Archiv für die 'Sprache' Kategorie

Fühle das Differenzial

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Besonders die Franzosen tun es, aber auch die Engländer oder die Polen. Wert auf den Gebrauch der eigenen Sprache legen. In der nahen und fernen Vergangenheit hat es immer wieder Diskussionen zum Thema fremdsprachiger Begriffe im Gebrauch der eigenen Sprache gegeben.

Wie weit sollen Begriffe beispielsweise aus dem Englischen in den deutschen Wortschatz aufgenommen werden? Ist Englisch für alle verständlich oder gibt es nicht doch bessere Wörter in der eigenen Sprache? Antworten können möglicherweise Studien zum Verständnis fremdsprachiger Wortschöpfungen geben. Und einen Schritt weiter ist die Stiftung Deutsche Sprache, die nach dem besseren deutschen Begriff sucht.

Claims
Wenn gewiefte Werber schöne «Claims» kreieren, ist nicht immer allen klar, was sie damit meinen. Besonders dann, wenn sie in Englisch verfasst sind. Das Kölner Marktforschungsinstitut Endmark hat dieses Phänomen eingehender Untersucht. Bereits 2003 haben sie in einer Studie aufgezeigt, dass viele Deutsche die Werbebotschaften von Firmen nicht verstehen. Als Konsequenz daraus hat etwa die Parfümeriekette Douglas «Come in and find out» gegen «Douglas macht das Leben schöner» eingetauscht. Zwar nicht so sexy, dafür verständlich. > weiterlesen ‘Fühle das Differenzial’

Sprachen erhalten

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Alle 14 Tage verschwindet eine Sprache vom Erdball. Das Enduring Voices Project von National Geographic versucht diesem Trend entgegen zu wirken, indem es so genannte Hotspots lokalisiert und deren Sprache und Kultur dokumentiert.

Die Verantwortlichen haben erkannt - wie das auch beim Rosetta Project der Fall ist (s. Bericht bei taxipluto) -, dass die Definition einer Kultur eng mit der gesprochenen Sprache zusammenhängt. Geht eine Sprache verloren, verschwinden damit viele Elemente einer Kultur, wie Geschichten oder Liedergut, die nur auf mündlichem Weg weitergegeben werden.

In der Geschichte haben sich immer Sprachen stärkerer Gruppierungen verbreitet, währendem solche kleinerer Gemeinschaften verschwunden sind.

Das Enduring Voices Project ist eine Zusammenarbeit zwischen National Geographic und dem Living Tongues Institute for Endangered Languages. Hotspots gibt es auf allen Kontinenten der Erde; beispielsweise in Zentralamerika, wo 45 Sprachfamilien ernsthaft bedroht sind oder in Ostsibirien, wo 9 Sprachfamilien stark vom Verschwinden bedroht sind.

Bericht bei National Geographic
Bericht bei der New York Times
(Bild: National Geographic)

Universelle Babysprache

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Absichten zu kommunizieren ist eine der Hauptfunktionen menschlicher Sprache. Neben der Wortwahl werden diese auch über den Tonhöhenverlauf oder die Lautstärke vermittelt. Besonders stark zum Tragen kommt diese Eigenschaft, wenn Eltern mit ihren Kindern kommunizieren. Diese Babysprache (engl. infant-directed speech) ist gekennzeichnet durch überzeichnete Artikulation oder überzogene Tonhöhen im Tonhöhenverlauf.

Die Forscher Greg Bryant und Clark Barrett, der University of California, Los Angeles, nehmen an, dass es eine universell gültige Verbindung zwischen dem Klang und der damit transportierten Absicht gibt, und damit von jedem verstanden werden sollte, unabhängig der Sprache, die gesprochen wird. Um diese These zu überprüfen, liessen die Forscher von englischsprachigen Eltern Texte aufnehmen. Einmal mussten sie so sprechen, wie wenn sie zu ihren eigenen Kindern sprechen würden, einmal so, wie wenn sie zu Erwachsenen sprechen würden. Diese Aufnahmen umfassten vier Kategorien: verbietend, zustimmend, behaglich und aufmerksam machend.

