Tag Archiv für 'philosophie'



Da schau her 0004 - Intelligenz

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Ist der Spezialist der bessere Problemlöser als der Generalist? Welche Grössen definieren den Begriff Intelligenz? Intelligenztests versuchen verschiedene Fähigkeiten fassbar zu machen und durch Vergleichsskalen als abstrakte Zahlen auszuweisen. Dass dabei nicht alle Aspekte gemessen werden, die für das Finden von Lösungen entscheidend sind, ist ein grosser Kritikpunkt der heute in Anwendung stehenden Intelligenztests.

Situation und Ursachen
Um ein Problem lösen zu können, ist es zunächst einmal wichtig, die gegenwärtige Situation zu erkennen. Und dazu wiederum muss man verstehen, welche Faktoren zum vorliegenden Problem geführt haben und wie diese funktionieren. Wer die Ursache nicht kennt, kann auch nicht verstehen, wie es zur Wirkung gekommen ist. Marketingfachleute würden von «Situationsanalyse» sprechen, Mediziner von «Anamnese» und geistliche Vertreter östlicher Weisheiten von «Karma».

Ziele und Mittel
Wenn man ein Problem hat, sucht man einen Zustand, der frei von diesem Problem ist. Man muss eine Vorstellung davon haben, was man mit dem Lösen des gegenwärtig vorhandenen Problems erreichen will. Der Marketer nennt es «Marketingziel», der Mediziner «Gesundheit» und der Geistliche «Nirvana».

Damit das Ziel erreicht werden kann, muss man die Mittel kennen, um es zu erreichen. Alleine vom Ziel zu träumen, bringt uns dem Erreichen des Ziels keinen Schritt näher. Und das ist es, was Intelligenz ausmacht. Man muss den gesamten Weg von der Erkennung des Problems, über das Verständnis der Ursachen, der Vorstellung des Ziels bis hin zur Wahl der richtigen Mittel richtig erkennen können. Marketingziele werden durch Auswahl und Umsetzung geeigneter «Marketingmassnahmen» erreicht, der Arzt verschreibt das «Mittel», das dem Krankheitsbild entspricht und der Geistliche «schult seinen Geist». > weiterlesen ‘Da schau her 0004 - Intelligenz’

Da schau her 0003 - Höflichkeit

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Jede Gesellschaft hat ihre Eigenheiten. Besonders auffallend ist der Umgang der japanischen Kultur mit gesellschaftlicher Stellung und Höflichkeit. Welche Beziehung zwischen Menschen besteht, kommt unter anderem darin zum Ausdruck, wie diese miteinander kommunizieren und welche Worte sie dabei wählen.

Frage ohne Antwort
Da ich mir nicht anmassen möchte, ein Experte in den Verhaltensweisen der japanischen Kultur zu sein, will ich nur ein einfaches, mir bekanntes Beispiel heranziehen. Kürzlich hatten wir das Vergnügen, von unserer Japanisch-Lehrerin zum Essen eingeladen zu werden. Bei ihr zuhause wurde vom amerikanisch-stämmigen Ehemann beim Essen in die Runde gefragt, ob es uns nicht seltsam anmuten würde, dass wir unsere Lehrerin nicht duzen dürften.

Obwohl wir mittlerweile ein Verhältnis untereinander pflegen, das man durchaus als herzlich bezeichnen darf, wird es zwischen Lehrerin und Schüler nie ein Du geben. In unseren Breitengraden hätten wir uns wohl beim ersten Trinkspruch das Du angeboten. Ganz anders in Japan, wo so etwas nicht denkbar wäre. Ob es der Sake, das feine Essen, das bereits schon in unseren Mägen Platz gefunden hatte, oder doch blankes Unverständnis war, weshalb die Antworten auf die Frage des Ehemanns nur spärlich unseren Kehlen entstiegen, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Wohl war von allem etwas vorhanden.

Zu den Feinheiten japanischer Konversation ist zu sagen, dass es, einfach gesagt, ein Du und ein Sie gibt. Das haben wir mit den Japanern gemein. Dazu kommt aber bei ihnen noch eine Fülle von Abstufungen, die den Raum zwischen dem Du und dem Sie ausfüllen. Sie alle werden je nach gesellschaftlicher oder familiärer Stellung entsprechend gewählt.

