Archive für August, 2007

Deutscher Wikiscanner

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Der deutschsprachige Wikiscanner ist seit 24. August Online. Bereits seit Mitte August 2007 verrichtet der englischsprachige Service seinen Dienst (s. Bericht bei taxipluto)

Wie in der englischen Ausgabe von Wikipedia sind auch in der deutschen bemerkenswerte Änderungen in Beiträgen zu finden. So wurde beispielsweise von einer IP-Adresse bei Sanofi-Aventis aus ein Eintrag zum Wirkstoff Clopidogrel so abgeändert, dass die Schädlichkeit und Wirksamkeit in besserem Licht erscheinen.

Oder ein Beitrag von EBay wurde komplett gelöscht. Darunter folgende Passagen: «Das Auktionshaus ist zwar bei vielen Benutzern beliebt, aber auch aufgrund einer fragwürdigen Handhabung des Datenschutzes und des Fehlens einer verbindlichen Identitätsfeststellung bei der Eröffnung von Zugängen heftig umstritten. … Ebay gerät auch immer wieder in die Kritik, da auf der Auktionsplattform kontinuierlich illegale Güter versteigert würden, ohne dass Ebay ausreichende Anstrengungen unternehme, diese Vorgänge zu unterbinden; neben menschlichen Organen wie Nieren …»

Und auch Einträge von Autoherstellern werden geschönt. BMWs iDrive, ein Bedienkonzept in Fahrzeugen, wird schamlos als das bessere System bezeichnet als das des Konkurrenten Audi.

Die Einträge in Wikipedia scheinen grundsätzlich Aufmerksamkeit zu erregen. Das sieht man nicht zuletzt auch daran, wie rasch es teilweise geht, bis ungeliebte Einträge «korrigiert» werden. Der kritische Artikel über EBay hat sich gerade einmal 11 Minuten im Netz gehalten.

Link Wikiscanner

Liebeserklärung und Goldmine

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Polar Inertia, das Online-Journal «of Nomadic and Popular Culture», wartet in der August/September-Ausgabe unter anderem mit einer Liebeserklärung an den Fiat 126, Verkaufsautomaten in Tokyos Strassen und fantastischen Bildern von Minen des Goldenen Dreiecks auf.

Was es im Allgemeinen mit Polar Inertia auf sich hat, habe ich bereits in einem früheren Bericht beschrieben.

(Bilder: Fiat 126, Sandy Carson; Verkaufsautomaten, Mac Kane, Golden Triangle, Louie Palu)

Nachtrag Zu den Fotos vom Goldenen Dreieck passen die Beiträge von Haiko Hebig über die Schwerindustrie in vorwiegend deutschen Städten.

Internetarchive wissen (fast) alles

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Archive im Internet bieten eine unendliche Fülle von Informationen. Mittlerweile gibt es davon eine grosse Zahl. Einige zusammengetragen hat lifehacker.

Neben allgemeinen Sammlungen zur Geschichte sind da auch solche zu den Bereichen Multimedia, gedruckte Medien, Wissenschaft oder Internet zu finden. Darunter ist beispielsweise das Rosetta Project, über das an dieser Stelle auch schon berichtet wurde.

(via Ehrensenf)

Blog Action Day

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«Was wäre, wenn alle Blogger an einem bestimmten Tag über ein ganz bestimmtes Thema schreiben würden?» So die Frage des Blog Action Day. Tausende Blogger-Stimmen sollen es sein, die am 15. Oktober aus der ganzen Welt ihren Beitrag zum Thema Umwelt veröffentlichen.

Dabei soll jeder Blogger innerhalb seines Themengebiets einen entsprechenden Beitrag verfassen. Hauptsache, der Text greift das Thema in irgend einer Form auf. Es soll nicht eine von den Initiatoren vertretene Sichtweise propagiert werden. Vielmehr geht es darum, das allgemeine Umweltbewusstsein zu stärken und jeden einzelnen dazu anzuhalten, seinen Beitrag zu leisten.

