Tag Archiv für 'medien'



Chinas Druck auf Blog-Szene

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Die chinesische Regierung übt weiter Druck auf den heimischen Internet-Bereich aus. In einem vorgestern veröffentlichten Schreiben der Internet Society of China (ISC), einem Zweig des Ministeriums für Informationsindustrie, wird die Unterzeichnung eines Abkommens für Selbst-Einschränkung (engl. self-discipline pact) kundgetan (s. auch Bericht bei taxipluto).

Das Abkommen wurde bereits von Service Providern in China, wie Yahoo.cn! oder MSN.cn unterzeichnet.

Damit werden Firmen, die im Internet-Bereich tätig sind, zur Zusammenarbeit in Bereichen sensitiver Daten angehalten. Das betrifft die Registrierung von Bloggern und den Inhalten von Blogs.

Die Reporters Without Borders sagen dazu in einem Bericht: «Dieser Entscheid wird erhebliche Auswirkungen auf die chinesische Blog-Sphäre haben und bedeutet das Ende von anonymen Blogs. Eine neue Welle der Zensur und Unterdrückung scheint unmittelbar bevorzustehen.»

Das Abkommen sieht vor, dass Service Provider für Blogs dazu «ermutigt» werden, ihre Benutzer zur Veröffentlichung ihrer Identität anzuhalten. Diese Daten sollen den Offiziellen dann zur Verfügung gestellt werden. Ähnliches hat übrigens in der Vergangenheit schon zu Verhaftungen geführt.

Einige der Services, die der Unterzeichnung des Abkommens bereits zugestimmt haben: Msn.cn, Renmin Wang, Xinlang, Sohu, Wangyi, Tom, Qianlong Wang, Hexun Wang, Boke Tianxia, Tianji Wang, Yahoo.cn, Huasheng Zaixian, Bolianshe und Tengxun.

(via: Boing Boing)

Blogs sind unschuldig(er)

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Entgegen Aussagen, dass amerikanische Militärblogs ein Sicherheitsproblem sind, zeigt sich nun, dass offizielle Militärseiten das grössere Problem darstellen (s. dazu auch Bericht bei taxipluto).

Eine Studie, die zwischen Januar 2006 und Januar 2007 durchgeführt wurde, zeigt, dass 1813 Brüche auf 878 offiziellen Websites lediglich 28 Verfehlungen auf 594 unterschiedlichen Blogs gegenüber stehen.

Laut einer Aussage von Marcia Hofmann von der Electronic Frontier Foundation, welche die Daten erhoben hat, «ist es wohl klar, dass offizielle Seiten der Militärs das tatsächliche Problem darstellen, nicht Blogs.»

Link Bericht bei Wired
(via: Boing Boing)

Wikipedia-Manipulationen offen gelegt

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Wikipedia hat Brockhaus und Co. das Fürchten gelernt. Aber nicht nur die Herausgeber von Lexika haben ihre Mühe mit der Online-Enzyklopädie. Auch Firmen oder Institutionen beschäftigen sich aus Eigeninteresse mit dem beliebten Nachschlagewerk (s. auch Bericht bei taxipluto)

Dabei machen sie handfeste Interessen geltend. Wer in welchem Umfang Einträge der eigenen Firma oder Institution oder auch von anderen frisiert, zeigt ein Online tool. Die meisten Veränderungen werden aufgrund von Fehlern in der Schreibung von Ausdrücken oder in Ungenauigkeiten von Tatsachen vorgenommen.

Unter den Urhebern (zumindest muss man das annehmen – stehen doch die Computer an den angegebenen Orten) sind Firmen wie Pfizer, Wal-Mart oder ExxonMobil, News-Services wie Fox News oder die New York Times aber auch ideologische Kreise wie der Vatikan oder die Church of Scientology.

Neben den harmlosen Änderungen gibt es auch andere, die unangenehme Tatsachen entfernen oder solche, die Berichte korrigieren, die das Ansehen schädigen könnten.

