

Webby Awards - Bowie, und sonst?

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Wenn jeweils die Internet-Oscars an den Webby Awards vergeben werden, dieses Mal zum 11. Mal, treffen Welten aufeinander. Showbiz, Musik, Technik - alles vertreten.

Aus 8000 Einsendungen aus aller Welt in 70 Kategorien die Gewinner auszumachen, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Dass da der eine oder andere Gewinner einen Preis mit nach Hause nehmen kann, den man nicht unbedingt auf der Rechnung hat, ist daher verständlich. Bei einigen ist es aber nachzuvollziehen. Allen voran Stilikone David Bowie, der das Internet schon früh für sich entdeckt und bereits in den 90er Jahren Online Musik verkauft hat. Er bekommt den Preis für sein Lebenswerk. Sein Auftritt auf der Bühne: «I only have five words? - shit, that’s five. Four more … there, that’s three … two …». Anschliessend verlässt er das Mikrofon fluchtartig.

Die Beasty Boys erhalten den Preis in der Kategorie Künstler des Jahres. Auch deren Kommentar ist nicht gerade erhellend: «We love the Internet so much. And computers, … can anyone fix my computer?». The Onion, an dieser Stelle ebenfalls vorgestellt (s. Bericht) werden in der Kategorie Humor ausgezeichnet. Natürlich dürfen Steve Chen und Chad Hurley unter den Preisträgern nicht fehlen. Sie werden in der Kategorie Personen des Jahres für YouTube ausgezeichnet. Weitere Preisträger sind die Ebay-Community (Meg Whitman; Lebenswerk), Ask A Ninja (Schauspieler des Jahres) und Jessica Lee Rose (Lonelygirl15; Schauspielerin des Jahres).

Am Ende trifft man sich dann noch zu einer Party - vermutlich der wichtigste Teil der Veranstaltung. Oder, um es mit den Worten der Organisatoren der Online Community Facebook auszudrücken: «Ich bin einzig und alleine wegen Bowie hier.»

Links: 11. Webby Awards
David Bowie
Beasty Boys
The Onion
YouTube
Ebay
Ask A Ninja
Jessica Lee Rose