

In gewissen Fällen ist es unangenehm, wenn uns die Vergangenheit einholt. Läuft es ganz schief, landen wir sogar im Kittchen. Dass es aber auch von Vorteil sein kann, wenn uns die Stimme aus der Vergangenheit entgegenbrüllt, zeigen Forschungen zum menschlichen Lernverhalten.
Andy Wills von der University of Exeter hat untersucht, unter welchen Voraussetzungen der Mensch lernt. Besonders effizient ist das der Fall, wenn er Fehler begehen. Werden wir in der Gegenwart wieder mit einer ähnlichen Situation konfrontiert, in der wir uns zu einem früheren Zeitpunkt falsch verhalten haben, brüllt zwar keine innere Stimme «Aufgepasst!» – dennoch signalisiert uns unser Gehirn, dass wir Gefahr laufen, wieder denselben Fehler zu begehen.
Dass innerhalb nur einer Zehtelsekunde unser Gehirn auf die gegenwärtige Situation reagiert – und das auf eine zunächst nicht bewusste Weise – hängt damit zusammen, dass mit der ersten Bewusstwerdung eines Fehlers ein Gefühl der Überraschung einhergeht. Im Gegensatz dazu wird unser normaler Lernprozess nicht von starken Gefühlen begleitet. Oder hatten Sie schon mal einen Schrecken beim Lernen von Französischvokabeln? Frustration vielleicht schon, aber das soll hier nicht interessieren. > weiterlesen ‘Schrecken lehrt uns effizient’


Welch eine Vorstellung: Elektronische Geräte, deren Batterien sich selber aufladen, ohne direkt mit dem Netz verbunden zu sein. Das Handy, der iPod oder das eigene Laptop würden nicht mehr Gefahr laufen, ihren Dienst zu verweigern, weil man vergessen hat, deren Batterien aufzuladen. Das haben die Geräte bereteits selbständig erledigt.
Dieser Vision ist ein Team des MIT ein Stück näher gekommen. Die Mitglieder der verschiedenen Forschungseinheiten (Department of Physics, Department of Electrical Engineering and Computer Science und Institute for Soldier Nanotechnologies – ISN) Andre Kurs, Aristeidis Karalis, Robert Moffatt, Prof. Peter Fisher und Prof. John Joannopoulos (Francis Wright Davis Chair and director of ISN), angeführt von Prof. Marin Soljacic, haben es geschafft, eine 60-Wattbirne über eine Distanz von mehr als 2 Meter zum Leuchten zu bringen. Und das ohne, dass die Birne via Kabel mit der stromerzeugenden Quelle verbunden ist. > weiterlesen ‘Strom ohne Kabel’



Was soll man tun, wenn eine Massnahme genau das heraufbeschwört, was man eigentlich verhindern möchte? Dann lässt man sie lieber bleiben; könnte man meinen.
Doch im Falle des Tragens von Fahrradhelmen ist die Antwort nicht ganz so einfach. Der Verkehrspsychologe Ian Walker von der britischen University of Bath hat in verschiedenen Tests das Verhalten von an Fahrradfahrern vorbei fahrenden Motorfahrzeugen überprüft. Seine Ergebnisse wurden in der Märzausgabe von Accident Analysis & Prevention veröffentlicht.
Er fuhr mit und ohne Helm ausgestattet durch Salisburys und Bristols Strassen und zeichnete dabei die Daten von 2500 Überholmanövern auf. > weiterlesen ‘Gefährlicher mit Helm’