Veränderungen beginnen im Kopf. Ohne Überzeugung und Entschlusskraft werden die besten Ideen zu Rohkrepierern. Und natürlich beginnt eine Veränderung, die sich am Ende in einer Gesellschaft zeigen soll, zunächst im Kleinen. Damit ein solcher Wandel auch tatsächlich stattfinden kann, müssen den Absichtsbekundungen am Blog Action Day dann auch Taten folgen.

Wer ausführlichere Informationen will, kann sich direkt auf der Website informieren oder sich das kleine Video ansehen.

Ehemänner sind fauler

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Ergebnisse einer Studie (kürzlich veröffentlicht im Journal of Family Issues) deuten darauf hin, dass sich verheiratete Männer im Haushalt die Hände weniger schmutzig machen als ihre nichtverheirateten Geschlechtsgenossen. Shannon N. Davis (George Mason University, Fairfax, VA), Theodore N. Greenstein und Jennifer P. Gerteisen Marks (beide North Carolina State University, Raleigh) haben dazu etwas mehr als 17000 Personen in 28 Ländern befragt.

Die Forscher nehmen an, dass die Heirat die Arbeitsteilung neu festlegt. Selbst bei Paaren, die eine gleichberechtigte Sichtweise unter den Geschlechtern propagieren, tendieren die Männer dazu, im Haushalt weniger mitzuarbeiten, sobald sie den Ehering tragen.

Davis meint dazu: «Heirat scheint in den Köpfen der Paare traditionelle Werte zu wecken; selbst bei Paaren, die den Partner als gleichwertig betrachten.»

Ähnlich wie bei der Studie zum Thema Babysprache (s. Bericht bei taxipluto) scheinen auch hier weltumspannende Vorgänge stattzufinden. Waren doch in allen Ländern ähnliche Tendenzen zu beobachten. «Die Gesellschaft hat von der Ehe ganz bestimmte Vorstellungen, was sich im Verhalten niederschlägt», sagt Davis.

Also liebe Frauen - überlegt euch gut, ob ihr einen arbeitsamen Freund oder einen faulen Ehemann wollt …

(via Science Blog)

NOSO - Web 2.0-Auszeit

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Wer von Web 2.0 eine Auszeit braucht, kann sich mit NOSO behelfen. Bloggen, Skypen, Chatten - die Liste möglicher Anwendungen zum Austausch mit anderen liesse sich endlos erweitern. Dem Onlinekonsum wird bei NOSO (für No Social Networking) der Offlinekonsum gegenübergestellt.

Wie läuft das Ganze nun ab? NOSO-Mitglieder treffen sich, ohne sich direkt zu treffen, sie reden, ohne miteinander zu reden, stellen Verbindungen her, ohne miteinander in Verbindung zu treten. Stattfinden tut das Ganze in vorherbestimmten, Cafés, Bars, Bibliotheken, Parks oder anderen öffentlichen Orten. Dort treffen sich die Teilnehmer zu einer vereinbarten Zeit, ohne, dass sie sich kennen - und zwar alleine, ohne miteinander zu sprechen oder Beziehungen zueinander aufzubauen. Alleine das Bewusstsein, dass es noch andere Teilnehmer gibt, muss genügen.

Nach der Onlineregistrierung sucht man sich einen NOSO aus und wird informiert, sobald ein Anlass stattfindet. Online ist dann ersichtlich, wer sich sonst sonst noch zu einem Anlass angemeldet hat (keine persönlichen Daten, keine Fotos; nur anonyme Nummer). Hat man sich dann am Verabredungspunkt eingefunden, darf man weder das Mobiltelefon benutzen, noch Radio hören, Videos anschauen, Videospiele spielen, die Mailbox abrufen oder ein Gespräch mit Freunden oder fremden Passanten führen.

