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	<title>taxipluto &#187; Philosophie</title>
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		<title>Blog Action Day 2008 &#8211; Armut</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2008 12:40:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digital]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Begriff Armut soll f&#252;r einmal mit etwas mehr Distanz betrachtet werden. Nat&#252;rlich ein Luxus, den sich nur jemand leisten kann, dem es relativ gut geht und der keine existentiellen Probleme hat. So, wie es leider bei Opfern der Hypothekenkrise der Fall ist.
Aktueller Bezug &#8211; Hypothekarkrise USA
Dass der Begriff Armut dieser Tage eine Bedeutung neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/08/125x125.jpg" alt="" title="BAcD08" width="125" height="125" class="alignnone size-full wp-image-870" /><br />
<strong>Der Begriff Armut soll f&#252;r einmal mit etwas mehr Distanz betrachtet werden. Nat&#252;rlich ein Luxus, den sich nur jemand leisten kann, dem es relativ gut geht und der keine existentiellen Probleme hat. So, wie es leider bei Opfern der Hypothekenkrise der Fall ist.</strong></p>
<p><strong>Aktueller Bezug &#8211; Hypothekarkrise USA</strong><br />
<img src="http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/10/tent.jpg" alt="" title="tent" width="128" height="128" class="alignleft size-full wp-image-972" />Dass der Begriff Armut dieser Tage eine Bedeutung neuen Ausma&#223;es bekommen w&#252;rde, h&#228;tten sich die Themengeber des <a href="http://blogactionday.org/" target="_blank" onclick="urchinTracker('/outgoing/blogactionday.org/?referer=');">Blog Action Day 2008</a> wohl nicht gedacht. Obwohl die Finanzkrise durch die pausenlose Berichterstattung in den Medien f&#252;r viele bisher nur ein abstraktes Gebilde war, wird sie fr&#252;her oder sp&#228;ter auch f&#252;r jeden Einzelnen von uns konkrete Auswirkungen haben. Welche sie in den USA heute schon hat, zeigen anschaulich Bilder von Zeltst&#228;dten, in denen Menschen wohnen, die durch die Hypothekarkrise ihr Eigenheim verloren haben. Dar&#252;ber ist bei der <a href="http://antieviction.org.za/2008/03/26/solidarity-tent-city-residents-evicted-dwellings-bulldozed-usa/" target="_blank" onclick="urchinTracker('/outgoing/antieviction.org.za/2008/03/26/solidarity-tent-city-residents-evicted-dwellings-bulldozed-usa/?referer=');">Anti-Eviction Campaign</a> ein interessanter Bericht nachzulesen. Traurig ist, dass auf &#246;ffentlichen Druck diese Zeltst&#228;dte auch schon wieder aufgel&#246;st werden. Nicht einmal das Wenige bleibt den Betroffenen noch. <a href="http://freethemarketman.wordpress.com/2008/06/16/the-global-financial-crisis-tent-city-usa/2/" target="_blank" onclick="urchinTracker('/outgoing/freethemarketman.wordpress.com/2008/06/16/the-global-financial-crisis-tent-city-usa/2/?referer=');">The FreeMarketMan</a> hat &#252;ber die Zeltst&#228;dte in Kalifornien Videos gepostet. (Bild: Scott Sady, AP)</p>
<p><strong>Armut &#8211; Mangel an etwas</strong><br />
Armut als Bezeichnung eines Mangelzustandes kann sich auf unterschiedliche Dinge beziehen. Sowohl auf solche gr&#246;&#223;erer als auch kleinerer Wichtigkeit &#8211; Objekte materieller oder geistiger Natur. Unter den &#228;u&#223;eren Dingen haben solche, die die Grundbed&#252;rfnisse abdecken, vorrangige Bedeutung. Diese werden durch Dinge erg&#228;nzt, die zu einem h&#246;heren oder tieferen Lebensstandard beitragen.<br />
Die Abdeckung der lebensnotwendigen Grundbed&#252;rfnisse steht am unteren Ende der Skala; nach oben hin ist sie offen (?). Mangel bezeichnet einen relativen Zustand. Eine absolute Umschreibung der Bezeichnung Armut gibt es nicht. Die Feststellung eines Mangelzustands ist individuell und momentan. Zust&#228;nde wie Hunger, Trauer oder Lustlosigkeit entstehen nur in Bezug zu einem geistigen Bewusstsein, das sie wahrnimmt. <span id="more-970"></span></p>
<p><strong>Natur der Dinge</strong><br />
