Neben den verheerenden Auswirkungen der Katastrophe vom März 2011 in Japan hat die Bevölkerung des Katastrophengebiets mit einem schlechten Krisenmanagement zu kämpfen. Besonders grosse Unsicherheit besteht in Bezug auf die Sicherheit von Umwelt und Nahrungsmitteln vor radioaktiver Strahlung.
Um Antworten auf ihre Fragen und verlässliche Messdaten der radioaktiven Belastung zu erhalten, haben sie eine Bürgerinitiative gegründet.
Die Citizen’s Radioactivity Measuring Station (CRMS) hat im August erste eigene Messstationen eingerichtet (je eine in Fukushima-Stadt, Koriyama und Soma). Folgendes wird gemessen:
- Äussere Strahlung in der Umgebung
- Belastung von Lebensmitteln
- Strahlung in Wasser und Boden
- Innere Strahlenbelastung von Menschen
Entsprechende Daten sollen gesammelt, publiziert und die Zusammenarbeit mit internationalen Experten gefördert werden.
Aufnahme der Pressekonferenz vom 11.8.2011 der CRMS
Bei einer Anhörung mit behördlichen Vertretern wollen Einwohner von Fukushima Antworten auf drängende Fragen. Alles was dabei herauskommt, hinterlässt kein gutes Gefühl. Die Frage, «haben Einwohner von Fukushima ein gleiches Recht auf Sicherheit vor Radioaktiver Strahlung?» bleibt unbeantwortet und auch zum Testen mitgebrachtes Urin von Kindern wird – entgegen früherer Zusagen – nicht zur Überprüfung entgegengenommen.
Dieses Video sollten sich nur jene ansehen, die behördliche Willkür ertragen können. Es macht traurig und wütend.
Die New York Times kapituliert. Seit kurzem sind alle Online-Seiten, für die man bisher bezahlen musste, gratis zugänglich.
Im Gegensatz zum Volumen der auf der Site platzierten Werbung, ist das der zahlenden Kundschaft weniger stark gewachsen. Die Times hat aus dieser Erkenntnis den Schluss gezogen, den auch Colby Atwood von Borrell Associates, einer Firma für Medienforschung, bereits geäussert hat: «Vergleicht man die beiden Geschäftsmodelle, die einerseits Geld durch Abonnenten und andererseits durch Werbung verdienen, ist letzteres bedeutend attraktiver. Ein kombiniertes Angebot hat zwar einiges zu bieten – auf längere Sicht jedoch wird das Werbemodell obenauf schwingen.»
Zudem wird die Times ihre Archive teilweise öffnen. Die Zeiträume von 1987 bis heute und von 1851 bis 1922 sollen kostenlos zugänglich werden. Einiges an Material für die Periode zwischen 1923 und 1986 wird teilweise kostenpflichtig bleiben.
In der Schweiz kennen unter anderem die NZZ (CHF 434.-/Jahr) oder die baz (CHF 260.-/Jahr) Online-Abos. Die Online-Ausgabe der Zeit aus Deutschland kostet für ein halbes Jahr 30 Euro.
In Anbetracht der wachsenden Konkurrenz durch Gratiszeitungen und verschiedener Verlage, die ihre Online-Angebote frei zugänglich machen, werden wohl längerfristig auch noch die letzten kostenpflichtigen Seiten vom Markt verschwinden.
Die chinesische Regierung übt weiter Druck auf den heimischen Internet-Bereich aus. In einem vorgestern veröffentlichten Schreiben der Internet Society of China (ISC), einem Zweig des Ministeriums für Informationsindustrie, wird die Unterzeichnung eines Abkommens für Selbst-Einschränkung (engl. self-discipline pact) kundgetan (s. auch Bericht bei taxipluto).
Das Abkommen wurde bereits von Service Providern in China, wie Yahoo.cn! oder MSN.cn unterzeichnet.
Damit werden Firmen, die im Internet-Bereich tätig sind, zur Zusammenarbeit in Bereichen sensitiver Daten angehalten. Das betrifft die Registrierung von Bloggern und den Inhalten von Blogs.
Die Reporters Without Borders sagen dazu in einem Bericht: «Dieser Entscheid wird erhebliche Auswirkungen auf die chinesische Blog-Sphäre haben und bedeutet das Ende von anonymen Blogs. Eine neue Welle der Zensur und Unterdrückung scheint unmittelbar bevorzustehen.»
Das Abkommen sieht vor, dass Service Provider für Blogs dazu «ermutigt» werden, ihre Benutzer zur Veröffentlichung ihrer Identität anzuhalten. Diese Daten sollen den Offiziellen dann zur Verfügung gestellt werden. Ähnliches hat übrigens in der Vergangenheit schon zu Verhaftungen geführt.
