Tag Archiv für 'gesellschaft'



Da schau her 0011 – Lebenselixier

Die Einführung eines fest vorgegebenen Todeszeitpunkts hätte eine ungeahnte Wirkung auf unser Leben. Nehmen wir an, es wäre von Vornherein klar, wie lange das Leben dauern würde – der Einfachheit halber sollen es sechzig Jahre sein. Natürlich müsste es auch eine Garantie geben, dass man tatsächlich so lange leben würde, man also nicht irgendwie übers Ohr gehauen würde.

Sechzig Jahre; das wäre klar. Die Auswirkungen auf unser Denken und Handeln wären immens. Man würde danach streben, eine Arbeit, ein Projekt, was auch immer, zu Ende zu bringen. Kleine wie große Ziele hätten einen festen Bezugsrahmen, der vorgibt, wie viel Zeit noch übrig bleibt. Lern-, Entwicklungs-, Berufs- oder Beziehungsziele könnten festgelegt werden. Es gäbe einen Antrieb, diese Ziele erreichen zu wollen.

Wettlauf mit der Zeit
Solche Überlegungen sind natürlich nichts weiter als theoretische Spielereien und sie sollen schon gar nicht eine Aufforderung zum kollektiven Selbstmord sein. Vielmehr können sie zu einer Reihe von Überlegungen führen, die eventuell auf das eigene Leben Einfluss haben können. Dieses steht für das genaue Gegenteil einer fest planbaren Größe. Weder der genaue Beginn (einmal abgesehen von künstlich eingeleiteten Geburten aller Art) noch das Ende eines Lebens sind für uns direkt wahrnehmbar und zeitlich bestimmbare Größen. Einmal auf der Welt, beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Der Todeszeitpunkt wird von diesem Moment an unaufhaltsam auf uns zustürzen. Weil wir nicht wissen, wann wir sterben, planen wir den Tod auch nicht wirklich in unserem Terminkalender ein. Und dementsprechend verhalten wir uns. Vage rechnen wir damit, noch bestimmt eine gewisse Zeit zu leben. Daher ist es auch möglich, bestimmte Dinge aufzuschieben. Zeit wäre ja später noch genug, um sie zu erledigen. > weiterlesen ‘Da schau her 0011 — Lebenselixier’

Wien – zum Schluss endlos

Es gäbe noch viel, über das ich von Wien schreiben könnte. Davon, dass ich im Gasthaus am nordpol 3 einen feinen Schweinsbraten gegessen oder in der Alt Wiener Gastwirtschaft Schilling das perfekte Wiener Schnitzel geschlemmt habe.

Und dann wäre da noch das Projekt unik.at, das behinderte Menschen mit hochwertigem Kunsthandwerk in die Arbeitswelt führt. Oder die Künstlerin Silvia Ederer, die sich auch an der kürzlich veranstalteten Kunstauktion KunstSOS Mitmensch beteiligt hat. Musikalisch wäre der Jazz Club Miles Smiles erwähnenswert, Wiens ältester Modern Jazz Club.

Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Daher mein Vorschlag: Selber nach Wien gehen und die Stadt entdecken. Viel Spass!

Im Waschsalon auf der Couch

Um es denjenigen, die in Wiens 17. Bezirk auf der Suche nach einem Waschsalon sind, einfach zu machen; hier gleich der Link Waschcenter Top (Ottakringer Strasse 52). Das wäre erledigt.

Wer sind die Leute, die im Waschsalon ihre Wäsche waschen – Maschine kaputt, zu teuer in der Anschaffung oder eine zu kleine Wohnung? Von der Freundin oder vom Freund vor die Türe gesetzt?

Wenn man vor dem Münzeinwurf der Maschinen steht, gehen einem solche und andere Gedanken durch den Kopf. Zuhause in Basel habe ich meine eigene Maschine, fülle sie ganz selbstverständlich und finde nichts dabei. Hier in Wien suche ich von Zeit zu Zeit einen Waschsalon auf, weil es in der Wohnung keine Maschine hat. Was für mich zum Studienobjekt wird, ist für andere Alltag.

Nach anfänglicher Scham, drücke ich auf den Auslöser meiner Kamera. Sie ist fehl am Platz, scheint fast das Leben anderer auf unangenehme Weise zu durchleuchten. Bilder, die einen sozialen Status zeigen? Einige finden nichts dabei, andere wenden etwas beschämt den Kopf ab. Ich versuche sie mit einem gewinnenden Lächeln zu besänftigen. Und doch schäme ich mich für die Aufnahmen.

Möglicherweise liege ich mit meinen Eindrücken falsch. Vielleicht ist es eine generelle Scheu dagegen, fotografiert zu werden. Ich könnte die Leute ganz einfach fragen, weshalb sie hier sind. Die Antworten könnten überraschend einfach sein. Mal sehen; sofern ich meine Scham überwinden kann, werde ich das nächste Mal mit einigen das Gespräch suchen …


Das waschcenter meiner Wahl an der Ottakringer Strasse 52 im 17. Bezirk


Maschinen in Reih und Glied


Warten und warten …


… und nochmal warten


Wer kommt hierher?