Armut tritt auf, weil die Dinge von verg&#228;nglicher Natur sind. So ist die Tilgung eines Mangelzustands meist nur von vor&#252;bergehender Dauer. W&#228;ren die Dinge von best&#228;ndiger Natur, w&#252;rde eine einmalige Beseitigung eines Mangelzustands das Problem von Grund auf l&#246;sen. Hunger ist ein offensichtliches Beispiel daf&#252;r, dass dem nicht so ist.</p>
<p><strong>Pers&#246;nlichkeit</strong><br />
Zur Entwicklung einer Pers&#246;nlichkeit sind gewisse Grundvoraussetzungen n&#246;tig. Das Mindestmass an charakterlichen Eigenschaften f&#252;hrt dementsprechend zu einer durchschnittlichen Pers&#246;nlichkeit. Zus&#228;tzliche Eigenschaften wie Gro&#223;z&#252;gigkeit oder Mitgef&#252;hl bereichern die Pers&#246;nlichkeit und beeinflussen wesentlich, welcher Art ihre Beziehungen zu anderen Personen sind.<br />
Die Umschreibung der Faktoren, die zu einer gesund entwickelten Person f&#252;hren, ist aufgrund der Natur der Materie &#228;u&#223;erst schwierig. Alleine schon die Definition einer «gesund entwickelten Pers&#246;nlichkeit» ist nicht einfach. Zu den pers&#246;nlichen Voraussetzungen gesellen sich &#228;u&#223;ere Faktoren wie der engere Familien- und Bekanntenkreis, die Art der Ausbildung oder der Wohnort, an dem sie aufw&#228;chst. Alle diese Dinge &#252;ben einen direkten oder indirekten Einfluss auf das Individuum aus.</p>
<p><strong>Gegenst&#252;ck vorhanden</strong><br />
Armut in Bezug auf eine Pers&#246;nlichkeit ist nicht gleich Armut in materieller Hinsicht. W&#228;hrendem bei letzterem die Abwesenheit eines Objektes gemeint ist (Nahrung, Haus, Bildungseinrichtungen, etc.), beinhaltet Armut an einem bestimmten Charakterzug meist das Vorhandensein eines anderen mit der Eigenschaft verbundenen Wesenszugs. Eine r&#252;cksichtsvolle Person ist weniger egoistisch als eine selbstbezogene Person. Eine geizige Person wird M&#252;he damit haben, anderen gegen&#252;ber gro&#223;z&#252;gig zu sein. Die eine Eigenschaft schlie&#223;t die jeweils andere entgegen gesetzte aus. So betrachtet ist Armut nicht als Mangelzustand zu sehen und dementsprechend frei einer Wertung.<br />
Der Begriff Armut kann in Zusammenhang mit Charaktereigenschaften aber auch mit einer Wertung verkn&#252;pft werden &#8211; im Sinne eines Mangels an positiven Eigenschaften. Welche positiv gesehen werden, ist wiederum von pers&#246;nlichen und gesellschaftlichen Faktoren abh&#228;ngig; ebenso vom unmittelbaren Zusammenhang. W&#228;hrendem Sanftmut im Umgang mit Kindern durchaus angebracht ist (aus erzieherischer Sicht sicher nicht immer) wird sie in der Gesch&#228;ftswelt mit Schw&#228;che und einem Fehlen an Durchsetzungskraft gleichgesetzt.</p>
<p><strong>Armut beseitigen</strong><br />
Alle Arten von Mangelzust&#228;nden werden immer mit dem Geist einer Person wahrgenommen; egal ob es ein &#228;u&#223;erer oder ein innerer ist. Die Grenze zwischen Mangel und Unzufriedenheit ist flie&#223;end. Dagegen ist Armut als Fehlen der Grundvoraussetzungen vor allem in materieller aber auch geistiger Hinsicht klar ersichtlich und unbestritten. Die Gesellschaft hat alle Voraussetzungen zur Verf&#252;gung zu stellen, damit diese grundlegende Armut nicht auftritt. Staatliche Institutionen sind ebenso gefordert, wie gemeinn&#252;tzige Einrichtungen. Zu guter Letzt liegt es aber in der Verantwortung jedes einzelnen, einen Beitrag zur Tilgung der Armut zu leisten.</p>
<p><strong>Zufriedenheit als Gegenst&#252;ck</strong><br />
Zufriedenheit ist das Gegenmittel gegen Unzufriedenheit auf individueller Ebene. In der Betrachtung anderer Personen Besitzt&#252;mer kann es leicht geschehen, dass man mit dem Ma&#223; der eigenen G&#252;ter unzufrieden ist. Auf materieller Ebene ist es nur in beschr&#228;nktem Umfang m&#246;glich, den Unterschied zu den anderen auszugleichen. Leider gilt das auch f&#252;r schulische Bildung, die auf die freie Zug&#228;nglichkeit entsprechender Bildungsinstitutionen und das Vorhandensein finanzieller Mittel angewiesen ist. Dagegen ist das Hinzugewinnen weiterer positiver Charaktereigenschaften nicht in jedem Fall auf materielle Unterst&#252;tzung angewiesen.<br />
