


Es gäbe noch viel, über das ich von Wien schreiben könnte. Davon, dass ich im Gasthaus am nordpol 3 einen feinen Schweinsbraten gegessen oder in der Alt Wiener Gastwirtschaft Schilling das perfekte Wiener Schnitzel geschlemmt habe.
Und dann wäre da noch das Projekt unik.at, das behinderte Menschen mit hochwertigem Kunsthandwerk in die Arbeitswelt führt. Oder die Künstlerin Silvia Ederer, die sich auch an der kürzlich veranstalteten Kunstauktion KunstSOS Mitmensch beteiligt hat. Musikalisch wäre der Jazz Club Miles Smiles erwähnenswert, Wiens ältester Modern Jazz Club.
Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Daher mein Vorschlag: Selber nach Wien gehen und die Stadt entdecken. Viel Spass!
Um es denjenigen, die in Wiens 17. Bezirk auf der Suche nach einem Waschsalon sind, einfach zu machen; hier gleich der Link Waschcenter Top (Ottakringer Strasse 52). Das wäre erledigt.
Wer sind die Leute, die im Waschsalon ihre Wäsche waschen - Maschine kaputt, zu teuer in der Anschaffung oder eine zu kleine Wohnung? Von der Freundin oder vom Freund vor die Türe gesetzt?
Wenn man vor dem Münzeinwurf der Maschinen steht, gehen einem solche und andere Gedanken durch den Kopf. Zuhause in Basel habe ich meine eigene Maschine, fülle sie ganz selbstverständlich und finde nichts dabei. Hier in Wien suche ich von Zeit zu Zeit einen Waschsalon auf, weil es in der Wohnung keine Maschine hat. Was für mich zum Studienobjekt wird, ist für andere Alltag.
Nach anfänglicher Scham, drücke ich auf den Auslöser meiner Kamera. Sie ist fehl am Platz, scheint fast das Leben anderer auf unangenehme Weise zu durchleuchten. Bilder, die einen sozialen Status zeigen? Einige finden nichts dabei, andere wenden etwas beschämt den Kopf ab. Ich versuche sie mit einem gewinnenden Lächeln zu besänftigen. Und doch schäme ich mich für die Aufnahmen.
Möglicherweise liege ich mit meinen Eindrücken falsch. Vielleicht ist es eine generelle Scheu dagegen, fotografiert zu werden. Ich könnte die Leute ganz einfach fragen, weshalb sie hier sind. Die Antworten könnten überraschend einfach sein. Mal sehen; sofern ich meine Scham überwinden kann, werde ich das nächste Mal mit einigen das Gespräch suchen …

Das waschcenter meiner Wahl an der Ottakringer Strasse 52 im 17. Bezirk

Maschinen in Reih und Glied

Warten und warten …

… und nochmal warten

Wer kommt hierher?

Endlich fertig
Auf den Trampelpfaden bin ich dieser Tage nicht oft anzutreffen. Nichts gegen die wirklich sehenswerten Sehenswürdigkeiten hier in Wien. Die sind aussergewöhnlich. Ein paar davon habe ich auch abgelichtet. Viel spannender finde ich die Dinge, die in keinem Reiseführer stehen. Und von denen gibt es viele zu entdecken - besonders in kulinarischer Hinsicht. Zwei Einkehrmöglichkeiten sollen an dieser Stelle vorgestellt werden:
Das Land in der Stadt - Cafe der Provinz
Zu meinem Glück gleich um die Ecke liegt das Cafe der Provinz. Am späten morgen empfängt es mich jeweils zum 10-Uhr-Kaffee, der mir neuen Schwung für den Tag gibt. Gemütliches Sitzenbleiben ist hier Pflicht. Die Speisen sind aus sorgfältig ausgewählten Produkten zubereitet. Bio ist Programm und lässt feine Galettes, Crêpes und Salate spriessen. Samstag und Sonntag gibt es von 9 bis 15 h ein feines Frühstücksbuffet. Eine Perle im 8. Bezirk, Maria Treu Gasse 3, täglich geöffnet von 8 bis 23 h.

Brennende Pfannen - noi
Denise und das noi-Team sagen von ihrer Küche: «Die kulinarische Ausrichtung könnte man als Crossover bezeichnen (nicht umsonst heißt ‘noi’ übersetzt vom Italienischen her ‘wir’ und aus dem Thailändischen ‘klein’: oft spannen wir bei unseren Speisen den Bogen vom Asiatischen über das Bodenständige bis hin zum Mediterranen.» Der Herd, in der Mitte des Restaurants, bietet die Möglichkeit, dem geschäftigen Treiben der Köchin über die Schulter zu schauen. Ihre Freude an der Arbeit findet sich in den feinen Speisen im Teller wieder. Schön, dass es solche Orte gibt - im 16. Bezirk, Payergasse 12, geöffnet Di-Fr 11-24 h, Sa 9-24 h, So 10-18 h. Im Sommer auch draussen auf dem Platz.


