Tag Archiv für 'kultur'



Wien – zum Schluss endlos

Es gäbe noch viel, über das ich von Wien schreiben könnte. Davon, dass ich im Gasthaus am nordpol 3 einen feinen Schweinsbraten gegessen oder in der Alt Wiener Gastwirtschaft Schilling das perfekte Wiener Schnitzel geschlemmt habe.

Und dann wäre da noch das Projekt unik.at, das behinderte Menschen mit hochwertigem Kunsthandwerk in die Arbeitswelt führt. Oder die Künstlerin Silvia Ederer, die sich auch an der kürzlich veranstalteten Kunstauktion KunstSOS Mitmensch beteiligt hat. Musikalisch wäre der Jazz Club Miles Smiles erwähnenswert, Wiens ältester Modern Jazz Club.

Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Daher mein Vorschlag: Selber nach Wien gehen und die Stadt entdecken. Viel Spass!

Oasen in Wien

Auf den Trampelpfaden bin ich dieser Tage nicht oft anzutreffen. Nichts gegen die wirklich sehenswerten Sehenswürdigkeiten hier in Wien. Die sind aussergewöhnlich. Ein paar davon habe ich auch abgelichtet. Viel spannender finde ich die Dinge, die in keinem Reiseführer stehen. Und von denen gibt es viele zu entdecken – besonders in kulinarischer Hinsicht. Zwei Einkehrmöglichkeiten sollen an dieser Stelle vorgestellt werden:

Das Land in der Stadt – Cafe der Provinz
Zu meinem Glück gleich um die Ecke liegt das Cafe der Provinz. Am späten morgen empfängt es mich jeweils zum 10-Uhr-Kaffee, der mir neuen Schwung für den Tag gibt. Gemütliches Sitzenbleiben ist hier Pflicht. Die Speisen sind aus sorgfältig ausgewählten Produkten zubereitet. Bio ist Programm und lässt feine Galettes, Crêpes und Salate spriessen. Samstag und Sonntag gibt es von 9 bis 15 h ein feines Frühstücksbuffet. Eine Perle im 8. Bezirk, Maria Treu Gasse 3, täglich geöffnet von 8 bis 23 h.

Brennende Pfannen – noi
Denise und das noi-Team sagen von ihrer Küche: «Die kulinarische Ausrichtung könnte man als Crossover bezeichnen (nicht umsonst heißt ‘noi’ übersetzt vom Italienischen her ‘wir’ und aus dem Thailändischen ‘klein’: oft spannen wir bei unseren Speisen den Bogen vom Asiatischen über das Bodenständige bis hin zum Mediterranen.» Der Herd, in der Mitte des Restaurants, bietet die Möglichkeit, dem geschäftigen Treiben der Köchin über die Schulter zu schauen. Ihre Freude an der Arbeit findet sich in den feinen Speisen im Teller wieder. Schön, dass es solche Orte gibt – im 16. Bezirk, Payergasse 12, geöffnet Di-Fr 11-24 h, Sa 9-24 h, So 10-18 h. Im Sommer auch draussen auf dem Platz.


(Bilder: Patrick Vent)

Sommerabende in Wien

Salz – wohl abgeschmeckt
Was Salz auf die Bühne bringen, ist nur schwer mit Worten fassbar. Die Instrumente – Susanna Gartmayer an der Bassklarinette und Iris Kübler am Akkordeon – geben aber schon einen Hinweis. Zwei sich ergänzende, kontrastreiche Klangwelten treffen aufeinander. Meist temporeich, rhythmisch und mit einem Hang zur Avantgarde jagen, ergänzen und umgarnen sich die beiden Musikerinnen. Zu sehen am 16. Mai waren sie in der Sargfabrik im 14. Bezirk. Es war ein erlebnisreicher Abend mit der Aufforderung, genau hinzuhören und gewohnte Klangerfahrungen zu durchbrechen. Mir hat es gefallen.

Clara Luzia – Sommermelancholie
Ein Abend im Sommer unter freiem Himmel mit netten Leuten und Musik, die zwar die Sorgen nicht vergessen, sie aber erträglich machen lässt. Die Texte von Clara Luzia schwelgen in Erinnerungen, bohren in Konflikten und prangern auch schon mal die wirtschaftlichen Missverhältnisse an. Begleitet wird ihre Stimme von einer eingespielten Band, die Luzias Folksongs charakterstark unterstützt. Beim Konzert am 17. Mai war die summerstage zwar in klangtechnischer Hinsicht nicht der ideale Ort. Für das Sommergefühl mit Holunderduft und Donaurauschen aber genau richtig. Weitere Konzerte in der summerstage finden dieses Jahr noch bis 7. September statt. Hingehen, genießen und sich treiben lassen.