Zufriedenheit entsteht dann, wenn einem das gegenw&#228;rtig Vorhandene gen&#252;gt. Eine solche Sicht ist aber nur m&#246;glich, wenn der Blick nicht auf andere und deren Besitzt&#252;mer gerichtet wird, sondern dann, wenn die eigenen Bed&#252;rfnisse untersucht werden und gepr&#252;ft wird, ob diese erf&#252;llt werden.</p>
<p><strong>Richtige Relation, richtige Schl&#252;sse</strong><br />
Wie eingangs erw&#228;hnt, sind solche Betrachtungen ein Luxus, den sich leider nicht jedermann leisten kann. Wer existentielle N&#246;te wie Hunger oder einen Mangel an Kleidung hat, wird sich kaum Gedanken &#252;ber solche Dinge machen. Vorrangiges Ziel ist in diesem Fall die Beseitigung des unmittelbaren Mangels. Dennoch sind solche &#220;berlegungen wichtig, weil sie zu gewissen Schl&#252;ssen f&#252;hren, die ihrerseits zur Verbesserung der Lebensqualit&#228;t der Allgemeinheit f&#252;hren.<br />
Ich ziehe den pers&#246;nlichen Schluss, dass es m&#246;glich ist, Lebensumst&#228;nde zu verbessern, weil sie ver&#228;nderbar sind. Armut hat verschiedene Gesichter, die nicht nur in der Dritten Welt anzutreffen sind, sonder auch in der Ersten Welt &#8211; hier in unserer unmittelbaren Umgebung. Innere Armut ist genauso traurig wie &#228;u&#223;ere. Gegen beide Arten kann jeder im Einzelnen oder im Kollektiven angehen. Alles was es dazu braucht, ist der Wille, Dinge zum Positiven hin zu ver&#228;ndern. Der steht am Anfang und ist gl&#252;cklicherweise kostenlos.</p>
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<p><script src="http://blogactionday.org/js/bae7e1c702a797dc19f2dd501c716fb58cd51895"></script></p>
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		<title>Da schau her 0011 &#8211; Lebenselixier</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jun 2008 17:25:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Einf&#252;hrung eines fest vorgegebenen Todeszeitpunkts h&#228;tte eine ungeahnte Wirkung auf unser Leben. Nehmen wir an, es w&#228;re von Vornherein klar, wie lange das Leben dauern w&#252;rde &#8211; der Einfachheit halber sollen es sechzig Jahre sein. Nat&#252;rlich m&#252;sste es auch eine Garantie geben, dass man tats&#228;chlich so lange leben w&#252;rde, man also nicht irgendwie &#252;bers [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/06/cerry.jpg" alt="" title="cerry" width="128" height="128" class="alignleft size-full wp-image-826" /><strong>Die Einf&#252;hrung eines fest vorgegebenen Todeszeitpunkts h&#228;tte eine ungeahnte Wirkung auf unser Leben. Nehmen wir an, es w&#228;re von Vornherein klar, wie lange das Leben dauern w&#252;rde &#8211; der Einfachheit halber sollen es sechzig Jahre sein. Nat&#252;rlich m&#252;sste es auch eine Garantie geben, dass man tats&#228;chlich so lange leben w&#252;rde, man also nicht irgendwie &#252;bers Ohr gehauen w&#252;rde.</strong></p>
<p>Sechzig Jahre; das w&#228;re klar. Die Auswirkungen auf unser Denken und Handeln w&#228;ren immens. Man w&#252;rde danach streben, eine Arbeit, ein Projekt, was auch immer, zu Ende zu bringen. Kleine wie gro&#223;e Ziele h&#228;tten einen festen Bezugsrahmen, der vorgibt, wie viel Zeit noch &#252;brig bleibt. Lern-, Entwicklungs-, Berufs- oder Beziehungsziele k&#246;nnten festgelegt werden. Es g&#228;be einen Antrieb, diese Ziele erreichen zu wollen.</p>
<p><strong>Wettlauf mit der Zeit</strong><br />
