Etwas weniger vergänglich, als die grossflächigen Zeichnungen am Strand von Jim Denevan (s. Bericht) sind die Zeichnungen in japanischen Reisfeldern. In den Präfekturen Aomori oder Yamagata hat sich eine eigene Kultur dieser Kunstform etabliert. In Inakadate (Aomori Präfektur) haben es den Reisbauern die Holzdrucke Hokusais angetan. Seit 1993, als lokales Impulsprogramm gedacht, lassen sie auf mittlerweile 15000 Quadratmeter Bilder wachsen.
Jedes Jahr wird im April festgelegt, welches Sujet umgesetzt und welche Farben verwendet werden. Das Bild wird in einem ausgeklügelten Verfahren in Punkte umgesetzt und Ende Mai von Reisbauern mittels verschiedenartigen Reissorten auf das Feld übertragen. Zwei alte Sorten (ki ine; gelber Reis und murasaki ine; roter Reis) ergeben gelb-, resp. braunblättrige Pflanzen und andere Sorten (Beni Miyako; roter Reis und Tsugaru Roman) ergeben frischgrüne Blätter.
Das fertige Ergebnis ist dann am besten Ende Juli zu bewundern. Das erwähnte Projekt in Inakadate lockte 2007 mehr als 150000 Besucher an. Geerntet wird jeweils Ende September. Ein Spektakel, an dem im letzten Jahr 900 Personen von nah und fern teilnahmen.
pulse - Blogger emotional Private Blogger zeigen Gefühle. Markus Kison, Künstler aus Berlin, hat in seinem Projekt Pulse in Berichten geschriebene Emotionen von blogger.com in ein formgebendes Objekt übertragen. Grundlage für die Umsetzung ist Robert Plutchik’s Psychoevolutionary Theory of Emotion.
Hinauszögern Wer kennt das nicht, wenn mit einem Mal jede noch so kleine Arbeit eine willkommene Ablenkung ist, um damit zu verhindern, die unangenehmen Arbeiten zu erledigen. John Kelly hat darüber einen preisgekrönten Kurzfilm gedreht.
Und auch Lev Yilmaz hat sich innerhalb der Serie «Tales of mere Existence» demselben Thema in einem schönen Animationsfilm angenommen.
Vor dem Einschlafen Worüber denken Sie nach, bevor Sie einschlafen? Was brauchen Sie, um in den Schlaf zu finden. Antworten auf diese Fragen haben sich verschiedene Künstler in kurzen Sequenzen selber gegeben. So unterschiedlich wie die Inhalte sind auch die Mittel, mit denen die Antworten gegeben werden. via
Drachen XL Die Japaner sind ein eigenes Volk. Manchmal verspielt, manchmal archaisch. Und wenn sie was machen, tun sie es oft auf ihre eigene Art und Weise. So auch bei den riesengrossen Drachen, die jedem Drachenfan Freudentränen in die Augen schiessen lassen. Kaum zu glauben, dass diese Dinger fliegen!
Zurück zu Analog OK, der Bericht über diese Kartonungetüme, die Fotos schiessen sollen, ist in der heutigen Zeit etwas gewagt. Ein aufregender Schritt zurück in die analoge Zeit. Fotos lassen sich mit einfachen Mitteln schiessen. Und auch das kann Spass machen, wenn man sich selber eine Lochkamera baut. Verschiedene Modelle gibt es hier zum Download. via
Party in der IKEA Wer nicht bei sich zuhause eine Party veranstalten will, kann es ja irgendwo sonst tun. Warum nicht in der nächsten IKEA-Filiale? Das haben sich auch die Leute von cockeyed gesagt. Mit echt aussehenden Einladungskarten haben sich die lustigen Freunde in der Niederlassung in West Sacramento eingefunden und zum Erstaunen aller ihre Party bei Kaffee und Kuchen und mit Spielen gefeiert.
Es gäbe noch viel, über das ich von Wien schreiben könnte. Davon, dass ich im Gasthaus am nordpol 3 einen feinen Schweinsbraten gegessen oder in der Alt Wiener Gastwirtschaft Schilling das perfekte Wiener Schnitzel geschlemmt habe.
Und dann wäre da noch das Projekt unik.at, das behinderte Menschen mit hochwertigem Kunsthandwerk in die Arbeitswelt führt. Oder die Künstlerin Silvia Ederer, die sich auch an der kürzlich veranstalteten Kunstauktion KunstSOS Mitmensch beteiligt hat. Musikalisch wäre der Jazz Club Miles Smiles erwähnenswert, Wiens ältester Modern Jazz Club.
Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Daher mein Vorschlag: Selber nach Wien gehen und die Stadt entdecken. Viel Spass!
Auf den Trampelpfaden bin ich dieser Tage nicht oft anzutreffen. Nichts gegen die wirklich sehenswerten Sehenswürdigkeiten hier in Wien. Die sind aussergewöhnlich. Ein paar davon habe ich auch abgelichtet. Viel spannender finde ich die Dinge, die in keinem Reiseführer stehen. Und von denen gibt es viele zu entdecken - besonders in kulinarischer Hinsicht. Zwei Einkehrmöglichkeiten sollen an dieser Stelle vorgestellt werden:
Das Land in der Stadt - Cafe der Provinz
Zu meinem Glück gleich um die Ecke liegt das Cafe der Provinz. Am späten morgen empfängt es mich jeweils zum 10-Uhr-Kaffee, der mir neuen Schwung für den Tag gibt. Gemütliches Sitzenbleiben ist hier Pflicht. Die Speisen sind aus sorgfältig ausgewählten Produkten zubereitet. Bio ist Programm und lässt feine Galettes, Crêpes und Salate spriessen. Samstag und Sonntag gibt es von 9 bis 15 h ein feines Frühstücksbuffet. Eine Perle im 8. Bezirk, Maria Treu Gasse 3, täglich geöffnet von 8 bis 23 h.
Brennende Pfannen - noi
Denise und das noi-Team sagen von ihrer Küche: «Die kulinarische Ausrichtung könnte man als Crossover bezeichnen (nicht umsonst heißt ‘noi’ übersetzt vom Italienischen her ‘wir’ und aus dem Thailändischen ‘klein’: oft spannen wir bei unseren Speisen den Bogen vom Asiatischen über das Bodenständige bis hin zum Mediterranen.» Der Herd, in der Mitte des Restaurants, bietet die Möglichkeit, dem geschäftigen Treiben der Köchin über die Schulter zu schauen. Ihre Freude an der Arbeit findet sich in den feinen Speisen im Teller wieder. Schön, dass es solche Orte gibt - im 16. Bezirk, Payergasse 12, geöffnet Di-Fr 11-24 h, Sa 9-24 h, So 10-18 h. Im Sommer auch draussen auf dem Platz.
(Bilder: Patrick Vent)
Salz - wohl abgeschmeckt
Was Salz auf die Bühne bringen, ist nur schwer mit Worten fassbar. Die Instrumente - Susanna Gartmayer an der Bassklarinette und Iris Kübler am Akkordeon - geben aber schon einen Hinweis. Zwei sich ergänzende, kontrastreiche Klangwelten treffen aufeinander. Meist temporeich, rhythmisch und mit einem Hang zur Avantgarde jagen, ergänzen und umgarnen sich die beiden Musikerinnen. Zu sehen am 16. Mai waren sie in der Sargfabrik im 14. Bezirk. Es war ein erlebnisreicher Abend mit der Aufforderung, genau hinzuhören und gewohnte Klangerfahrungen zu durchbrechen. Mir hat es gefallen.
Clara Luzia - Sommermelancholie
Ein Abend im Sommer unter freiem Himmel mit netten Leuten und Musik, die zwar die Sorgen nicht vergessen, sie aber erträglich machen lässt. Die Texte von Clara Luzia schwelgen in Erinnerungen, bohren in Konflikten und prangern auch schon mal die wirtschaftlichen Missverhältnisse an. Begleitet wird ihre Stimme von einer eingespielten Band, die Luzias Folksongs charakterstark unterstützt. Beim Konzert am 17. Mai war die summerstage zwar in klangtechnischer Hinsicht nicht der ideale Ort. Für das Sommergefühl mit Holunderduft und Donaurauschen aber genau richtig. Weitere Konzerte in der summerstage finden dieses Jahr noch bis 7. September statt. Hingehen, genießen und sich treiben lassen.
(Bilder: Patrick Vent)
Tom Waits erkärt das Motto PEHDTSCKJMBA für seine Tournee durch Amerika. Klar ist nur, dass nichts klar ist. Eine Pressekonferenz mit oder ohne Presseleuten? Bericht bis zum Ende sehen, dann wisst Ihr mehr…
Diese Kunst ist zur Auslöschung verdammt. Wer mit Sand arbeitet, rechnet mit dem steten Zerfall. Zum Meerwasser kommen Wind und Regen. Jim Denevan fertigt Zeichnungen in Sand an - freihändig. Für bis zu sieben Stunden nimmt er gehend einen Strand in Beschlag. Was dabei herauskommt sind erstaunliche Zeichen in sonst zeichenlosen Räumen. Es sind Spuren, die auf der Grundlage des Vorhandenen aufbauen und auf Absicht hindeuten. Sind es auch Zeichen von Leben? Ist Absicht der Hinweis auf Leben?
