Tokyo/Glow from Nathan Johnston on Vimeo.
Tokyo/Glow from Nathan Johnston on Vimeo.

Etwas weniger vergänglich, als die grossflächigen Zeichnungen am Strand von Jim Denevan (s. Bericht) sind die Zeichnungen in japanischen Reisfeldern. In den Präfekturen Aomori oder Yamagata hat sich eine eigene Kultur dieser Kunstform etabliert. In Inakadate (Aomori Präfektur) haben es den Reisbauern die Holzdrucke Hokusais angetan. Seit 1993, als lokales Impulsprogramm gedacht, lassen sie auf mittlerweile 15000 Quadratmeter Bilder wachsen.
Jedes Jahr wird im April festgelegt, welches Sujet umgesetzt und welche Farben verwendet werden. Das Bild wird in einem ausgeklügelten Verfahren in Punkte umgesetzt und Ende Mai von Reisbauern mittels verschiedenartigen Reissorten auf das Feld übertragen. Zwei alte Sorten (ki ine; gelber Reis und murasaki ine; roter Reis) ergeben gelb-, resp. braunblättrige Pflanzen und andere Sorten (Beni Miyako; roter Reis und Tsugaru Roman) ergeben frischgrüne Blätter.
Das fertige Ergebnis ist dann am besten Ende Juli zu bewundern. Das erwähnte Projekt in Inakadate lockte 2007 mehr als 150000 Besucher an. Geerntet wird jeweils Ende September. Ein Spektakel, an dem im letzten Jahr 900 Personen von nah und fern teilnahmen.
Ausführlicher Bericht bei der Japan Times
Bilder der Sujets der vergangenen Jahre
Zeitraffer-Video bei YouTube
(Bild: Inakadate Village Office) via



Diese Kunst ist zur Auslöschung verdammt. Wer mit Sand arbeitet, rechnet mit dem steten Zerfall. Zum Meerwasser kommen Wind und Regen. Jim Denevan fertigt Zeichnungen in Sand an – freihändig. Für bis zu sieben Stunden nimmt er gehend einen Strand in Beschlag. Was dabei herauskommt sind erstaunliche Zeichen in sonst zeichenlosen Räumen. Es sind Spuren, die auf der Grundlage des Vorhandenen aufbauen und auf Absicht hindeuten. Sind es auch Zeichen von Leben? Ist Absicht der Hinweis auf Leben?
Zuerst ist da die offene Fläche. Das Meer auf der einen Seite, der Strand und das angrenzende Land auf der anderen. Seine Zeichenutensilien sind Holzstäbe, die er am Strand selber findet. Andere Male nimmt er einen Rechen.
Für Jim Denevan ist der Vorgang des Zeichnens fester Bestandteil des Kunstwerks. Er ist von Rhythmus und Zeit gekennzeichnet. In den bis zu 50 km langen Zeichenwanderungen arbeiten Füsse, Hände und Orientierung Hand in Hand. Die entstehende Linie ist Ausdruck von Vergangenheit, im Sinne bereits gezeichneter Elemente, Gegenwart, im Sinne gerade entstehender Elemente und Zukunft, im Sinne des fertigen Kunstwerks.
Nach Fertigstellung wird es sich selbst überlassen. Die Gezeiten, das Wasser aber auch die Menschen beginnen die Zeichnung zu begehen. Zunächst mit Respekt, mit fortschreitender Auflösung zunehmend ohne Berührungsängste. Und irgendwann ist wieder alles beim Alten, die Leinwand gelöscht. Ist wirklich wieder alles beim Alten?
Bei KQED ist ein interessanter Film zur Entstehung seiner Kunstwerke zu sehen.
Und hier ein weiterer Film bei YouTube:
(Bilder: Jim Denevan)



Faszinierende Miniaturen, die einem das Gefühl geben, auf einem anderen Planeten zu sein. Das ist die Welt von Kim Keever, einem in New York lebenden Künstler, dessen Arbeit manchmal als SiFi-artig oder Post-Apokalyptisch beschrieben wird.
Gezeigt werden in den mit Rauch durchzogenen, meist unwirtlichen Landschaften, gefallene Bäume, Berge, Pflanzen und Gewässer. Der Vorgang, der zum Endprodukt führt, ist aussergewöhnlich: In einem Wassertank wird die Landschaft mit Pflaster, Reflektierendem Mylar (eine Polyethylenterephthalat-Polyesterfolie) und anderen Materialien erschaffen. Anschliessend wird der Tank geflutet und das Wasser mit Farbpigmenten eingefärbt, die dann zur Illusion von Wolkenbildung beitragen. Mit Farbgels wird der Tank erleuchtet und anschliessend nimmt er das Ganze fotografisch auf. Die etwa 50 x 70 Inch grossen C-Prints hinterlassen sowohl einen Eindruck von Grösse als auch von Miniaturisierung.



Im Flugzeug ist es sowieso praktisch; und in der U-Bahn oder auf der Toilette? Die Rede ist vom Pillowig von Joo Youn Paek, einer Studentin am Interactive Telecommunications Program, NYU.
Besagtes, handgefertigtes Kissen ist in einer Serie von 50 Stück entstanden. Nach der Ausstellung hat die Künstlerin schnell eine eigene Fangemeinde gefunden, die sich sogar zu einer Gruppenperformance eingefunden hat.
Ein anderes interessantes Projekt ist der Polite Umbrella. Ein Regenschirm, der sich der Situation entsprechend anpassen lässt. Er kann ein- oder allseitig heruntergeklappt werden.



Wer kennt den Mechanismus nicht, der einen aus Frust zum Kauf von Dingen aller Art oder zum Reinschieben von Süssigkeiten treibt?
Dr. Whippy nimmt sich dieses Bedürfnisses an. Die Eis-Maschine belohnt den Bittsteller umso mehr, je deutlicher dieser sein Unglücklichsein zum Ausdruck bringt. Bevor die Maschine das ersehnte Eis ausspuckt, muss der Kunde eine Reihe von Fragen beantworten. Daraufhin wird die Eismenge berechnet und ausgegeben. Je unglücklicher jemand ist, umso mehr Eis bekommt er.
Gezeigt wurde das Projekt (Entwickelt von Demitrios Kargotis) am Festival Ars Electronica in Linz. Unterstützt wurde die Umsetzung vom Royal College of Art (Plattform 11).
Interaktion und Bewusstwerdung zeichnen auch die Arbeiten von Susanna Hertrich aus (s. Bericht bei taxipluto).
via (Bilder: Noam Toran und we make money not art)
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Öffentlicher Raum ist Allgemeingut. Künstler, die vorwiegend auf Strassen und Plätzen aktiv sind, dehnen diese Prämisse oft bis zum Äussersten aus.
Was dabei rauskommt, zeigt unter anderem das Wooster Collective, das Aktionen im öffentlichen Raum sammelt und präsentiert. In Amsterdam werden Gullideckel zu überdimensionierten Waschbeckenabläufen, die Strassen Frankreichs von Vogelschwärmen heimgesucht oder eine Baulücke in Istanbul mit Stühlen aufgefüllt.
Ausserdem von Zeit zu Zeit dort zu sehen sind die Aktionen von sam3, der mit kleinen und grossen Bildern auf sich Aufmerksam macht.
(Bilder: Wooster Collective)
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