Dabei sind schon einige interessante Dinge hervorgekommen. So hat sich beispielsweise der Vatikan am Eintrag über Sinn Fein’s Gerry Adams hergemacht. Andere Einträge wurden von CIA-Computern aus oder von Computern in Büros, die von politischen Parteien unterhalten werden, abgeändert. Bei Nachfragen bei den entsprechenden Verantwortlichen geben sich diese jeweils schwammig. Niemand will so richtig zugeben, dass Angehörige der eigenen Institution womöglich Änderungen vornehmen. Und wenn sie es tun, dann immer aus persönlichen und nicht aus institutionellen Gründen.

Links: Bericht bei BBC
Wikiscanner
Wikidgame

Das halten Journalisten von Web 2.0

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Wenn etwas Neues auf den Markt kommt, stellt sich immer die gleiche Frage: Mitmachen oder warten, bis sich der Trend wieder auflöst. Fast kein anderer Begriff hat in letzter Zeit die Diskussionen in und rund ums Internet so beherrscht, wie Web 2.0. Das sollte auch Journalisten, die vorwiegend angestammte Printmedien bedienen, nicht kalt lassen – sollte man zumindest meinen.

Dass dem nicht in allen Bereichen so ist, hat eine Studie mit dem Titel «media studie 2007» der dpa-Tochter news aktuell aufgedeckt. Die Studie hat sich der Frage angenommen, «Was Journalisten von den aktuellen Trends im Internet halten und wie sie die Zukunft der Medien sehen.» Die Auswertung der rund 1200 befragten Journalisten fördert teilweise Erstaunliches zu Tage.

Begriff Web 2.0
Im Begriff Web 2.0 sehen die meisten die logische Fortentwicklung des Webs (25%), ist für sie einfach Kommunikation (20%) oder sie finden gar, dass es sich dabei um einen überschätzten Hype (11%) handelt. Nur 1% der Befragten halten das Ganze für eine Revolution. Dass alleine schon der Begriff Web 2.0 für teilweise heisse Köpfe sorgt, ist nichts Neues. Wie wenig Beachtung aber von Journalistenseite dem Ganzen entgegengebracht wird, ist schon erschreckend.

Relevanz
Und auch die Antworten auf die nächste Frage lassen aufhorchen. Darauf, welche Relevanz Web 2.0-Angebote für die journalistische Arbeit hat, antworten mehr als die Hälfte, nur eine geringe (52%), oder gar keine (9%); nur für ein Viertel eine hohe (25%). Lässt sich daraus schliessen, dass Journalisten die meinungsmachende Rolle von Blogs unterschätzen? Eine aktive Teilnahme schliessen die meisten zumindest aus. Nur eine geringe Zahl schreibt selbst einen Blog (12%) oder hinterlässt Kommentare (13%). Blogs sind in den Köpfen von Journalisten noch nicht angekommen. > weiterlesen ‘Das halten Journalisten von Web 2.0′

storyspots – News im Griff

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Wer heute in Sachen aktuelle Nachrichten auf dem Laufenden sein will, hat verschiedene Möglichkeiten. Er kann von Zeit zu Zeit einschlägige Nachrichtenportale beackern oder deren RSS-Feeds abonnieren.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Website storyspots, die im 30-Minuten-Takt Presse-Homepages nach Updates durchsucht. Per Mouse over über eine Liste können dann jeweils die Seiten, die von persönlichem Interesse sind, aufgerufen werden. Die gezeigte Startseite der jeweiligen Site wird von Werbung befreit dargestellt. Mit der eher bildhaften Herangehensweise ergänzt diese Site Angebote wie 10×10 oder Daylife/Highligts (s. Bericht bei taxipluto)

Zweck der Site ist laut storyspots: «Schnell sehen, was neu ist und was sich geändert hat.» Neben deutschsprachigen Seiten sind auf diese Weise auch internationale Newsquellen rasch einsehbar. Jeder Listeneintrag ist mit einem kleinen nach unten zeigenden Pfeil versehen. Dieser ist einerseits ein Link zur jeweiligen Newsquelle und andererseits werden bei einem Mouse over wahlweise Titel aus dem RSS-Feed gezeigt. Eine (leider etwas träge) Thumbnail map kann anstelle der Liste eingeblendet werden.

