Auf Wiedersehen Basel. Morgen fliegt der Flieger, und den nehme ich. Via Paris nach Tokyo. Heute bin ich noch etwas benommen. Die Koffer sind gepackt und alle Vorkehrungen für das Daheimgebliebene (Wohnung hüten, Dank an S.), und die Daheimgebliebenen (Freunde und Verwandte, Info über diesen Blog / Kunden betreuen, per E-Mail von Unterwegs…) sind getroffen.
Der Flug geht Richtung Osten und das heisst, dass ich in den nächsten Tag hineinfliege. Es heisst auch, dass mir quasi über Nacht Zeit verloren geht. Start in Paris ist um 13.30 h; Ankunft in Tokyo morgens nach 8 h. In den ersten Tagen werde ich damit beschäftigt sein, den Jetlag abzustreifen und einen neuen Rhythmus zu finden. Er wird auf den Strassen, in den hohen und niederen Gebäuden, in den Tempeln und Gärten und natürlich in den Restaurants und Bars zu finden sein.
Die Hotels, B&Bs, Ryokan, etc. sind gebucht. Unzählige Seiten im Internet helfen einem dabei (bei delicious sind die von mir gesammelten Links zu finden) und machen die Wahl zur Qual. Weil weniger manchmal mehr ist, werde ich mich auf wenige Reisestationen beschränken. Lieber mehr sein als unterwegs sein.
Und jetzt heisst es Oyasuminasai (gute Nacht), schliesslich ist Dienstag um diese Zeit (21.30 h) schon 4.30 h.



Es gäbe noch viel, über das ich von Wien schreiben könnte. Davon, dass ich im Gasthaus am nordpol 3 einen feinen Schweinsbraten gegessen oder in der Alt Wiener Gastwirtschaft Schilling das perfekte Wiener Schnitzel geschlemmt habe.
Und dann wäre da noch das Projekt unik.at, das behinderte Menschen mit hochwertigem Kunsthandwerk in die Arbeitswelt führt. Oder die Künstlerin Silvia Ederer, die sich auch an der kürzlich veranstalteten Kunstauktion KunstSOS Mitmensch beteiligt hat. Musikalisch wäre der Jazz Club Miles Smiles erwähnenswert, Wiens ältester Modern Jazz Club.
Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Daher mein Vorschlag: Selber nach Wien gehen und die Stadt entdecken. Viel Spass!
Auf den Trampelpfaden bin ich dieser Tage nicht oft anzutreffen. Nichts gegen die wirklich sehenswerten Sehenswürdigkeiten hier in Wien. Die sind aussergewöhnlich. Ein paar davon habe ich auch abgelichtet. Viel spannender finde ich die Dinge, die in keinem Reiseführer stehen. Und von denen gibt es viele zu entdecken – besonders in kulinarischer Hinsicht. Zwei Einkehrmöglichkeiten sollen an dieser Stelle vorgestellt werden:
Das Land in der Stadt – Cafe der Provinz
Zu meinem Glück gleich um die Ecke liegt das Cafe der Provinz. Am späten morgen empfängt es mich jeweils zum 10-Uhr-Kaffee, der mir neuen Schwung für den Tag gibt. Gemütliches Sitzenbleiben ist hier Pflicht. Die Speisen sind aus sorgfältig ausgewählten Produkten zubereitet. Bio ist Programm und lässt feine Galettes, Crêpes und Salate spriessen. Samstag und Sonntag gibt es von 9 bis 15 h ein feines Frühstücksbuffet. Eine Perle im 8. Bezirk, Maria Treu Gasse 3, täglich geöffnet von 8 bis 23 h.

Brennende Pfannen – noi
Denise und das noi-Team sagen von ihrer Küche: «Die kulinarische Ausrichtung könnte man als Crossover bezeichnen (nicht umsonst heißt ‘noi’ übersetzt vom Italienischen her ‘wir’ und aus dem Thailändischen ‘klein’: oft spannen wir bei unseren Speisen den Bogen vom Asiatischen über das Bodenständige bis hin zum Mediterranen.» Der Herd, in der Mitte des Restaurants, bietet die Möglichkeit, dem geschäftigen Treiben der Köchin über die Schulter zu schauen. Ihre Freude an der Arbeit findet sich in den feinen Speisen im Teller wieder. Schön, dass es solche Orte gibt – im 16. Bezirk, Payergasse 12, geöffnet Di-Fr 11-24 h, Sa 9-24 h, So 10-18 h. Im Sommer auch draussen auf dem Platz.