Solche &#220;berlegungen sind nat&#252;rlich nichts weiter als theoretische Spielereien und sie sollen schon gar nicht eine Aufforderung zum kollektiven Selbstmord sein. Vielmehr k&#246;nnen sie zu einer Reihe von &#220;berlegungen f&#252;hren, die eventuell auf das eigene Leben Einfluss haben k&#246;nnen. Dieses steht f&#252;r das genaue Gegenteil einer fest planbaren Gr&#246;&#223;e. Weder der genaue Beginn (einmal abgesehen von k&#252;nstlich eingeleiteten Geburten aller Art) noch das Ende eines Lebens sind f&#252;r uns direkt wahrnehmbar und zeitlich bestimmbare Gr&#246;&#223;en. Einmal auf der Welt, beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Der Todeszeitpunkt wird von diesem Moment an unaufhaltsam auf uns zust&#252;rzen. Weil wir nicht wissen, wann wir sterben, planen wir den Tod auch nicht wirklich in unserem Terminkalender ein. Und dementsprechend verhalten wir uns. Vage rechnen wir damit, noch bestimmt eine gewisse Zeit zu leben. Daher ist es auch m&#246;glich, bestimmte Dinge aufzuschieben. Zeit w&#228;re ja sp&#228;ter noch genug, um sie zu erledigen. <span id="more-825"></span></p>
<p><strong>Bedauern</strong><br />
Wer Sterbende fragt, ob sie ihren nahenden Tod bedauern w&#252;rden, wird zweierlei Antworten erhalten: Die einen werden ihn nicht bedauern, weil sie ein erf&#252;lltes Leben hatten. Was ihnen wichtig war, haben sie erlebt und zu einem guten Ende gebracht; die offenen Rechnungen bezahlt. Die anderen werden ihr baldiges Ende bedauern, weil sie nicht all das erlebt haben, was sie sich gew&#252;nscht hatten. Es gibt f&#252;r sie noch unerledigte Dinge, die sie nicht so ohne weiteres zur&#252;cklassen wollen. Personen, die aufgrund einer unheilbaren Krankheit zumindest noch eine gewisse Zeit leben k&#246;nnen, wollen ihre noch verbleibenden Zeit «sinnvoll» nutzen. Sie wollen die Dinge tun, die sie schon immer tun wollten, sich daf&#252;r aber die Zeit nie genommen hatten. Sie wollen gegen die Frustration ank&#228;mpfen, nicht zu Lebzeiten getan zu haben, was ihnen wirklich am Herzen gelegen hat.</p>
<p><strong>Alternative</strong><br />
Das m&#252;sste nicht sein. W&#228;re das Bewusstsein vorhanden, dass der eigene Tod zu jedem Zeitpunkt und und &#252;berall eintreten k&#246;nnte, w&#252;rden die wichtigen Dinge im Leben nicht aufgeschoben. Man w&#252;rde sie nicht f&#252;r sp&#228;ter aufbewahren, weil man sich im klaren dar&#252;ber w&#228;re, dass es dann vielleicht schon zu sp&#228;te sein k&#246;nnte. Dem Rennen gegen den Tod kann man nur mit einem Mittel entgegentreten: Leben. Die Dinge unmittelbar tun, die einem wichtig sind. Und nicht nur &#252;ber Dinge nachdenken, sondern sie auch tats&#228;chlich in die Tat umsetzen.</p>
<p>Auch die Vergangenheit w&#228;re eine weniger gro&#223;e Last. Wenn man Beispielsweise die Ursachen eines Fehlers erkannt hat, w&#252;rde man nicht in Selbstmitleid oder Unt&#228;tigkeit verharren, sondern seine Lehren daraus ziehen und sein eigenes Verhalten oder die Lebensumst&#228;nde &#228;ndern. Die Zeit zum Tr&#252;bsal blasen w&#228;re zu kostbar. Und man w&#252;rde den Tatsachen mehr Beachtung schenken, anstatt sich von tr&#252;gerischen Vorstellungen t&#228;uschen zu lassen.</p>
<p><strong>Kirschbl&#252;ten</strong><br />
In Japan gibt es die Tradition, im Fr&#252;hjahr bl&#252;hende Kirschb&#228;ume zu bewundern. Kirschbl&#252;ten sind Sinnbild der Fl&#252;chtigkeit jeden Moments. Entweder greift man die M&#246;glichkeit beim Schopf, sich die Bl&#252;ten anzusehen oder man hat die Chance verpasst. Das voranschreitende Leben kennt kein Wiederbringen vergangener Stunden. Also warum nicht gerade jetzt das sagen oder tun, wonach einem schon lange ist? Weshalb den Moment aufschieben? Vielleicht verpasst man sonst die Gelegenheit, es je tun zu k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/drp/10465770/" target="_blank" onclick="urchinTracker('/outgoing/www.flickr.com/photos/drp/10465770/?referer=');">Bildquelle</a></p>
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		<title>Da schau her 0010 &#8211; das Ganze</title>
		<link>http://www.taxipluto.com/2008-04-20-philosophie-da-schau-her-0010-das-ganze</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 12:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdenken ist nicht genug. Nachdenken ist zwar schon viel, definitiv aber nicht genug. Manchmal ist Nachdenken hinderlich, manchmal lebenswichtig. Nachdenken ist nicht nur auf geistiges Tun beschr&#228;nkt. Es kann auch mit dem K&#246;rper geschehen.