Abstand von allen Arten der Kommunikation oder Ablenkung nehmen; zumindest für eine gewisse Zeit. Den magischen NoSo-Moment geniessen und dann, wenn die Zeit um ist, einfach weggehen. Keine Freunde treffen, an keinem Anlass teilnehmen und keine Beziehung knüpfen.

Da muss man sich fragen, ob es jetzt schon eine Verabredung braucht, um alleine zu sein. Denn letztlich bleibt man bei diesen NOSOs alleine - stellt man doch keine Beziehung zu anderen her. Mein Vorschlag lautet daher, einfach das ganze Elektronik-Klimbims zuhause zu lassen und einen Spaziergang im nächstgelegenen Wald zu unternehmen. Innerlich kann man sich vorher ja mit den Rehen und Füchsen verabreden.

(via: mashable)

Chinas Druck auf Blog-Szene

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Die chinesische Regierung übt weiter Druck auf den heimischen Internet-Bereich aus. In einem vorgestern veröffentlichten Schreiben der Internet Society of China (ISC), einem Zweig des Ministeriums für Informationsindustrie, wird die Unterzeichnung eines Abkommens für Selbst-Einschränkung (engl. self-discipline pact) kundgetan (s. auch Bericht bei taxipluto).

Das Abkommen wurde bereits von Service Providern in China, wie Yahoo.cn! oder MSN.cn unterzeichnet.

Damit werden Firmen, die im Internet-Bereich tätig sind, zur Zusammenarbeit in Bereichen sensitiver Daten angehalten. Das betrifft die Registrierung von Bloggern und den Inhalten von Blogs.

Die Reporters Without Borders sagen dazu in einem Bericht: «Dieser Entscheid wird erhebliche Auswirkungen auf die chinesische Blog-Sphäre haben und bedeutet das Ende von anonymen Blogs. Eine neue Welle der Zensur und Unterdrückung scheint unmittelbar bevorzustehen.»

Das Abkommen sieht vor, dass Service Provider für Blogs dazu «ermutigt» werden, ihre Benutzer zur Veröffentlichung ihrer Identität anzuhalten. Diese Daten sollen den Offiziellen dann zur Verfügung gestellt werden. Ähnliches hat übrigens in der Vergangenheit schon zu Verhaftungen geführt.

Einige der Services, die der Unterzeichnung des Abkommens bereits zugestimmt haben: Msn.cn, Renmin Wang, Xinlang, Sohu, Wangyi, Tom, Qianlong Wang, Hexun Wang, Boke Tianxia, Tianji Wang, Yahoo.cn, Huasheng Zaixian, Bolianshe und Tengxun.

(via: Boing Boing)

LEGO in Eis

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Wenn ich an LEGO denke, kommen Jugenderinnerungen hoch. Das war noch Spielzeug für echt kreative Konstrukteure. Nix Videogame, nix Spielkonsole. Einfach ein paar Klötze und die eigene Vorstellungskraft. Später kamen dann freilich die Bausätze dazu; mit allerlei Krimskrams wie Figuren, Elektroteilen und Ähnlichem.

Dass die Spielklötze-Hersteller auch heute noch kreativ sind, zeigen die Silikonformen, mit deren Hilfe man Eiswürfel in der charakteristischen LEGO-Form heranzüchten kann. Besonders bei Architekten-Apéros dürften die so geformten Eiswürfel für Gesprächsstoff sorgen.

(via popgadget)

Universelle Babysprache

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Absichten zu kommunizieren ist eine der Hauptfunktionen menschlicher Sprache. Neben der Wortwahl werden diese auch über den Tonhöhenverlauf oder die Lautstärke vermittelt. Besonders stark zum Tragen kommt diese Eigenschaft, wenn Eltern mit ihren Kindern kommunizieren. Diese Babysprache (engl. infant-directed speech) ist gekennzeichnet durch überzeichnete Artikulation oder überzogene Tonhöhen im Tonhöhenverlauf.