(Bilder: Patrick Vent)

Tom Waits Pressekonferenz

Tom Waits erkärt das Motto PEHDTSCKJMBA für seine Tournee durch Amerika. Klar ist nur, dass nichts klar ist. Eine Pressekonferenz mit oder ohne Presseleuten? Bericht bis zum Ende sehen, dann wisst Ihr mehr…

Vergängliche Kunst – Jim Denevan

Diese Kunst ist zur Auslöschung verdammt. Wer mit Sand arbeitet, rechnet mit dem steten Zerfall. Zum Meerwasser kommen Wind und Regen. Jim Denevan fertigt Zeichnungen in Sand an – freihändig. Für bis zu sieben Stunden nimmt er gehend einen Strand in Beschlag. Was dabei herauskommt sind erstaunliche Zeichen in sonst zeichenlosen Räumen. Es sind Spuren, die auf der Grundlage des Vorhandenen aufbauen und auf Absicht hindeuten. Sind es auch Zeichen von Leben? Ist Absicht der Hinweis auf Leben?

Zuerst ist da die offene Fläche. Das Meer auf der einen Seite, der Strand und das angrenzende Land auf der anderen. Seine Zeichenutensilien sind Holzstäbe, die er am Strand selber findet. Andere Male nimmt er einen Rechen.

Für Jim Denevan ist der Vorgang des Zeichnens fester Bestandteil des Kunstwerks. Er ist von Rhythmus und Zeit gekennzeichnet. In den bis zu 50 km langen Zeichenwanderungen arbeiten Füsse, Hände und Orientierung Hand in Hand. Die entstehende Linie ist Ausdruck von Vergangenheit, im Sinne bereits gezeichneter Elemente, Gegenwart, im Sinne gerade entstehender Elemente und Zukunft, im Sinne des fertigen Kunstwerks.

Nach Fertigstellung wird es sich selbst überlassen. Die Gezeiten, das Wasser aber auch die Menschen beginnen die Zeichnung zu begehen. Zunächst mit Respekt, mit fortschreitender Auflösung zunehmend ohne Berührungsängste. Und irgendwann ist wieder alles beim Alten, die Leinwand gelöscht. Ist wirklich wieder alles beim Alten?

Bei KQED ist ein interessanter Film zur Entstehung seiner Kunstwerke zu sehen.

Und hier ein weiterer Film bei YouTube:

(Bilder: Jim Denevan)

Wunderpilze 0001

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Und wieder eine neue Reihe; nach der bereits laufenden über Philosophie, dieses Mal eine über im Netz gefundenes Strandgut.

Ein kurzer Bericht über Freeganer im node16 (pdf-Dokument) von nodeland und etwas ausführlicher im Spiegel.

Eine bessere Welt schaffen; fairdo (via) und WorldChanging vernetzen.

Zukunft gerichtetes Design bei inhabitat.

Visuellen Widerstand in Posterform gibt es bei Justseeds zu kaufen.

Gestrickten Widerstand bei microRevolt. Ausführlicher Bericht darüber hier.

Régine Debatty von we-make-money-not-art.com in einem interessanten Vortrag über «Media art: making it or faking it?»

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Cashback: Schöne Schlaflosigkeit

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Wer unter Schlaflosigkeit leidet, hat ein Problem. Was man in der schlaflosen Zeit alles so anstellen kann, öffnet aber unter Umständen ganz neue Welten. Besonders wenn man die Zeit einfrieren kann – zumindest in der Vorstellung.

Im Film von Sean Ellis leidet der Kunststudent Ben (Sean Biggerstaff) nach der schmerzvollen Trennung von seiner Freundin Suzy unter Schlaflosigkeit. Um die Zeit in den schlaflosen Nachtstunden rumzubringen, arbeitet er in einem Supermarkt. Für acht Stunden Arbeit erhält er Geld – Cashback. Dort lernt er andere schräge Vögel kennen, die auf ihre Art die öde Nachtschicht totschlagen.

Ben tut das, indem er sich Vorstellt, die Zeit stehe still. So kann er die Schönheit der «eingefrorenen» Welt mit deren Menschen studieren – besonders die hübsche Kassiererin Sharon (Emilia Fox). Weiss sie die Antwort auf Bens Schlaflosigkeit?

Ab März 2008 auf DVD erhältlich.

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