Reisfeld als Leinwand

Etwas weniger vergänglich, als die grossflächigen Zeichnungen am Strand von Jim Denevan (s. Bericht) sind die Zeichnungen in japanischen Reisfeldern. In den Präfekturen Aomori oder Yamagata hat sich eine eigene Kultur dieser Kunstform etabliert. In Inakadate (Aomori Präfektur) haben es den Reisbauern die Holzdrucke Hokusais angetan. Seit 1993, als lokales Impulsprogramm gedacht, lassen sie auf mittlerweile 15000 Quadratmeter Bilder wachsen.
Jedes Jahr wird im April festgelegt, welches Sujet umgesetzt und welche Farben verwendet werden. Das Bild wird in einem ausgeklügelten Verfahren in Punkte umgesetzt und Ende Mai von Reisbauern mittels verschiedenartigen Reissorten auf das Feld übertragen. Zwei alte Sorten (ki ine; gelber Reis und murasaki ine; roter Reis) ergeben gelb-, resp. braunblättrige Pflanzen und andere Sorten (Beni Miyako; roter Reis und Tsugaru Roman) ergeben frischgrüne Blätter.
Das fertige Ergebnis ist dann am besten Ende Juli zu bewundern. Das erwähnte Projekt in Inakadate lockte 2007 mehr als 150000 Besucher an. Geerntet wird jeweils Ende September. Ein Spektakel, an dem im letzten Jahr 900 Personen von nah und fern teilnahmen.

Ausführlicher Bericht bei der Japan Times
Bilder der Sujets der vergangenen Jahre
Zeitraffer-Video bei YouTube
(Bild: Inakadate Village Office) via

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