(Bilder: Patrick Vent)



Die Koffer sind endlich gepackt - trotz kleinem Koffer drei Kilogramm Gepäck-Übergewicht -, alles andere geregelt und die Blumen für die erste Woche präpariert. Danach wird sich eine gute Fee (danke Su.) um sie kümmern, ein Mitbewohner seinen Lebensraum um meinen erweitern und die Hausspinnen können endlich ungehindert ihre Netze weben.
Für einen Monat soll die Stadt eine andere sein, in der ich körperliche und geistige Ausflüge tun will. An einem etwas kurzen Wochenende vor 15 Jahren habe ich das Touristenprogramm erlebt, beschritten, abgearbeitet - das ist erledigt. Jetzt kommt der Genussteil und der soll aufholen, was die letzten fünf Jahre vermissen liessen, einer Zeit, fast gänzlich frei von Ferien.
Die Wahl auf Wien war relativ rasch gefallen. Es sollte eine Stadt sein, die gross (einiges grösser als Basel) und schön ist (schön als Sammelbegriff für verschiedene Dinge) und wo ich nicht ständig mit dem Stress konfrontiert werde, die den Gebrauch einer Fremdsprache mit sich bringt.
Nach Bekanntgabe meines Unterfangens (hört sich fast wie eine Expedition an) waren die Reaktionen meiner Freunde und Verwandten sehr unterschiedlich. > weiterlesen ‘Meine Stadt - Wien’



Heute, am Blog Action Day, werfen wir einen näheren Blick auf die Biosphärenparks der UNESCO - kleine Oasen rund um den Globus. Exemplarisch dafür steht der Park im Grossen Walsertal in Österreicht, unweit der Schweizer Grenze.
Ist ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Natur möglich? Der Mensch hinterlässt unweigerlich Spuren in der Umwelt, sobald er diese betritt oder gar nutzt. Dass es Bestrebungen gibt, die Natur auf schonende Weise zu nutzen, zeigen die Biosphärenparks der UNESCO.
Biosphärenparks
Um auch künftigen Generationen noch berührende Erlebnisse in der Natur zu ermöglichen, hat die UNESCO in den 70er-Jahren das Programm Man and Biosphere ins Leben gerufen. In besonders schützenswerten Lebensräumen sollen Menschen und Natur in einer positiven, sich ergänzenden Beziehung miteinander existieren können. Dafür wurden weltweit etwa 500 Biosphärenparks in über 100 Ländern gegründet, die allesamt ein Ziel verfolgen: Die Natur nutzen ohne ihr zu schaden.

Grosses Walsertal
Anhand des Biosphärenparks Grosses Walsertal lässt sich der positive Einfluss des Projekts gut ablesen. Der Park kennt drei Zonen: eine Kern-, eine Pflege-, und eine Entwicklungszone. Die 17 Prozent ausmachende Kernzone besteht aus Ökosystemen, die sich möglichst ohne Eingriffe von Menschenseite entwickeln sollen. Zu dieser Zone gehören beispielsweise der Gebirgsfluss Lutz oder die Rote Wand, der höchste Berg des Tales (2705 m).
Zur 13 Prozent der Fläche umfassenden Entwicklungszone gehört der gesamte Dauersiedlungsraum des Grossen Walsertals. Hier lebt, arbeitet und erholt sich die Bevölkerung. > weiterlesen ‘Blog Action Day - Biosphärenparks’



Wer wissen möchte, welche Kapriolen das Wetter gerade macht oder noch machen wird, findet im Netz viele gute Helfer.
Da ist einmal die einfache Site meteo.ch, die mit Links auf eine Reihe verschiedener Wetterdienste verweist. Darunter etwa der Wetterdienst des Bundes - quasi die offizielle Wetterseite der Eidgenossen. Für mich eine der besten Anlaufstellen, um eine gute Übersicht zu gewinnen. Auch auf meteo.ch zu finden sind Links zu unterschiedlichen Tageszeitungen, die eine eigene Meteoecke eingerichtet haben.
Eine andere Möglichkeit ist das aktuelle Wetter aus der Vogelperspektive zu betrachten. daylightmap ist eine durch Satellitenbilder erzeugte Karte der aktuellen Wolkenbildungen - jeweils aufgenommen innerhalb der letzten drei Stunden.
Und dann ist da natürlich noch das Angebot vom nach Deutschland ausgewanderten Schweizer Wettergott Kachelmann. Er bietet auf seinen Seiten Vorhersagen für die Schweiz, Deutschland und Österreich an.
Speziell für Österreich steht die Seite der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zur Verfügung.
Über Weather Underground, alle Wetter oder WetterOnline ist es möglich, Vorhersagen für Städte rund um den Globus abzurufen.
Wer lieber selber seine Vorhersagen machen will, kann sich bei Outdoor-Aktiv schlau machen und sich ein paar Tipps und Tricks für die Prognose aneignen.



