Tag Archiv für 'wissen'



Sprachen erhalten

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Alle 14 Tage verschwindet eine Sprache vom Erdball. Das Enduring Voices Project von National Geographic versucht diesem Trend entgegen zu wirken, indem es so genannte Hotspots lokalisiert und deren Sprache und Kultur dokumentiert.

Die Verantwortlichen haben erkannt – wie das auch beim Rosetta Project der Fall ist (s. Bericht bei taxipluto) -, dass die Definition einer Kultur eng mit der gesprochenen Sprache zusammenhängt. Geht eine Sprache verloren, verschwinden damit viele Elemente einer Kultur, wie Geschichten oder Liedergut, die nur auf mündlichem Weg weitergegeben werden.

In der Geschichte haben sich immer Sprachen stärkerer Gruppierungen verbreitet, währendem solche kleinerer Gemeinschaften verschwunden sind.

Das Enduring Voices Project ist eine Zusammenarbeit zwischen National Geographic und dem Living Tongues Institute for Endangered Languages. Hotspots gibt es auf allen Kontinenten der Erde; beispielsweise in Zentralamerika, wo 45 Sprachfamilien ernsthaft bedroht sind oder in Ostsibirien, wo 9 Sprachfamilien stark vom Verschwinden bedroht sind.

Bericht bei National Geographic
Bericht bei der New York Times
(Bild: National Geographic)

Deutscher Wikiscanner

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Der deutschsprachige Wikiscanner ist seit 24. August Online. Bereits seit Mitte August 2007 verrichtet der englischsprachige Service seinen Dienst (s. Bericht bei taxipluto)

Wie in der englischen Ausgabe von Wikipedia sind auch in der deutschen bemerkenswerte Änderungen in Beiträgen zu finden. So wurde beispielsweise von einer IP-Adresse bei Sanofi-Aventis aus ein Eintrag zum Wirkstoff Clopidogrel so abgeändert, dass die Schädlichkeit und Wirksamkeit in besserem Licht erscheinen.

Oder ein Beitrag von EBay wurde komplett gelöscht. Darunter folgende Passagen: «Das Auktionshaus ist zwar bei vielen Benutzern beliebt, aber auch aufgrund einer fragwürdigen Handhabung des Datenschutzes und des Fehlens einer verbindlichen Identitätsfeststellung bei der Eröffnung von Zugängen heftig umstritten. … Ebay gerät auch immer wieder in die Kritik, da auf der Auktionsplattform kontinuierlich illegale Güter versteigert würden, ohne dass Ebay ausreichende Anstrengungen unternehme, diese Vorgänge zu unterbinden; neben menschlichen Organen wie Nieren …»

Und auch Einträge von Autoherstellern werden geschönt. BMWs iDrive, ein Bedienkonzept in Fahrzeugen, wird schamlos als das bessere System bezeichnet als das des Konkurrenten Audi.

Die Einträge in Wikipedia scheinen grundsätzlich Aufmerksamkeit zu erregen. Das sieht man nicht zuletzt auch daran, wie rasch es teilweise geht, bis ungeliebte Einträge «korrigiert» werden. Der kritische Artikel über EBay hat sich gerade einmal 11 Minuten im Netz gehalten.

Link Wikiscanner

Internetarchive wissen (fast) alles

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Archive im Internet bieten eine unendliche Fülle von Informationen. Mittlerweile gibt es davon eine grosse Zahl. Einige zusammengetragen hat lifehacker.

Neben allgemeinen Sammlungen zur Geschichte sind da auch solche zu den Bereichen Multimedia, gedruckte Medien, Wissenschaft oder Internet zu finden. Darunter ist beispielsweise das Rosetta Project, über das an dieser Stelle auch schon berichtet wurde.