Der Rote Planet hat eine neue Überraschung zu bieten: Die «Seven Sisters» – sieben Höhlen mit einem geschätzten Durchmesser von 100 bis 250 m. Die Öffnungen, bei denen es sich nicht um Einschlagskrater oder dunkles Gesteinsmaterial handeln soll, tragen die Namen Dena, Chloe, Wendy, Annie, Abbey, Nikki, und Jeanne.
Etwas seltsam ist die Tatsache, dass die NASA (Mars Odyssey-Sonde, Mars Reconnaissance Orbiter) und die University of Arizona (High Resolution Imaging Science Experiment – HiRise – von MRO) bisher nichts von diesen Entdeckungen zu berichten haben. Gefundenes Fressen für wirre Verschwörungstheoretiker. Könnte ja sein, dass die nagra dort geheime Bohrungen durchführt, um einen möglichen Standort für unseren Atommüll ausfindig zu machen.
Auf der 38. Lunar and Planetary Science Conference wurden die Höhlen einem Fachpublikum präsentiert, die beim Vulkan Arsia Mons liegen. Weitere Aufnahmen sollen mehr Aufschluss über die Öffnungen geben.
Links: NASA
Mars Odyssey-Sonde
Mars Reconnaissance Orbiter
High Resolution Imaging Science Experiment
nagra
38. Lunar and Planetary Science Conference
(via: planetary.org)



OK, die Hässlichen kennt mittlerweile wohl jeder. Ihr Körper besteht fast zur Hälfte aus einem überdimensionierten Maul mit widerhaken-gleichen Zähnen, davor irgendein leuchtendes, schlabbriges Lockmittel und der Rest könnte aus Gigers Feder stammen. Die Rede ist natürlich von den skurrilen Wasserbewohnern der Tiefsee unseres Planeten.
Neben diesen gewöhnungsbedürftigen Fischen, mit Namen wie Seeteufel oder Drachenfisch, gibt es eine Reihe weiterer Tiere, die teils putzig, teils wie auf dem Reissbrett gezeichnet aussehen – Kraken, die als Vorlage für eine Alessi-Zuckerdose dienen könnten oder Schwämme, von denen man meinen könnte, sie wären der Requisiten-Truhe eines Science-Fiction-Films entstiegen.
Zu sehen sind alle diese Tiere auf 256 Seiten im neu erschienen Buch «The Deep» von Claier Nouvian (ISBN: 978-0-226-59566-5). Neben den aussergewöhnlichen Bildern führt es zu jedem Tier interessante Informationen über deren Lebensweise und -umstände an.
Links: «The Deep»
Gigers
Alessi
Space-Figuren

Weshalb weisen die Gehirne von Menschen, Affen oder selbst Katzen eine solch eigenartige Struktur der äussersten Schicht auf – warum die vielen Falten? Eine der grossen offenen Fragen in den Neurowissenschaften.
Entstehung und Zerfall solcher Falten können nun, dank eines Verfahrens, entwickelt vom Massachusetts General Hospital in Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School (unter Führung des MIT), nachvollzogen werden. Mit Hilfe von Magnetresonanz-Aufnahmen haben sie ein Verfahren entwickelt, das sicherer als ältere, > weiterlesen ‘Hirnwindungen’

Manche brauchen Schampoos zum Haare waschen – andere gewinnen Wettbewerbe damit. Die «Gallery of Fluid Motion» präsentiert jährlich den Gewinner eines Wettbewerbs, bei dem Beiträge zu Phänomenen flüssiger Substanzen prämiert werden. Eingereicht werden können Fotos oder Videos.
Beim letzten Gewinner handelt es sich um einen Beitrag der «Physics of Fluids group» von Prof. Detlef Lohse der Universität Twente (NL). Im Video «the Leaping Shampoo» wird der so genannten Kaye-Effekt gezeigt und erklärt; ein physikalisches Phänomen, bei dem eine Flüssigkeit auf einen Untergrund trifft und in einem Strahl wieder aufsteigt. Wie dieses – von A. Kaye 1963 erwähnt und 1976 von A. A. Collyer und P. J. Fisher in einem Artikel in der Zeitschrift Nature beschrieben – zustande kommt, war bisher nicht genau untersucht worden. Wissenschaftlich und ästhetisch aussergewöhnlich!
Links: Video «Leaping Shampoo»
«Gallery of Fluid Motion»
«Physics of Fluids group»
Bericht in Nature
Aktuelle Kommentare