Die Grenze zwischen geistigen und k&#246;rperlichen Handlungen ist nicht scharf gezogen. Sie ist wie das Z&#252;ngeln des Meerwassers, das je nach Gezeitenstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdenken ist nicht genug. Nachdenken ist zwar schon viel, definitiv aber nicht genug. Manchmal ist Nachdenken hinderlich, manchmal lebenswichtig. Nachdenken ist nicht nur auf geistiges Tun beschr&#228;nkt. Es kann auch mit dem K&#246;rper geschehen.</strong></p>
<p>Die Grenze zwischen geistigen und k&#246;rperlichen Handlungen ist nicht scharf gezogen. Sie ist wie das Z&#252;ngeln des Meerwassers, das je nach Gezeitenstand mehr oder weniger tief ins Landesinnere str&#246;mt. Jede Handlung wird vom Geist begleitet. Manchmal beobachtend, manchmal lenkend.</p>
<p>Dort wo Handlungen aus Erfahrung heraus geschehen, sind bewusste Gedanken wenig aktiv. Wer kreativ t&#228;tig ist, kennt diesen Vorgang. Zun&#228;chst wird das Handwerkszeug erlernt, das nach unz&#228;hligen Wiederholungen in Fleisch und Blut &#252;bergeht. Zu Beginn lenkt die Hand den Pinsel unter Aufbietung geistiger Aufmerksamkeit, wird der Fuss im Tanz in der richtigen Schrittfolge gesetzt. Der K&#246;rper muss zum Ged&#228;chtnis werden. Der K&#246;rper muss die M&#246;glichkeiten als Vokabular speichern. Dass diese Arbeit notwendig ist, wird jeder Meister seines Metiers best&#228;tigen. Es ist die Arbeit, die hinter dem Meisterwerk steckt, die aber zu rasch in Vergessenheit ger&#228;t. Sie scheint im Widerspruch zur Kraft des Kunstwerks zu stehen. Kunst soll erhaben sein, aus einer magischen Quelle entspringen. Da ist Arbeit fehl am Platz, die von einer Aura k&#246;rperlichen Schweisses umgeben ist. <span id="more-750"></span></p>
<p>Wer die Schrittfolgen im Tanz beherrscht, die m&#246;glichen Bewegungsmuster erforscht hat, die der K&#246;rper zul&#228;sst, kann mit dem eigentlichen Tanz beginnen. Die Arbeit, das Forschen k&#246;nnen endlich Fr&#252;chte tragen. Das K&#246;rperged&#228;chtnis ist bereit f&#252;r die Unmittelbarkeit. Wenn es so etwas wie Magie in der Kreativit&#228;t gibt, dann hier. Der Weg zwischen Absicht und Handlung ist auf ein Minimum zusammengeschrumpft, vielleicht sogar aufgehoben. Wer lenkt den K&#246;rper? Ist es der K&#246;rper selbst, ist es der Geist? Wer lenkt wen? Dr&#228;ngt das Land das herannahende Wasser zur&#252;ck oder zieht sich das Wasser zur&#252;ck? Fragen, die keiner Antworten bed&#252;rfen; denn was daraus entsteht, ist die Antwort. Und sie ist eine Vereinigung von Absicht und K&#246;rper. Das Ergebnis ist ein Sinnbild K&#246;rper gewordenen Geistes, Geist gewordenen K&#246;rpers &#8211; vielleicht sogar von Absichtslosigkeit?</p>
<p>Mann kann diesen Weg w&#228;hlen, wo Geist durch einen bewussten Prozess zu K&#246;rper wird. Und nat&#252;rlich f&#252;hrt das wieder zu neuen Erfahrungen, die ins Bewusstsein zur&#252;ckdr&#228;ngen. Das ist aber nur eine H&#228;lfte der Wirklichkeit. Als Gegenst&#252;ck dazu kann man auch den gegenl&#228;ufigen Weg beschreiten, wo K&#246;rper zu Geist wird. Erfahrung aus Handeln wird erst im Nachhinein reflektiert. Es kann der Weg sein, der aus der Sackgasse f&#252;hrt. Es kann der Befreiungsschlag sein, wenn alles Nachdenken zu keinem Ergebnis f&#252;hrt. Mittel, wenn das Erfahrungskapital nicht gen&#252;gt, um die Auswirkungen abzusch&#228;tzen. Alles Nachdenken ist m&#252;ssig und schreit geradezu nach einer befreienden Handlung. Also tun, nicht nachdenken. So wird sich zeigen, was eine Daseinsberechtigung hat und was nicht.</p>
<p>Selbst in der T&#228;tigkeit des Schreibens gibt es Momente, wo nicht klar ist, was dominanter ist: Absicht oder Handlung. Wenn das erste Wort gesetzt ist, sich weitere Glieder anf&#252;gen, f&#252;hrt das eine zum anderen. Worte als k&#246;rpergewordene Gedanken. Gedanken, die durch den Schreibprozess Form gewinnen und erst so sichtbar werden, erst so bewusst werden.</p>