Hilfreich für das aktuelle Monitoring kann die Suchfunktion sein. Diese sucht in unmittelbar tagesaktuellen Online-Inhalten (keine Archivsuche) und zeigt somit auf, ob aktuell zu einem gewünschten Begriff Nachrichten verfügbar sind. Wem das nicht genug ist, kann den gewünschten Suchbegriff auch noch als RSS-Feed abonnieren.

Alles in allem ein rundes Angebot, das das tägliche Monitoring von Nachrichtenseiten erleichtert.

Fiktion wird wahr

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Nicht selten nehmen Sciencefiction-Filme kommende Entwicklungen voraus. Manchmal sind es auch fiktive Nachrichtenmeldungen. So geschehen am letzten Dienstagabend.

The Onion, das News Network, das falsche Nachrichtenmeldungen kreiert und unter anderem via Videocast verbreitet (s. Bericht bei taxipluto), hat vor einiger Zeit den fiktiven Bericht gesendet, dass das Internet abgestürzt sei (s. Film unten).

Zurück zur Realität: Angefangen hat alles mit Spannungsschwankungen in einer Engergie-Station in Daly City. Danach kam es zu einem Brand, der schliesslich die Stromversorgung von Peninsula und San Francisco in Mitleidenschaft zog. (Ausführlicher Bericht über den Stromausfall bei SFGate)

Davon betroffen waren auch verschiedene Webserver. Das gesamte Internet ist zwar nicht zum erliegen gekommen, doch sind immerhin einige bekannte Dienste zeitweilig nicht erreichbar gewesen. Darunter Yelp, über das hier auch schon berichtet wurde, LiveJournal, Typead oder Technorati. Mittlerweile funktionieren die Dienste wieder.

Das Ganze zeigt, dass das Internet anfälliger ist, als man meinen könnte. Kann auch sein, dass the Onion selber für den Crash verantwortlich ist. Das ist natürlich auch eine Falschmeldung, die unwahr ist und bleibt und nie wahr werden wird …


Breaking News: All Online Data Lost After Internet Crash

Überführt durch gelbe Punkte

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Zumindest für einen kurzen Moment ist die Versuchung gross, mit Hilfe des neu gekauften Laserdruckers den eigenen Bargeldbestand aufzustocken. Vorlage einscannen, etwas bearbeiten und wieder ausdrucken. Wäre nicht schlecht, wenn es so einfach wäre.

Dagegen, es so zu tun, gibt es aber einige gewichtige Argumente. Neben den offensichtlichen (richtiges Papier verwendet? Hologramm, Metallfaden, etc.) gibt es auch ein verstecktes: Gelbe Punkte. Die meisten heute im Verkauf angebotenen Farblaserdrucker versehen die Ausdrucke mit kleinen gelben Punkten. Diese dienen dazu festzustellen, wo und wann ein spezifisches Dokument ausgedruckt wurde. Darüber wie diese Codes genau funktionieren, schweigen sich die Hersteller aus.

Für den Nutzer stellt diese Praxis ein weiterer Eingriff in seine Privatsphäre dar (s. Bericht bei taxipluto). Um dem entgegenzuwirken ruft seeing yellow dazu auf, sich beim Hersteller seines Laserdruckers zu beschweren und mit unangenehmen Fragen zu löchern. Das kann aber nicht ungefährlich sein: Eine Person, wurde im Anschluss an die Nachfrage vom US-Secret Service besucht und befragt, weshalb sie die Gelben Punkte loswerden wolle.

Eingriffe in die Privatsphäre nehmen kaum merklich zu. Einen guten Überblick, wie das in elektronischen Medien abläuft, ist bei der Electronic Frontier Foundation nachzulesen.

Mein Tipp an dieser Stelle für Leute, die einen Hang zu Paranoia haben: Diesen Bericht so rasch wie möglich wieder vergessen.

Links: seeing yellow
Electronic Frontier Foundation