Einige der Services, die der Unterzeichnung des Abkommens bereits zugestimmt haben: Msn.cn, Renmin Wang, Xinlang, Sohu, Wangyi, Tom, Qianlong Wang, Hexun Wang, Boke Tianxia, Tianji Wang, Yahoo.cn, Huasheng Zaixian, Bolianshe und Tengxun.
Entgegen Aussagen, dass amerikanische Militärblogs ein Sicherheitsproblem sind, zeigt sich nun, dass offizielle Militärseiten das grössere Problem darstellen (s. dazu auch Bericht bei taxipluto).
Eine Studie, die zwischen Januar 2006 und Januar 2007 durchgeführt wurde, zeigt, dass 1813 Brüche auf 878 offiziellen Websites lediglich 28 Verfehlungen auf 594 unterschiedlichen Blogs gegenüber stehen.
Laut einer Aussage von Marcia Hofmann von der Electronic Frontier Foundation, welche die Daten erhoben hat, «ist es wohl klar, dass offizielle Seiten der Militärs das tatsächliche Problem darstellen, nicht Blogs.»
Wenn etwas Neues auf den Markt kommt, stellt sich immer die gleiche Frage: Mitmachen oder warten, bis sich der Trend wieder auflöst. Fast kein anderer Begriff hat in letzter Zeit die Diskussionen in und rund ums Internet so beherrscht, wie Web 2.0. Das sollte auch Journalisten, die vorwiegend angestammte Printmedien bedienen, nicht kalt lassen – sollte man zumindest meinen.
Dass dem nicht in allen Bereichen so ist, hat eine Studie mit dem Titel «media studie 2007» der dpa-Tochter news aktuell aufgedeckt. Die Studie hat sich der Frage angenommen, «Was Journalisten von den aktuellen Trends im Internet halten und wie sie die Zukunft der Medien sehen.» Die Auswertung der rund 1200 befragten Journalisten fördert teilweise Erstaunliches zu Tage.
Begriff Web 2.0
Im Begriff Web 2.0 sehen die meisten die logische Fortentwicklung des Webs (25%), ist für sie einfach Kommunikation (20%) oder sie finden gar, dass es sich dabei um einen überschätzten Hype (11%) handelt. Nur 1% der Befragten halten das Ganze für eine Revolution. Dass alleine schon der Begriff Web 2.0 für teilweise heisse Köpfe sorgt, ist nichts Neues. Wie wenig Beachtung aber von Journalistenseite dem Ganzen entgegengebracht wird, ist schon erschreckend.
Relevanz
Und auch die Antworten auf die nächste Frage lassen aufhorchen. Darauf, welche Relevanz Web 2.0-Angebote für die journalistische Arbeit hat, antworten mehr als die Hälfte, nur eine geringe (52%), oder gar keine (9%); nur für ein Viertel eine hohe (25%). Lässt sich daraus schliessen, dass Journalisten die meinungsmachende Rolle von Blogs unterschätzen? Eine aktive Teilnahme schliessen die meisten zumindest aus. Nur eine geringe Zahl schreibt selbst einen Blog (12%) oder hinterlässt Kommentare (13%). Blogs sind in den Köpfen von Journalisten noch nicht angekommen. > weiterlesen ‘Das halten Journalisten von Web 2.0′
Wer heute in Sachen aktuelle Nachrichten auf dem Laufenden sein will, hat verschiedene Möglichkeiten. Er kann von Zeit zu Zeit einschlägige Nachrichtenportale beackern oder deren RSS-Feeds abonnieren.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Website storyspots, die im 30-Minuten-Takt Presse-Homepages nach Updates durchsucht. Per Mouse over über eine Liste können dann jeweils die Seiten, die von persönlichem Interesse sind, aufgerufen werden. Die gezeigte Startseite der jeweiligen Site wird von Werbung befreit dargestellt. Mit der eher bildhaften Herangehensweise ergänzt diese Site Angebote wie 10×10 oder Daylife/Highligts (s. Bericht bei taxipluto)
Zweck der Site ist laut storyspots: «Schnell sehen, was neu ist und was sich geändert hat.» Neben deutschsprachigen Seiten sind auf diese Weise auch internationale Newsquellen rasch einsehbar. Jeder Listeneintrag ist mit einem kleinen nach unten zeigenden Pfeil versehen. Dieser ist einerseits ein Link zur jeweiligen Newsquelle und andererseits werden bei einem Mouse over wahlweise Titel aus dem RSS-Feed gezeigt. Eine (leider etwas träge) Thumbnail map kann anstelle der Liste eingeblendet werden.
Hilfreich für das aktuelle Monitoring kann die Suchfunktion sein. Diese sucht in unmittelbar tagesaktuellen Online-Inhalten (keine Archivsuche) und zeigt somit auf, ob aktuell zu einem gewünschten Begriff Nachrichten verfügbar sind. Wem das nicht genug ist, kann den gewünschten Suchbegriff auch noch als RSS-Feed abonnieren.
Alles in allem ein rundes Angebot, das das tägliche Monitoring von Nachrichtenseiten erleichtert.
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