<p>Nicht nur Unbewusstes wird durch Handeln bewusst. Der K&#246;rper wird auch Geist, wenn &#228;ussere Bedingungen wirken. &#220;berraschende Ereignisse, k&#246;rperliche Erfahrungen zwingen Tatsachen offen und unmittelbar auf. Das lachende Gegen&#252;ber setzt ebenso Tatsachen wie das weinende Kind. Die Wirkung auf den eigenen K&#246;rper ist unmittelbar. Freude und Schrecken sind zun&#228;chst k&#246;rperliche Wahrnehmungen, die erst danach zu Gedanken f&#252;hren. Spontan sind Leute, die in solchen F&#228;llen wenig Zeit mit Nachdenken verlieren. Sie handeln ohne Nachdenken &#8211; erwidern Freude mit Freude, Weinen mit Trost. Einzig der Nachdenkliche &#252;berlegt erst, was er tun will. Sein Zweifel macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Er hindert ihn daran, auf der gleichen Ebene mit dem anderen zu kommunizieren. Nicht der K&#246;rper soll sprechen sondern der Geist. Er will erst seine eigene Position verstehen und sichern. Handeln w&#252;rde demgegen&#252;ber Tatsachen schaffen, die sich nicht r&#252;ckg&#228;ngig machen lassen. Gedanken sind da weniger bedrohlich.</p>
<p>Ausserdem zeigt der K&#246;rper eine weitere Dimension des Daseins, die durch blosses Nachdenken nicht erschlossen werden kann. Er zeigt Grenzen des eigenen F&#252;hlens auf; Unwohlsein oder gar Krankheit weisen darauf hin, dass Grenzen im F&#252;hlen &#252;berschritten werden. Geistiger Schmerz schl&#228;gt sich im Fleisch nieder.</p>
<p>Wer sich nur aufs Nachdenken beschr&#228;nkt, schliesst eine grossartige M&#246;glichkeit aus, Dasein zu erfahren. Er reduziert die erfahrbare Welt auf das, was Denkbar ist. Und das ist niemals alles, was es wert ist zu erfahren. Denn Nachdenken ist nicht genug.</p>
<p><strong>Widmung</strong> Liebe R. Dieser Text ist das unmittelbare Ergebnis unseres Beisammenseins. Er ist vor allem durch unsere gemeinsamen Erlebnisse, aber auch unsere wertvollen Gespr&#228;che entstanden. Das Ergebnis ist ein bleibender Wert, der nicht vergolten werden kann oder muss; er kann in jedem von uns den Raum einnehmen, den wir ihm zumessen wollen. Welche Bedeutung er f&#252;r jeden von uns hat, kann nur in eigener Betrachtung ergr&#252;ndet werden; ebenso zu welchen Konsequenzen er f&#252;hren soll.</p>
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		<title>Da schau her 0009 &#8211; Zeit-Enzian</title>
		<link>http://www.taxipluto.com/2008-03-09-philosophie-da-schau-her-0009-zeit-enzian</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Mar 2008 12:53:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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Das Gef&#252;hl schleicht sich an und ist dann mit einem Mal da. Samstag- oder Sonntagmorgen &#252;berf&#228;llt es mich manchmal; ohne ersichtlichen Grund. Den Zustand k&#246;nnte man mit «Abwesenheit von Absicht» umschreiben. Nennen wir ihn der Einfachheit halber «Zeit-Enzian». Es gibt keine Verabredung zum Kaffee und auch keinen Kunden, der &#252;bers Wochenende noch seinen Auftrag erledigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/03/enzian_1.jpg' alt='enzian_1.jpg' /><img src='http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/03/enzian_2.jpg' alt='enzian_2.jpg' /></p>
<p>Das Gef&#252;hl schleicht sich an und ist dann mit einem Mal da. Samstag- oder Sonntagmorgen &#252;berf&#228;llt es mich manchmal; ohne ersichtlichen Grund. Den Zustand k&#246;nnte man mit «Abwesenheit von Absicht» umschreiben. Nennen wir ihn der Einfachheit halber «Zeit-Enzian». Es gibt keine Verabredung zum Kaffee und auch keinen Kunden, der &#252;bers Wochenende noch seinen Auftrag erledigt haben will. Oder es gibt all das, nur pickst es gegenw&#228;rtig nicht im Hinterkopf, fl&#252;stert h&#246;chstens leise aus der Agenda &#8211; aber zu wenig laut.</p>
<p>Ich habe Zeit, einen Zeit-Enzian. Es ist nicht so, dass er mit einem Schlag, mit grossem Get&#246;se ins Bewusstsein einf&#228;llt. Es ist eher, wie einem langsam aber sicher klar wird, dass man Gefallen an jemandem findet. Es gibt Leute, zu denen f&#252;hlt man sich unmittelbar bei der ersten Begegnung hingezogen. Und dann gibt es die, die man erst mit der Zeit attraktiv findet. Wenn man es erst tut, fragt man sich, weshalb man sie vorher nicht beachtet hat. Die Sch&#246;nheit erschliesst sich schleichend. Ist sie da, freut man sich dar&#252;ber. Der Enzian ist nicht mehr bloss das unscheinbare Bl&#252;mchen. <span id="more-721"></span></p>
<p>Der Unterschied besteht in der Halbwertszeit. W&#228;hrendem die Freude an der entdeckten Sch&#246;nheit einer Person l&#228;ngere Zeit anhalten kann, ist der Zeit-Enzian verh&#228;ltnism&#228;ssig fl&#252;chtig. Unweigerlich taucht die Frage auf: Was soll ich in der freien Zeit tun? Der Zeit-Enzian ist verbl&#252;ht.</p>