(via Ehrensenf)

Ehemänner sind fauler

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Ergebnisse einer Studie (kürzlich veröffentlicht im Journal of Family Issues) deuten darauf hin, dass sich verheiratete Männer im Haushalt die Hände weniger schmutzig machen als ihre nichtverheirateten Geschlechtsgenossen. Shannon N. Davis (George Mason University, Fairfax, VA), Theodore N. Greenstein und Jennifer P. Gerteisen Marks (beide North Carolina State University, Raleigh) haben dazu etwas mehr als 17000 Personen in 28 Ländern befragt.

Die Forscher nehmen an, dass die Heirat die Arbeitsteilung neu festlegt. Selbst bei Paaren, die eine gleichberechtigte Sichtweise unter den Geschlechtern propagieren, tendieren die Männer dazu, im Haushalt weniger mitzuarbeiten, sobald sie den Ehering tragen.

Davis meint dazu: «Heirat scheint in den Köpfen der Paare traditionelle Werte zu wecken; selbst bei Paaren, die den Partner als gleichwertig betrachten.»

Ähnlich wie bei der Studie zum Thema Babysprache (s. Bericht bei taxipluto) scheinen auch hier weltumspannende Vorgänge stattzufinden. Waren doch in allen Ländern ähnliche Tendenzen zu beobachten. «Die Gesellschaft hat von der Ehe ganz bestimmte Vorstellungen, was sich im Verhalten niederschlägt», sagt Davis.

Also liebe Frauen – überlegt euch gut, ob ihr einen arbeitsamen Freund oder einen faulen Ehemann wollt …

(via Science Blog)

Universelle Babysprache

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Absichten zu kommunizieren ist eine der Hauptfunktionen menschlicher Sprache. Neben der Wortwahl werden diese auch über den Tonhöhenverlauf oder die Lautstärke vermittelt. Besonders stark zum Tragen kommt diese Eigenschaft, wenn Eltern mit ihren Kindern kommunizieren. Diese Babysprache (engl. infant-directed speech) ist gekennzeichnet durch überzeichnete Artikulation oder überzogene Tonhöhen im Tonhöhenverlauf.

Die Forscher Greg Bryant und Clark Barrett, der University of California, Los Angeles, nehmen an, dass es eine universell gültige Verbindung zwischen dem Klang und der damit transportierten Absicht gibt, und damit von jedem verstanden werden sollte, unabhängig der Sprache, die gesprochen wird. Um diese These zu überprüfen, liessen die Forscher von englischsprachigen Eltern Texte aufnehmen. Einmal mussten sie so sprechen, wie wenn sie zu ihren eigenen Kindern sprechen würden, einmal so, wie wenn sie zu Erwachsenen sprechen würden. Diese Aufnahmen umfassten vier Kategorien: verbietend, zustimmend, behaglich und aufmerksam machend.

Anschliessend wurden die Aufnahmen Bewohnern eines Dorfes in Ecuador abgespielt um zu untersuchen, ob diese zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können und ob sie die unterschiedlichen Kategorien (verbietend, etc.) innerhalb der beiden Richtungen ausmachen können.

Die Auswertung (erscheint in der August-Ausgabe von «Psychological Science») zeigt, dass die Bewohner in 73% der Fälle zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Ausserdem können sie die Kategorien zuordnen (verbietend, etc.), und zwar umso besser, wenn sie die Aufnahmen von Kinder-gerichteter Aussprache hören.

Somit ist offensichtlich, dass Zuhörer einheimischer, nichtindustrialisierter und wenig gebildeter Kulturen zwischen Kinder-gerichteter und Erwachsenen-gerichteter Aussprache unterscheiden können. Das lässt den Schluss zu, dass es Kulturen überschreitende Gemeinsamkeiten im Ausdruck der Sprache gibt.