Überlebenswichtig
Diese Eigenheiten haben mich zu grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Höflichkeit, und wie diese zum Ausdruck kommt, geführt. Höflichkeit hat etwas mit Wertschätzung zu tun. Mit Gesten und Worten können wir diese vermitteln. Um den Wert einer anderen Person zu erkennen, müssen wir uns überlegen, in welcher Beziehung wir zu ihnen stehen. > weiterlesen ‘Da schau her 0003 - Höflichkeit’

Da schau her 0002 - Zugabteil

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Von Steinen unterscheiden wir uns Menschen in vielerlei Hinsicht; in mancher sind wir ihnen ähnlich. Damit wir uns in immer wechselnden Situationen zurecht finden können, brauchen wir ein gewisses Mass an Anpassungsfähigkeit. Bei Steinen sieht das anders aus; und doch haben sie uns in manchen Belangen etwas voraus.

Da mit dem Vorgang der Anpassung auch eine Anstrengung verbunden ist, mögen wir Situationen, in denen wir zur Anpassung gezwungen werden, in der Regel nicht besonders. Viel lieber ist es uns, wenn wir selber bestimmen können, wo und wie sehr wir uns zu bewegen haben.

Öffentliche Verkehrsmittel bieten ein gutes Beobachtungsfeld für menschliches Verhalten. Im Unterschied zu individuellen Fortbewegungsmitteln, wie Auto oder Fahrrad, nimmt man bei der Nutzung von öffentlichen gewisse Einschränkungen in Kauf. Dafür verspricht man sich einige Vorteile - nicht im Stau stecken bleiben, kein schlechtes Gewissen in Bezug auf Umweltverschmutzung haben, um nur einige zu nennen. Diese sollen die Nachteile zumindest aufwiegen.

Neben dem verminderten Mass an Flexibilität, das sich aus dem vorbestimmten Fahrplan von Zügen, Bussen, und so weiter ergibt, stellt die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel besonders eine Forderung an uns: Die Bereitschaft, vorhandenen Raum mit anderen zu teilen. Mit dem Fahrplan mag man sich irgendwann zurecht gefunden haben; auch mit den Fahrkosten. Handelt es sich doch bei diesen Dingen um mehr oder weniger vorhersehbare Grössen. > weiterlesen ‘Da schau her 0002 - Zugabteil’

Da schau her 0001 - Klimaanlage

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Da schau her 0001
Die vorgesehenen vier Zahlenstellen im Titel sollen andeuten, dass hier eine neue Reihe entsteht. Ob sie dereinst einmal alle vier Stellen ausfüllt, muss die Zukunft erst noch beweisen. Die erste Betrachtung ist eine kleine Ausfahrt in Autos mit und ohne Klimaanlage.

Damals
Mensch, ist das heiss; darf ich das Fenster runter drehen?
Geht nicht - vor uns fährt ein grausliger Diesel-LKW, den wir nicht überholen können.
Ahh, diese Hitze ist unerträglich. Dann gib mir mal die Trinkflasche rüber.
Ja, aber nicht zu viel trinken, sonst müssen wir gleich wieder anhalten.

So oder ähnlich hat es bei uns immer geklungen, wenn wir zu Ferienbeginn den Weg in den Süden unter die Räder genommen haben. Es war eine Tortur. Vor rund 25 Jahren sassen wir zu Dritt auf der hinteren Sitzreihe, und versuchten die sieben Stunden Autofahrt irgendwie über die Runden zu bringen. Autobahnen und Schnellstrassen gab es nur auf einigen Abschnitten der Fahrt. Der Alpenübergang war jeweils die Krönung; mir wurde regelmässig speiübel dabei. Der Preis für fünf Wochen Ferien bei unseren Verwandten im Südtirol war aus Sicht eines labilen Kindermagens hoch. > weiterlesen ‘Da schau her 0001 - Klimaanlage’