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	<title>taxipluto &#187; Literatur</title>
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		<title>Der Mann im Mantel</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2008 12:45:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie jeden Morgen setzte er sich vor der Oper auf die Parkbank und beobachtete die vorbeispazierenden Leute. Heute trugen sie kurze R&#246;cke, T-Shirts und kurze Hosen. Es war warm, ja hei&#223;. Manche trugen offene Schuhe, Sandalen oder Flip-Flops, andere Turnschuhe mit wei&#223;en Socken und wieder andere Halbschuhe oder Slippers. Unter den Frauen gab es solche, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/06/mann.jpg" alt="" title="mann" width="128" height="128" class="alignleft size-medium wp-image-824" /> Wie jeden Morgen setzte er sich vor der Oper auf die Parkbank und beobachtete die vorbeispazierenden Leute. Heute trugen sie kurze R&#246;cke, T-Shirts und kurze Hosen. Es war warm, ja hei&#223;. Manche trugen offene Schuhe, Sandalen oder Flip-Flops, andere Turnschuhe mit wei&#223;en Socken und wieder andere Halbschuhe oder Slippers. Unter den Frauen gab es solche, die &#228;rmellose Shirts trugen, wo bei den Schultern die BH-Tr&#228;ger durchblitzen. Das mochte er &#252;berhaupt nicht. Dann war es ihm schon lieber, wenn sie &#252;berhaupt keine BHs trugen. Die M&#228;nner mussten sich nicht mit solchen Fragen auseinandersetzen. Sie streiften einfach ein Hemd oder ein T-Shirt &#252;ber. Da die Sonne schien, trugen die meisten Passanten Sonnenbrillen. Am praktischsten schienen dem Mann diejenigen Modelle, wo eine normale Brille mit einem Klipp erg&#228;nzt wurde. Da musste man nicht noch eine zus&#228;tzlich Brille f&#252;r den Fall, dass die Sonne scheint, kaufen. Seit einiger Zeit waren wieder die Modelle Mode, wie sie in den Sechzigerjahren getragen wurden. &#220;berdimensionierte Scheiben, die in Missverh&#228;ltnis zur Kopfgr&#246;&#223;e standen. Auch die Ray Ban-Modelle waren beliebt. Und dann gab es noch diejenigen, die ohne Sonnenbrille, daf&#252;r mit einem Hut herumgingen. <span id="more-823"></span><br />
Hie und da kl&#228;ffte ein Hund. Sie waren seit einiger Zeit dazu verdammt, an Leinen gehalten zu werden. Ja manche mussten sogar einen Maulkorb tragen. Dabei schienen gerade diejenigen Hunde, die an kurzen Leinen gehalten wurden, die frechsten zu sein. Aber vielleicht t&#228;uschte sich der Mann da auch nur. Katzen waren keine zu sehen. Daf&#252;r hatte es Tauben, die auf dem Platz herumtrotteten. Sie pickten die Brotkrumen auf, die von den Leuten bei ihren Mittagspausen zur&#252;ckgelassen wurden. Die Betrachtung der sinnlos herumjagenden Tauben machte den Mann ganz Sturm. Daher betrachtete er wieder die Leute. Die Oper war ein sch&#246;nes Geb&#228;ude, mit goldigen Verzierungen. Nicht zuletzt deshalb kamen die Leute hierher, um sie fotografisch festzuhalten. Wenn sie wieder zuhause w&#228;ren, in M&#252;nchen, Dubrovnik oder Osaka, w&#252;rden sie die Bilder herzeigen und sagen, hier war ich. Auch nicht viel sinnvoller als die T&#228;tigkeit der Tauben, so schien es dem Mann. Der vor der Oper liegende Park hatte viele Gr&#252;nfl&#228;chen, die von Kieswegen durchzogen waren. Alles war akkurat hergerichtet. Die Wiesen waren sauber und die Wege staubten ganz nat&#252;rlich. So, wie man es von Kieswegen erwarten konnte.<br />
Da sa&#223; er also. Inmitten der vorbeiziehenden Leute, Tiere und Wolken. Deren Formen &#228;nderten sich im Laufe der Zeit. Aber sonst schien sich nicht viel zu &#228;ndern. Manchmal kam aus den Wolken etwas Regen, manchmal Schnee. Gerne hatte es der Mann, wenn die Wolken &#252;berhaupt nicht da waren. Und auch die Tiere &#246;ffneten von Zeit zu Zeit ihre Schleusen; nicht so die Leute. Da waren sie wieder, die Bienen. Woher sie kamen, war dem Mann immer ein R&#228;tsel gewesen. Hier, in der Stadt? Jetzt im Sp&#228;tsommer setzten sie sich auf Kuchenst&#252;cke, Trinkflaschen oder die Statuen vor der Oper. Sie unterschieden sich von Fliegen, die auch sonst da waren. Und der Mann selber? Er sa&#223; oft hier, hatte es sich zur Gewohnheit gemacht und trug immer denselben dunklen Mantel. Seinen Kopf sch&#252;tze er mit einem Hut. Und seine F&#252;&#223;e steckten in guten, englischen Schuhen. Er sa&#223; einfach da, im Mantel.<br />
(Bild: Patrick Vent)</p>
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