Anschliessend wurden die Aufnahmen Bewohnern eines Dorfes in Ecuador abgespielt um zu untersuchen, ob diese zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können und ob sie die unterschiedlichen Kategorien (verbietend, etc.) innerhalb der beiden Richtungen ausmachen können.

Die Auswertung (erscheint in der August-Ausgabe von «Psychological Science») zeigt, dass die Bewohner in 73% der Fälle zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Ausserdem können sie die Kategorien zuordnen (verbietend, etc.), und zwar umso besser, wenn sie die Aufnahmen von Kinder-gerichteter Aussprache hören.

Somit ist offensichtlich, dass Zuhörer einheimischer, nichtindustrialisierter und wenig gebildeter Kulturen zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Das lässt den Schluss zu, dass es Kulturen überschreitende Gemeinsamkeiten im Ausdruck der Sprache gibt.

(Bericht bei Science Blog)

Fehlgriff: Fucking Lovely

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Die Geschichte von dem Typen, der sich ein Tattoo mit exotischer Schrift hat stechen lassen, und anschliessend erfahren muss, dass die lustigen Schriftzeichen «ich bin ein Depp» heissen, hat wohl jeder schon gehört. Das kommt davon, wenn man die Fremdsprache nicht versteht und nur aufs Aussehen achtet. Eine Sammlung solcher Ausrutscher ist bei Hanzi Smatter zu finden - zum Beispiel der Spruch: «Vorsicht vor der Bullen-Ratte.»

Aber auch in die andere Richtung kann der Schuss nach hinten losgehen. In Japan etwa gilt es als cool, wenn man auf seinen Produkten oder in der Werbung mit englischen Ausdrücken um sich wirft. Dass die gewählten Begriffe den Sinn nicht immer genau treffen, ist dabei gar nicht so wichtig. Hauptsache, es sieht modern aus.

Engrish.com hat eine Sammlung solcher Schnitzer zusammengestellt. Was muss man sich unter Water Salad vorstellen? Und wie sehr kann man sich über über eine Glück(bringende) Peitsche freuen (in Wirklichkeit sollte es wohl ein Schwingbesen sein)? In der Ecke für Erwachsene sind einige besondere Schmankerln zu finden: Das englische Wort für den Beischlaf wird fast inflationär verwendet und trifft wohl nicht immer den gewünschten Punkt.

Vielleicht wäre es besser, bei der eigenen Sprache zu bleiben.

Links: Hanzi Smatter
Wikipedia: Was bedeutet Engrish?
Engrish.com
(Bilder: Hanzi Smatter und Engrish.com)

Sprachen bewahren

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Innerhalb der nächsten hundert Jahre werden 50 bis 90 Prozent der Sprachen weltweit verschwinden, ohne, dass von ihnen bedeutsame Aufzeichnungen zurückbleiben werden. «The Rosetta Project» nimmt sich dieses Problems an: Die weltweite Zusammenarbeit von Sprachspezialisten und Muttersprachlern arbeitet am Aufbau einer öffentlich-zugänglichen digitalen Bibliothek der menschlichen Sprache. Bis anhin wurden rund 100000 Seiten zu 2500 Sprachen zusammengetragen - die grösste verfügbare Sammlung im Internet dieser Art.

Besonders die Sprachen kleiner, einzigartiger und lokal verankerter menschlicher Gruppierungen laufen Gefahr, zu verschwinden. > weiterlesen ‘Sprachen bewahren’

Noch ein Auto?

Wer wissen möchte, ob «Hast du mir noch ein Auto?» ein grammatikalisch richtiger Satz ist oder sich nicht sicher ist, ob «Restaurateure» die Mehrzahlform von «Restaurator» ist, findet im Blog von canoonet Hilfe.

Das äußerst umfangreiche Online-Hilfsmittel bietet Antworten mit Wörterbüchern und Grammatikanweisungen auf eine Vielzahl von Fragen rund um die deutsche Sprache. Neben den manchmal etwas skurilen Fragen kommen im Blog auch solche zur Sprache, die auf fließende Übergänge zwischen Richtig und Falsch hinweisen. Lohnend für alle, die sich mit der deutschen Sprache versöhnen möchten.

Links: canoonet
Blog von canoonet
Neue deutsche Rechtschreibung