Zuerst ist da die offene Fläche. Das Meer auf der einen Seite, der Strand und das angrenzende Land auf der anderen. Seine Zeichenutensilien sind Holzstäbe, die er am Strand selber findet. Andere Male nimmt er einen Rechen.
Für Jim Denevan ist der Vorgang des Zeichnens fester Bestandteil des Kunstwerks. Er ist von Rhythmus und Zeit gekennzeichnet. In den bis zu 50 km langen Zeichenwanderungen arbeiten Füsse, Hände und Orientierung Hand in Hand. Die entstehende Linie ist Ausdruck von Vergangenheit, im Sinne bereits gezeichneter Elemente, Gegenwart, im Sinne gerade entstehender Elemente und Zukunft, im Sinne des fertigen Kunstwerks.
Nach Fertigstellung wird es sich selbst überlassen. Die Gezeiten, das Wasser aber auch die Menschen beginnen die Zeichnung zu begehen. Zunächst mit Respekt, mit fortschreitender Auflösung zunehmend ohne Berührungsängste. Und irgendwann ist wieder alles beim Alten, die Leinwand gelöscht. Ist wirklich wieder alles beim Alten?
Bei KQED ist ein interessanter Film zur Entstehung seiner Kunstwerke zu sehen.
Wer unter Schlaflosigkeit leidet, hat ein Problem. Was man in der schlaflosen Zeit alles so anstellen kann, öffnet aber unter Umständen ganz neue Welten. Besonders wenn man die Zeit einfrieren kann - zumindest in der Vorstellung.
Im Film von Sean Ellis leidet der Kunststudent Ben (Sean Biggerstaff) nach der schmerzvollen Trennung von seiner Freundin Suzy unter Schlaflosigkeit. Um die Zeit in den schlaflosen Nachtstunden rumzubringen, arbeitet er in einem Supermarkt. Für acht Stunden Arbeit erhält er Geld - Cashback. Dort lernt er andere schräge Vögel kennen, die auf ihre Art die öde Nachtschicht totschlagen.
Ben tut das, indem er sich Vorstellt, die Zeit stehe still. So kann er die Schönheit der «eingefrorenen» Welt mit deren Menschen studieren - besonders die hübsche Kassiererin Sharon (Emilia Fox). Weiss sie die Antwort auf Bens Schlaflosigkeit?
GiveMeaning
Geld für sinnvolle Projekte sammeln - mit GiveMeaning ist das einfach und bequem online möglich. Seit 2004 ist der Service tätig, der bisher weltweit über 1200 verschiedene Projekte unterstützt hat. Der kostenlose Service hilft registrierten Non-profit Organisationen und gemeinnützigen Institutionen Geld für bestimmte Projekte zu sammeln. Wie die Bedingungen dafür lauten, ist bei GiveMeaning direkt einsehbar.
Nano-Technologie
Neue Technologien bergen neue Gefahren. Bei Radioaktivität hat man längst erkannt, welche das sind. Noch nicht so weit steht es mit der Nano-Technologie, die unsere Welt erobert, noch bevor wir abschätzen können, welche gesundheitlichen Folgen sie hat. Auf jeden Fall ist es schon mal gut, ein Logo zu kreieren, das auf (mögliche) Gefahren hinweist. Ausgeschrieben hat den Wettbewerb die ETC Group.
Mit Preis ins Gefängnis
Die Künstlergruppe Ztohoven hatte mit ihrer Manipulation einen kleinen Atompilz steigen lassen (s. Bericht bei taxipluto) und erhielt kürzlich dafür einen Preis der tschechischen Nationalgalerie «NG 33». Die Begründung der Jury: «This piece - alongside all of the art the group Ztohoven is making - is crossing the border from art into something more social. The artists are trying to escape from the cage of art, and into real life. They would like to influence their own lives, and other people’s lives.» Ganz anders sieht das das tschechische Fernsehen, das rechtliche Schritte gegen die Künstler eingeleitet hat. Sechs Mitglieder der Gruppe wurden verhaftet. Ihnen drohen wegen öffentlichem Aufruhr und der Verbreitung falscher Informationen bis drei Jahre Haft.
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