Endlich fertig

Wunderpilze 0002

Gulf Coast Slabs
Der Name Katrina wird in Mississippi Neugeborenen wohl in nächster nicht sehr oft vergeben. Die Verwüstungen, die der Hurrikan angerichtet hatte, waren verheerend. Clay Ketter hat einen ganz eigenen Zugang zu den Auswirkungen der Unwetter gefunden: Er hat das fotografiert, was von den verwüsteten Häusern noch übrig geblieben ist. Herausgekommen sind abstrakte Grundrissbilder, die auf einst belebte Zuhause hindeuten.
Ausstellung in London noch bis 18. Mai 2008 via

Mirinda July
Mirinda Julys Begabungen decken ein grosses Feld ab. Als Filmemacherin, Performance-Künstlerin und Schriftstellerin sucht und findet sie verschiedene Wege, ihr ganz eigene Sicht der Dinge darzustellen. Nicht genug; als Filmemacherin spielt sie gleich selbst in Me and you and everyone we know die Hauptrolle. Eigensinnig auch ihr wunderbar bedeutungsloses Video zu Top Ranking, einem Song von Blonde Redhead. Mirinda July – ein Gesamtkunstwerk.

Armsflow
Waffentransporte überziehen den ganzen Globus: Grafisch aufbereitet bei Armswflow. Es ist erschreckend, welche Volumina vom einen zum anderen Ort verschoben werden. Berechnungsgrundlage sind Informationen von Regierungsstellen sowie von Exportstatistiken der verschiedenen Länder. Eine Schieberei, die es besser nicht geben würde…

Sonnenlicht-Projektor
Die Sonne hat schon manchen zu poetischen Höhenflügen verleitet. Die Tatsache, dass die Sonne nicht nur Wärme gibt sondern auch Licht, macht sich der One Day Poem Pavillon zu Nutze. Wer die mehrteiligen Gedichte ganz sehen möchte, muss jedoch Geduld haben. Der Sonnenstand gibt jeweils immer nur einen Teil der mehrzeiligen Gedichte preis. Oder er schaut sich dieses Video an. Poesie von und mit der Sonne. via

Regen-Ernte
Von der Sonne zum Regen. Warum nicht Energie durch die Ernte von herabfallenden Wassertropfen gewinnen? Hört sich verrückt an – ist aber immerhin ein neuer Versuch, Energie aus dem zu gewinnen, was eh schon gratis da ist. Eine Methode, die sich in den Fällen aufdrängen soll, wo Solarzellen nicht zum Einsatz kommen können.

BottomsUp
Und noch was zum Thema Wasser. Wer dem Wasser, das aus dem Hahnen heraus rinnt, nicht traut, kann sich den BottomsUp-Wasserfilter auf die PET-Flasche schrauben. Gedacht für geschmacksgeplagte Stadtmenschen, die ihrem Wasser wieder eine neutralere Note verleihen wollen.

Nachtrag Dieses Video von Erika Janunger passt irgendwie zu dem von Mirinda July. Architektur, Bewegung und Musik vereinen sich. Durch die um 45 Grad gekippte Raumanordnung eröffnen sich dem Künstler ganz neue Möglichkeiten.

via

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OLPC XO gewinnt Design-Preis

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Yves Béhar hat für das One Laptop Per Child-Porjekt den Brit Insurance Design Award 2008 in der Kategorie «Product» gewonnen. Den Preis hat er am 18. März zusammen mit den Preisträgern der anderen Kategorien im Design Museum in London entgegengenommen.

Die Juroren begründen ihren Entscheid damit, dass «das prämierte Projekt über blosses Design hinausreicht: Ein Laptop, das die technischen Anforderungen von Entwicklungsländern berücksichtigt – niedere Kosten, hohe Ergonomie, eine robuste Bauweise – und es den Kindern mit einem ansprechenden Gerät erlaubt, ihre Fähigkeiten in Lernen und Kommunikation zu erweitern.»

Zum Expertenrat der Jury gehören bekannte Größen, wie Alison Moloney, Rolf Fehlbaum, Lars Müller, Antonio Citterio und Daniel Weil.

Die prämierten Projekte können noch bis 27. April 2008 zusammen mit den anderen nominierten im Design Museum bewundert werden.

Im Rahmen der CeBit 08 stellt Christoph Derndorfer, Sprecher von OLPC Austria, in einem aufschlussreichen Video das Gerät vor:

Hier bisher zum Thema erschienen
Bildung als Sprengstoff – OLPC
Eins für zwei
One Laptop per Child: teurer
Intel unterstützt OLPC-Projekt
One Laptop per Child
Designer als Weltverbesserer

via (Bilder: 1 Fuseproject/OLPC, 2+3 OLPC Austria)

Dokumentiertes Grauen

Vorher-Nachher-Bildpaare gibt es verschiedene. Auch Menschenrechtsorganisationen nutzen sie, um auf Gesellschaftspolitische Themen aufmerksam zu machen. Und um auf Tragödien hinzuweisen. PingMag hat sich mit der «American Association for the Advancement of Science» (AAAS) unterhalten. Anhand von Satellitenaufnahmen in Bild-Paaren werden teilweise drastische Veränderungen von Städten und Dörfern gezeigt. Ganze Gemeinschaften haben sich durch Krieg und Vertreibung aufgelöst und Ruinen zurückgelassen. Darfur oder Tschad im Sudan oder Porta Farm in Zimbabwe sind einige Beispiele, die gezeigt werden.

Bericht bei PingMag
Bericht auf Spiegelonline

Cyber-Demos laufen

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Heute, am Tag für freie Meinungsäusserung im Internet, finden virtuelle Demos statt (s. Bericht). Sich informieren und teilnehmen.