<p>Ein gewisses Mass an Ratlosigkeit und Unentschlossenheit kennzeichnet solche Momente. Man ist auf nichts ausgerichtet, hat kein Ziel und f&#252;hlt sich in der Schwebe. Der Zeit-Enzian ist nicht durch &#220;berlegungen herbeigef&#252;hrt und kann dadurch auch nicht heraufbeschworen werden. Man erlebt ihn ganz einfach. Nat&#252;rlich braucht er gewisse Umst&#228;nde, die f&#246;rderlich sind. Und auch Ursachen. Aber diese beiden sind nichts, das man im Hinblick auf den Wunsch, das Gef&#252;hl Zeit haben zu wollen, bewusst arrangieren kann. Der Enzian w&#228;chst vor sich hin und ist mit einem Mal da, poppt aus dem Boden. Man nimmt ihn wahr und ehe man sich&#8217;s versieht, ist er auch schon wieder verschwunden.</p>
<p>Heute Morgen hatte ich einen solchen Zeit-Enzian. Er hat vielleicht eine halbe Minuten gedauert, oder nicht mal. Wo er beginnt, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es ein Gef&#252;hl in der Magengegend oder ein Kribbeln im Nacken. Ist er erst mal da, dann ist er bald wieder weg. Festhalten kann man ihn nur f&#252;r kurze Zeit. Solange, bis man sich entschieden hat. Absicht ist das Mittel, um den Zeit-Enzian zum Verbl&#252;hen zu bringen.</p>
<p>Wenn ich es mir recht &#252;berlege, mag ich Enziane. Das Leben sollte &#246;fters wie ein Zeit-Enzian sein.</p>
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		<title>Da schau her 0008 &#8211; Entschuldigung</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jan 2008 08:14:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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F&#252;r wen ist eine Entschuldigung wichtiger &#8211; den &#220;belt&#228;ter oder den Leidtragenden? Welche Chancen bieten Auseinandersetzungen generell? Und weshalb es dennoch sinnvoll ist, sich zu entschuldigen, auch wenn man damit zugef&#252;gtes Leid nicht ungeschehen machen kann. Eine Betrachtung in erster Linie aus Sicht des T&#228;ters.
Handlungen werden mit oder ohne konkrete Absicht ausgef&#252;hrt. Solange Handlungen nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/01/schuld_1.jpg' alt='schuld_1.jpg' /><img src='http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/01/schuld_3.jpg' alt='schuld_3.jpg' /><img src='http://www.taxipluto.com/wp-content/uploads/2008/01/schuld_2.jpg' alt='schuld_2.jpg' /></p>
<p><strong>F&#252;r wen ist eine Entschuldigung wichtiger &#8211; den &#220;belt&#228;ter oder den Leidtragenden? Welche Chancen bieten Auseinandersetzungen generell? Und weshalb es dennoch sinnvoll ist, sich zu entschuldigen, auch wenn man damit zugef&#252;gtes Leid nicht ungeschehen machen kann. Eine Betrachtung in erster Linie aus Sicht des T&#228;ters.</strong></p>
<p>Handlungen werden mit oder ohne konkrete Absicht ausgef&#252;hrt. Solange Handlungen nur einen selbst betreffen und andere nicht tangieren, kann man tun und lassen was man will. Daneben gibt es solche, die direkte oder indirekte Auswirkungen auf andere haben. Entweder handfeste auf deren K&#246;rper oder weniger greifbare auf deren Geist. Aus den drei m&#246;glichen Arten von Handlungen &#8211; positiven, neutralen oder negativen &#8211; sind vor allem die Auswirkungen aus negativen Handlungen ein Problem. Antriebsfeder f&#252;r sie ist leider oft nur der eigene Gewinn.</p>
<p>Die Handlungen sollen zu etwas f&#252;hren, das erstrebenswert erscheint, wobei man schon mal in Kauf nimmt, dass andere darunter leiden. Auf dem Weg dorthin kreuzen sich Ansichten und daraus folgende Taten mit denen anderer, die etwas gegen die Handlungen und eventuell das Ziel haben. Die unmittelbaren oder langfristigen Folgen sind unangenehm f&#252;r sie. Hier k&#246;nnte man einwenden, dass jeder Betroffene selber Schuld an seinem Leid tr&#228;gt. Ich m&#246;chte aber nicht die Frage der Schuld betrachten, sondern was geschieht, nachdem klar geworden ist, dass andere durch eigenes Handeln Leid davon getragen haben. <span id="more-694"></span></p>
<p><strong>Wie reagieren als T&#228;ter?</strong><br />