(Bilder: Patrick Vent)


Die Koffer sind endlich gepackt – trotz kleinem Koffer drei Kilogramm Gepäck-Übergewicht -, alles andere geregelt und die Blumen für die erste Woche präpariert. Danach wird sich eine gute Fee (danke Su.) um sie kümmern, ein Mitbewohner seinen Lebensraum um meinen erweitern und die Hausspinnen können endlich ungehindert ihre Netze weben.
Für einen Monat soll die Stadt eine andere sein, in der ich körperliche und geistige Ausflüge tun will. An einem etwas kurzen Wochenende vor 15 Jahren habe ich das Touristenprogramm erlebt, beschritten, abgearbeitet – das ist erledigt. Jetzt kommt der Genussteil und der soll aufholen, was die letzten fünf Jahre vermissen liessen, einer Zeit, fast gänzlich frei von Ferien.
Die Wahl auf Wien war relativ rasch gefallen. Es sollte eine Stadt sein, die gross (einiges grösser als Basel) und schön ist (schön als Sammelbegriff für verschiedene Dinge) und wo ich nicht ständig mit dem Stress konfrontiert werde, die den Gebrauch einer Fremdsprache mit sich bringt.
Nach Bekanntgabe meines Unterfangens (hört sich fast wie eine Expedition an) waren die Reaktionen meiner Freunde und Verwandten sehr unterschiedlich. > weiterlesen ‘Meine Stadt — Wien’



Damit Fisch länger haltbar bleibt, wird er meist in Eis gepackt. Dann haut man ihn in die Pfanne oder schiebt ihn in den Ofen um ihn zu brutzeln. Das war bis anhin so.
Nicht so in Japan. Klar, den rohen Fisch bei Sushi und Co. kennen wir alle – auch unter den Inuits gibt es einige, die rohes Walfleisch essen. Aber auf die Idee, Fisch in Eisform zu sich zu nehmen, kann wohl nur ein Japaner kommen.
Yoshiaki Sato, Konfektbäcker im Norden Japans, begann zunächst mit Saury Ice Cream (Saruy ist ein spezielle Fischsorte). Und tatsächlich; es fanden sich immer mehr Leute, die diese Besonderheit gerne hatten. Mittlerweile hat er sein Angebot auf über 80 Sorten ausgeweitet. Meeresschnecken-, Quallen- oder Walfleisch-Eis ist wohl nicht jedermanns Sache. Die Japaner scheinen es aber zu mögen.
Damit der Geruch einen beim Essen nicht abschreckt, hat Sato verschiedene Methoden im Köcher. Eine ist das Einlegen des Fischs in Alkohol oder in braunem Tee. Darauf, ob die Sorten Leberwursteis, Currywursteis oder Pizzaeis je zum Verkaufsschlager werden, darf man gespannt sein.
Links: Bericht in der Zeitschrift mare



Wir kennen alle das komische Gefühl beim Lesen von Berichten über so genannte Insider-Tipps. Zum Beispiel in Städtereiseführern – unwillkürlich fragen wir uns: «Kann bei einer Druckauflage von einer halben Million Exemplaren eines Reiseführers noch von Insider-Wissen gesprochen werden? Wenn alleine ein Drittel der Leser …» Ach lassen wir das; Sie wissen schon was ich meine.
Um dieses komische Gefühl loszuwerden, können wir entweder einfach selber auf Erkundungstour gehen, was sicher ein überaus spannender Weg ist, eine Stadt kennen zu lernen. Nur sollten wir im Auge behalten, ob die Müllberge am Strassenrand höher werden – untrügliches Zeichen dafür, dass man so rasch kein Taxi bekommen wird. Oder man verlässt sich auf «echte Insider-Tipps». Das heisst Hinweise von Leuten, die selber in einer Stadt wohnen und wissen, wovon sie sprechen.
Im Zeitalter des Internets gibt es natürlich auch da wieder das eine oder andere Helferlein. Sollten Sie eine Reise in die Staaten vorhaben, ist yelp sehr empfehlenswert. Eine Web 2.0-Seite, die über Entdeckungen toller Restaurants (etwa 35% der Berichte handeln vom Essen), cooler Bars für eine durchzechte Nacht oder einfach von geschickten Zügelmännern berichtet, die einen beim Zügeln helfen (für Deutschsprachige, die des Schweizerdeutschen nicht mächtig sind: zügeln bedeutet umziehen). Von Atlanta über New York bis Washington, DC werden bis anhin 27 Städte abgedeckt.
Zu finden sind da Perlen, wie das Maru eine Karaoke-Bar in spaceigem Design oder der Battery Park wo man auch mal in Ruhe einen Spaziergang machen kann.
Was zunächst im kleinen Rahmen begonnen hatte, ist nun zu einer Plattform geworden, die mittlerweile von über einer Million Personen monatlich besucht wird. Da drängt sich natürlich auch wieder die Frage auf, ob das noch Insider-Wissen ist. Zumindest sind es Tipps mit kürzerer Halbwertszeit.
Link: yelp
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