(Bericht bei Science Blog)

Wikipedia-Manipulationen offen gelegt

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Wikipedia hat Brockhaus und Co. das Fürchten gelernt. Aber nicht nur die Herausgeber von Lexika haben ihre Mühe mit der Online-Enzyklopädie. Auch Firmen oder Institutionen beschäftigen sich aus Eigeninteresse mit dem beliebten Nachschlagewerk (s. auch Bericht bei taxipluto)

Dabei machen sie handfeste Interessen geltend. Wer in welchem Umfang Einträge der eigenen Firma oder Institution oder auch von anderen frisiert, zeigt ein Online tool. Die meisten Veränderungen werden aufgrund von Fehlern in der Schreibung von Ausdrücken oder in Ungenauigkeiten von Tatsachen vorgenommen.

Unter den Urhebern (zumindest muss man das annehmen – stehen doch die Computer an den angegebenen Orten) sind Firmen wie Pfizer, Wal-Mart oder ExxonMobil, News-Services wie Fox News oder die New York Times aber auch ideologische Kreise wie der Vatikan oder die Church of Scientology.

Neben den harmlosen Änderungen gibt es auch andere, die unangenehme Tatsachen entfernen oder solche, die Berichte korrigieren, die das Ansehen schädigen könnten.

Dabei sind schon einige interessante Dinge hervorgekommen. So hat sich beispielsweise der Vatikan am Eintrag über Sinn Fein’s Gerry Adams hergemacht. Andere Einträge wurden von CIA-Computern aus oder von Computern in Büros, die von politischen Parteien unterhalten werden, abgeändert. Bei Nachfragen bei den entsprechenden Verantwortlichen geben sich diese jeweils schwammig. Niemand will so richtig zugeben, dass Angehörige der eigenen Institution womöglich Änderungen vornehmen. Und wenn sie es tun, dann immer aus persönlichen und nicht aus institutionellen Gründen.

Links: Bericht bei BBC
Wikiscanner
Wikidgame

Kooperation zahlt sich aus

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Auf lange Sicht ist Zusammenarbeit der bessere Weg als der Alleingang. Das ist die einfache Aussage der Studien Dr. Nowaks, Direktor des «Program for Evolutionary Dynamics» an der Harvard University.

In früheren Veröffentlichungen hat er bereits dargelegt, dass Zusammenarbeit (oder Kooperation) neben Mutation und Auslese (oder Selektion) eines der drei grundlegenden Prinzipien der Evolution ist. Mutation und Auslese sind dazu fähig, eine Spezis zu wandeln, sie mit neuen Eigenschaften auszustatten wie Glieder oder Augen. Aber alleine Zusammenarbeit ist dazu im Stande, Leben auf eine neue Stufe der Organisation zu heben.

Forschungsanlage
Die Frage ist nun, wie sich im Wettstreit stehende Individuen dazu angehalten werden können, miteinander zu kooperieren, um ein höheres Ziel zu erreichen. Um diese Frage, auch in Bezug auf biologische Systeme, zu beantworten, hat er sich des Spiels Gefangenendilemma (Prisoner’s Dilemma) bedient (s. Beschrieb ganz am Ende des Berichts).

In einer speziellen Version des Spiels traten Teilnehmer in einem Wettstreit jeder-gegen-jeden an und hatten die Wahl entweder zu kooperieren oder nicht. Dabei konnten sie früher gemachte Entscheidungen widerrufen. Auf Grundlage ihrer Entscheidungen wurden sie belohnt; die erfolgreichsten konnten eine Stufe weitergehen.

Verhalten
Dabei trat ein oft wiederkehrendes Verhalten zu Tage, das Dr. Nowak mit «Erfolg/bleiben» und «Misserfolg/wechseln» umschreibt: Waren Spieler in der vorangegangenen Runde erfolgreich, taten sie dasselbe in der neuen. Das Gegenteil taten sie bei Misserfolg – sie wechselten. Unter gewissen Umständen führte diese Strategie zu Kooperationen, indem sie unter den Spielern zur Regel wurde, unabhängig von kurzzeitigen Misserfolgen. > weiterlesen ‘Kooperation zahlt sich aus’