Es ist also klar, dass man durch sein Handeln bei anderen Leid ausgel&#246;st hat. Wenn der T&#228;ter davon erf&#228;hrt, kann er zweierlei tun: Entweder sein Handeln rechtfertigen und den eigenen Standpunkt beibehalten oder sein Handeln hinterfragen und neu bewerten. F&#252;r die erste Variante entscheiden sich einerseits Hohlk&#246;pfe und anderseits solche, die von ihrem Handeln absolut &#252;berzeugt sind. Hohlk&#246;pfe haben kein Interesse daran, ihr Handeln zu hinterfragen; ihnen fehlt die F&#228;higkeit der Selbstreflexion. Diejenigen, die von ihrem Handeln absolut &#252;berzeugt sind, sch&#228;tzen den eigenen Gewinn h&#246;her ein, als den Schaden, den andere erfahren.</p>
<p>Diesen gegen&#252;ber stehen Personen, die Selbstkritisch sind. Sie besitzen die F&#228;higkeit zur Selbstreflexion und haben den Wunsch, nicht auf Kosten anderer zu leben. Wenn ihnen bewusst wird, dass ihr Handeln bei anderen unangenehme Folgen gezeigt hat, werden sie nicht einfach den Kopf in den Sand stecken und versuchen, alles zu vergessen. Vielmehr werden sie sich fragen, wie es zu dieser Situation kommen konnte und wie sie sie bereinigen k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Standpunkte</strong><br />
Nehmen wir der Einfachheit halber einen Fall, wo man jemanden gekr&#228;ngt hat. Es ist also kein k&#246;rperlicher Schaden entstanden sondern durch eigene &#196;usserungen hat man beim anderen ein gewisses Unwohlsein hervorgerufen. Zuerst wird man sich &#252;berlegen, aus welchem Antrieb man sich entsprechend verhalten hat. Man wird die eigenen Motive untersuchen und den erzielten Eigennutzen in Verh&#228;ltnis zum Schaden beim anderen setzten. Im zweiten Schritt versucht man in die Haut des Leidtragenden zu schl&#252;pfen, seine Ansichten und Wertvorstellungen anzunehmen und damit dessen Standpunkt einzunehmen. Dabei kann einem der andere unter Umst&#228;nden behilflich sein.</p>
<p><strong>Zwei Alternativen</strong><br />
Durch Gegen&#252;berstellen der beiden Seiten erschliessen sich die Differenzen. Daraus ergeben sich zwei M&#246;glichkeiten: Entweder h&#228;lt man den eigenen Standpunkt bei oder man verl&#228;sst ihn und nimmt den des anderen ein. Die Folgen aus diesen beiden Wegen unterscheiden sich. Wenn man den eigenen Standpunkt beibeh&#228;lt, entscheidet man sich bewusst gegen die Ansichten des anderen. Und man akzeptiert nicht, dass die eigene &#196;usserungen Grund f&#252;r ein Unwohlsein beim anderen sein k&#246;nnen. Eine einf&#252;hlsame Person wird es damit aber nicht auf sich beruhen lassen. Sie wird der anderen Person zeigen, dass es ihr leid tut, dass unterschiedliche Ansichten zu diesem Unwohlsein gef&#252;hrt haben. Entschuldigen wird sie sich aber nicht.</p>
<p>Der andere Weg f&#252;hrt dahin, dass man den eigenen Standpunkt verl&#228;sst und den der anderen Person einnimmt. Damit geht die Akzeptanz einher, dass man im eigenen, bis anhin eingenommenen Standpunkt, einen Fehler sieht. Dem anderen gegen&#252;ber signalisiert man diese Erkenntnis damit, dass man sich ihm gegen&#252;ber entschuldigt. Man akzeptiert, dass das eigene Handeln berechtigter Grund f&#252;r das Unwohlsein in ihm war.</p>
<p><strong>Entschuldigung</strong><br />
Obwohl im Begriff «Entschuldigung» das Wort «Schuld» vorkommt, will man sich hier nicht einer Schuld entledigen. Schuldig ist nur der, der bewusst aus ungerechtfertigten Motiven heraus Schaden anderer in Kauf nimmt, um eigenen Gewinn zu erzielen. Wer aus eigener Redlichkeit heraus handelt und sich vor Ausf&#252;hren der eigenen Handlung nicht bewusst ist, dass damit Schaden entstehen k&#246;nnte, ist zwar unwissend aber nicht schuldig. Was aber wiederum keine Entschuldigung sein soll. Weshalb also die Entschuldigung? Sie markiert, dass man den eigenen Standpunkt &#252;berdacht hat und nun die Ansicht des Leidtragenden teilt. Sie steht auch f&#252;r einen Erkenntnisgewinn, der aus der Auseinandersetzung mit dem zugef&#252;gten Leid hervorgegangen ist.</p>
<p>Zu hoffen ist jetzt, dass der Leidtragende die Entschuldigung akzeptiert. Damit kommt die Auseinandersetzung zu einem Abschluss. Der Status nach dem Konflikt ist wieder derselbe, wie vor der Konfrontation. Mit einem Unterschied: Derjenige, der dem anderen Leid zugef&#252;gt hat, hat an Erkenntnis dazu gewonnen. Er hat seine Sichtweise um die des anderen erweitert.</p>
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