Die Forscher Greg Bryant und Clark Barrett, der University of California, Los Angeles, nehmen an, dass es eine universell gültige Verbindung zwischen dem Klang und der damit transportierten Absicht gibt, und damit von jedem verstanden werden sollte, unabhängig der Sprache, die gesprochen wird. Um diese These zu überprüfen, liessen die Forscher von englischsprachigen Eltern Texte aufnehmen. Einmal mussten sie so sprechen, wie wenn sie zu ihren eigenen Kindern sprechen würden, einmal so, wie wenn sie zu Erwachsenen sprechen würden. Diese Aufnahmen umfassten vier Kategorien: verbietend, zustimmend, behaglich und aufmerksam machend.

Anschliessend wurden die Aufnahmen Bewohnern eines Dorfes in Ecuador abgespielt um zu untersuchen, ob diese zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können und ob sie die unterschiedlichen Kategorien (verbietend, etc.) innerhalb der beiden Richtungen ausmachen können.

Die Auswertung (erscheint in der August-Ausgabe von «Psychological Science») zeigt, dass die Bewohner in 73% der Fälle zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Ausserdem können sie die Kategorien zuordnen (verbietend, etc.), und zwar umso besser, wenn sie die Aufnahmen von Kinder-gerichteter Aussprache hören.

Somit ist offensichtlich, dass Zuhörer einheimischer, nichtindustrialisierter und wenig gebildeter Kulturen zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Das lässt den Schluss zu, dass es Kulturen überschreitende Gemeinsamkeiten im Ausdruck der Sprache gibt.

(Bericht bei Science Blog)

Da schau her 0003 - Höflichkeit

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Jede Gesellschaft hat ihre Eigenheiten. Besonders auffallend ist der Umgang der japanischen Kultur mit gesellschaftlicher Stellung und Höflichkeit. Welche Beziehung zwischen Menschen besteht, kommt unter anderem darin zum Ausdruck, wie diese miteinander kommunizieren und welche Worte sie dabei wählen.

Frage ohne Antwort
Da ich mir nicht anmassen möchte, ein Experte in den Verhaltensweisen der japanischen Kultur zu sein, will ich nur ein einfaches, mir bekanntes Beispiel heranziehen. Kürzlich hatten wir das Vergnügen, von unserer Japanisch-Lehrerin zum Essen eingeladen zu werden. Bei ihr zuhause wurde vom amerikanisch-stämmigen Ehemann beim Essen in die Runde gefragt, ob es uns nicht seltsam anmuten würde, dass wir unsere Lehrerin nicht duzen dürften.

Obwohl wir mittlerweile ein Verhältnis untereinander pflegen, das man durchaus als herzlich bezeichnen darf, wird es zwischen Lehrerin und Schüler nie ein Du geben. In unseren Breitengraden hätten wir uns wohl beim ersten Trinkspruch das Du angeboten. Ganz anders in Japan, wo so etwas nicht denkbar wäre. Ob es der Sake, das feine Essen, das bereits schon in unseren Mägen Platz gefunden hatte, oder doch blankes Unverständnis war, weshalb die Antworten auf die Frage des Ehemanns nur spärlich unseren Kehlen entstiegen, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Wohl war von allem etwas vorhanden.

Zu den Feinheiten japanischer Konversation ist zu sagen, dass es, einfach gesagt, ein Du und ein Sie gibt. Das haben wir mit den Japanern gemein. Dazu kommt aber bei ihnen noch eine Fülle von Abstufungen, die den Raum zwischen dem Du und dem Sie ausfüllen. Sie alle werden je nach gesellschaftlicher oder familiärer Stellung entsprechend gewählt.

Überlebenswichtig
Diese Eigenheiten haben mich zu grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Höflichkeit, und wie diese zum Ausdruck kommt, geführt. Höflichkeit hat etwas mit Wertschätzung zu tun. Mit Gesten und Worten können wir diese vermitteln. Um den Wert einer anderen Person zu erkennen, müssen wir uns überlegen, in welcher Beziehung wir zu ihnen stehen. > weiterlesen ‘Da schau her 0003 - Höflichkeit’