Polar Inertia, das Online-Journal «of Nomadic and Popular Culture», wartet in der August/September-Ausgabe unter anderem mit einer Liebeserklärung an den Fiat 126, Verkaufsautomaten in Tokyos Strassen und fantastischen Bildern von Minen des Goldenen Dreiecks auf.
Was es im Allgemeinen mit Polar Inertia auf sich hat, habe ich bereits in einem früheren Bericht beschrieben.
(Bilder: Fiat 126, Sandy Carson; Verkaufsautomaten, Mac Kane, Golden Triangle, Louie Palu)
Nachtrag Zu den Fotos vom Goldenen Dreieck passen die Beiträge von Haiko Hebig über die Schwerindustrie in vorwiegend deutschen Städten.



Damit Fisch länger haltbar bleibt, wird er meist in Eis gepackt. Dann haut man ihn in die Pfanne oder schiebt ihn in den Ofen um ihn zu brutzeln. Das war bis anhin so.
Nicht so in Japan. Klar, den rohen Fisch bei Sushi und Co. kennen wir alle - auch unter den Inuits gibt es einige, die rohes Walfleisch essen. Aber auf die Idee, Fisch in Eisform zu sich zu nehmen, kann wohl nur ein Japaner kommen.
Yoshiaki Sato, Konfektbäcker im Norden Japans, begann zunächst mit Saury Ice Cream (Saruy ist ein spezielle Fischsorte). Und tatsächlich; es fanden sich immer mehr Leute, die diese Besonderheit gerne hatten. Mittlerweile hat er sein Angebot auf über 80 Sorten ausgeweitet. Meeresschnecken-, Quallen- oder Walfleisch-Eis ist wohl nicht jedermanns Sache. Die Japaner scheinen es aber zu mögen.
Damit der Geruch einen beim Essen nicht abschreckt, hat Sato verschiedene Methoden im Köcher. Eine ist das Einlegen des Fischs in Alkohol oder in braunem Tee. Darauf, ob die Sorten Leberwursteis, Currywursteis oder Pizzaeis je zum Verkaufsschlager werden, darf man gespannt sein.
Links: Bericht in der Zeitschrift mare



Wir kennen alle das komische Gefühl beim Lesen von Berichten über so genannte Insider-Tipps. Zum Beispiel in Städtereiseführern - unwillkürlich fragen wir uns: «Kann bei einer Druckauflage von einer halben Million Exemplaren eines Reiseführers noch von Insider-Wissen gesprochen werden? Wenn alleine ein Drittel der Leser …» Ach lassen wir das; Sie wissen schon was ich meine.
Um dieses komische Gefühl loszuwerden, können wir entweder einfach selber auf Erkundungstour gehen, was sicher ein überaus spannender Weg ist, eine Stadt kennen zu lernen. Nur sollten wir im Auge behalten, ob die Müllberge am Strassenrand höher werden - untrügliches Zeichen dafür, dass man so rasch kein Taxi bekommen wird. Oder man verlässt sich auf «echte Insider-Tipps». Das heisst Hinweise von Leuten, die selber in einer Stadt wohnen und wissen, wovon sie sprechen.
Im Zeitalter des Internets gibt es natürlich auch da wieder das eine oder andere Helferlein. Sollten Sie eine Reise in die Staaten vorhaben, ist yelp sehr empfehlenswert. Eine Web 2.0-Seite, die über Entdeckungen toller Restaurants (etwa 35% der Berichte handeln vom Essen), cooler Bars für eine durchzechte Nacht oder einfach von geschickten Zügelmännern berichtet, die einen beim Zügeln helfen (für Deutschsprachige, die des Schweizerdeutschen nicht mächtig sind: zügeln bedeutet umziehen). Von Atlanta über New York bis Washington, DC werden bis anhin 27 Städte abgedeckt.
Zu finden sind da Perlen, wie das Maru eine Karaoke-Bar in spaceigem Design oder der Battery Park wo man auch mal in Ruhe einen Spaziergang machen kann.
Was zunächst im kleinen Rahmen begonnen hatte, ist nun zu einer Plattform geworden, die mittlerweile von über einer Million Personen monatlich besucht wird. Da drängt sich natürlich auch wieder die Frage auf, ob das noch Insider-Wissen ist. Zumindest sind es Tipps mit kürzerer Halbwertszeit.
Link: yelp
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